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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Obelix vs. Asterix

Seit 59 Jahren heißt es Bauch vs. Köpfchen

Asterix & Obelix: Seit 59 Jahren heißt es Bauch vs. Köpfchen

Vor 59 Jahren erschien die erstmals eine Geschichte mit Albert Uderzos zeitloses Paar: Obelix, dem groben Genießer und dicksten Kumpel Galliens. Und Asterix, dem exakten Gegenteil: einem Machtmännchen-Traum für überspannte Streber.

EINER von uns

Obelix. Die Dicken erleben gerade magere Zeiten. Im Privatfernsehen wurden sie erst kürzlich von Dr. Christine Theiss, der Kickboxerin mit Modelmaßen, gedrillt, bis der größte Verlierer eine Torte aus Magerquark anschneiden durfte. Schwere Kost. Und seit Reiner Calmund mit Joey Kelly den Feldzug gegen die Pfunde begonnen hat, gehen uns langsam die adipösen Ikonen aus. Gut, dass es zumindest einen zeitlos übergewichtigen Helden in längsgestreiften Schwangerschaftshosen gibt, der sich noch nie sonderlich für Cholesterinwerte oder Nährwerttabellen interessiert hat. Obelix, der füllige Steinmetz aus Aremorica, hat es einfach nicht nötig, sich dem Schlankheitswahn zu unterwerfen. Geduldig ist das Papier, auf dem er lebt. Gelassen der Mann.

Klar, wer wie Obelix täglich im Reizklima der Bretagne dem Outdoor-Vergnügen der Legionskeilerei nachgeht, kann auf stickige Fitnesstempel verzichten. In seiner kindlichgrobschlächtigen Art ist er die im Grunde ehrlichste Form des Bonvivants und Genießers. Er frisst, er säuft und geht keiner Wirtshausschlägerei aus dem Weg. In Comicsprache: Schmatz!

Kein Wunder, dass Obelix in seiner epischen Breite nicht nur die Lieblingsfigur seines Zeichners Albert Uderzo war, sondern auch in Gestalt Gerard Depardieus lebendig wurde. Superhelden sehen anders aus. Der XXL-Gallier verkörpert den Gegenentwurf zu den gefallsüchtigen Models der Männergesundheitsmagazine. Mit Obelix abhängen verursacht eben kein schlechtes Gewissen. Eine Eigenschaft, die er übrigens mit einem anderen gewichtigen Helden aus Kindheitstagen gemein hat: Bud Spencer. Wäre mal interessant zu sehen, wie Dr. Theiss versucht, den beiden eine Magerquark-Kur schmackhaft zu machen.


KEINER von uns

Asterix. Besserwisserisch, leicht cholerisch, ein manischdepressiver Franzose mit Napoleon-Syndrom und einer offen zur Schau gestellten Aversion gegen Italiener: So einen würde man allenfalls zu sich nach Hause einladen, käme er in Begleitung Carla Brunis. Asterix aber begegnet man auf WG-Toiletten im Prenzlberg und in Lehrerkinderzimmern - als Plastik-Merchandise im Bio-Haushalt. Verwunderlich ist das nicht.

Denn der kleinwüchsige Gallier mit dem Jean-Pütz-Schnauzer ist vor allem eines: das flügelbehelmte Emblem der Bildungsspießer, die sich in seinem Wesen spiegeln können. Weil Asterix im Grunde genommen nichts als genau das ist: ein Klugscheißer, der seine körperliche Unterlegenheit mit „Köpfchen!“ ausgleicht.

Nun ist das an sich noch kein Grund, ihm mit fast römischer Abneigung zu begegnen. Wäre da nicht das Ding mit den künstlich erzeugten Superkräften: das Druiden-Doping aus der Feldflasche. Schließlich mutiert Asterix erst unter Einfluss des Zaubertranks zum Feuchttraum aller Streber. Ein Nerd auf anabolen Steroiden, ein Terminator im Körper Peter Lustigs. Da wird dem Normalsterblichen übel. Oder in Comicsprache: Kotz!

Vor allem auch weil der Gallier in diesen Momenten der Sprechblasen-Wiedergänger eines anderen Übermenschen ist, der zwischen den Pyrenäen und Paris über Römer und Teutonen triumphierte: Lance Armstrong. Ob mit oder ohne Wundermittel im Eigenblut, sei dahingestellt. Auf die Idee, einen Fernsehabend mit dem Texaner zu verbringen, kämen die wenigsten. Und für alle Bildungshuber, die diesen Vergleich jetzt weit hergeholt finden, zum Schluss noch folgende Info: Der berüchtigte spanische Dopingarzt Eufemiano Fuentes nannte sich in seiner Glanzzeit, na klar, Asterix.

Autor: Lucas Vogelsang
Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks - Trailer
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