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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Richtig kündigen

Schluss, aus, vorbei

Auch kündigen will gelernt sein

Ihr Job nervt Sie - und Sie haben sogar schon ein neues, interessanteres Angebot? Dann steht Ihrem beruflichen Glück ja nur noch eines im Weg: Sie müssen kündigen. Und zwar juristisch korrekt und ohne verbrannte Erde zu hinterlassen. Wie Sie das am besten anstellen, verrät Ihnen der Berater.

Über 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden gerne den Job wechseln. Das hat eine aktuelle Umfrage von JobScout24 ergeben. Sogar wenn sie an ihrem bisherigen Arbeitsplatz von einem Headhunter angerufen werden, würden ganze 76,08 Prozent der 1400 Befragten klar Interesse an einer neuen Stelle signalisieren. Doch bevor man zu einer anderen Firma wechselt, gibt es da noch ein klitzekleines Problem: Sie müssen Ihrem Chef sagen, dass Sie gehen. Und das ist fast so schwer wie das Schluss machen in einer Liebesbeziehung. Wie Sie beim Kündigen alles richtig machen, verrät Ihnen der Berater.

Richtig kündigen 1: Kündigen nur, wenn Sie sich sicher sind!

Nach einem Streit mit Ihrem Vorgesetzten haben Sie die Nase voll? Vermeiden Sie trotzdem, im Affekt "Ich kündige! Fristlos!" auszurufen und das gleich schriftlich auf den Schreibtisch des Chefs zu knallen. Denn einmal gekündigt gilt das unwiderruflich. Das entschied das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil vom März 2009. Sobald der Arbeitgeber Ihre Kündigung hingenommen hat, ist sie wirksam - und kann nicht zurückgenommen werden.

Auch wenn Sie es sich, ist die erste Wut verraucht, wieder anders überlegen. Dasselbe gilt, wenn Sie ein Angebot von einer anderen Firma vorliegen haben. Lassen Sie sich das erst schriftlich geben, bevor Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber Ihr Anstellungsverhältnis beenden.

Richtig kündigen 2: Sagen Sie's zuerst dem Chef!

Auch wenn Sie gut mit Ihren Kollegen befreundet sind: Wollen Sie kündigen, sollte das immer zuerst Ihr Chef erfahren. Halten Sie sich also zurück und erzählen Sie anderen nichts von einerBewerbung und Headhunter-Anrufen. Erst wenn Ihr Vorgesetzter Ihr Kündigungsschreiben auf dem Schreibtisch liegen hat, darf es auch Ihr Team erfahren.

Richtig kündigen 3: Beachten Sie die Formalitäten!

Kündigen Sie immer schriftlich. Per E-Mail, Fax oder mündlich ist es unwirksam - so steht´s im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das Schriftstück müssen Sie persönlich unterschreiben. Im Gegensatz zum Arbeitgeber, der konkrete Gründe für die Kündigung angeben muss, haben Sie nicht die Pflicht, sich zu rechtfertigen. Sie können das Schreiben per Post schicken (am besten per Einschreiben). Von mehr Charakterstärke zeugt es allerdings, wenn Sie sich selbst in die Höhle des Löwen wagen und den Brief persönlich Ihrem Vorgesetzten übergeben.

Beachten Sie dabei unbedingt die Fristen: Wie lange vorher Sie kündigen müssen, können Sie Ihrem Arbeitsvertrag oder dem Tarifvertrag entnehmen. Können Sie die Kündigungsfrist nicht einhalten, weil Ihnen sonst Ihr Traumjob durch die Lappen geht, müssen Sie auf die Kulanz Ihres bisherigen Arbeitgebers hoffen. Stimmt er zu, dass Sie vorzeitig aus dem Unternehmen scheiden, wird ein Aufhebungsvertrag vereinbart.

Richtig kündigen 4: Kennen Sie Ihre Rechte!

Wer kündigt, ohne einen neuen Job in der Tasche zu haben, sollte Folgendes wissen: Gehen Sie freiwillig, haben Sie keinerlei Anspruch auf eine Abfindung. Außerdem werden Sie bei der Arbeitsagentur drei Monate für das Arbeitslosengeld gesperrt.

Auch wenn Sie nicht im Guten auseinandergehen, haben Sie Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Darin muss eine Beurteilung über Ihre geleisteten Aufgaben abgegeben werden. Wichtig: Aus diesem Zeugnis dürfen Ihnen keinerlei Nachteile für Ihr weiteres Berufsleben entstehen.

Richtig kündigen 5: Hinterlassen Sie einen guten Eindruck!

Man sieht sich immer zweimal im Leben: Beherzigen Sie dieses Sprichwort, auch wenn Sie nach Ihrer Kündigung am liebsten Tabula rasa machen und Ihrem Chef mal so richtig die Meinung geigen würden. Heute ist die Berufswelt so gut vernetzt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie nie mehr etwas mit Ihrer alten Firma zu tun haben werden.

Unprofessionelles Verhalten kann sich also auch nach Jahren noch rächen. Kündigen Sie also freundlich, aber bestimmt, bedanken Sie sich für die gute Zusammenarbeit und arbeiten Sie auch in den letzten Tagen und Wochen nach der Kündigung noch sorgfältig. Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz ordentlich und geben Sie für Ihr Team einen kleinen Ausstand. Dann wird man sich gerne an Sie erinnern.

Autor: Angelika Zahn
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