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Der Barolo

Einer der edelsten Weine Italiens

Alles, was Sie über den Barolo wissen müssen

Barolo – ein Mythos unter Weinfreunden. Liebhaber bezahlen viel Geld für den italienischen Rebensaft. Doch wo genau liegt diese Weinregion und warum sind diese Tropfen so teuer?

Stellt ein Gastgeber eine Flasche Barolo auf den Tisch, sagt dies eine Menge über dessen Wertschätzung seinen Gäste gegenüber aus. Denn „Bordeaux“ etwa dürfen sich viele Weine nennen, (darunter auch weniger hochwertige), Barolo dagegen nicht.

„Barolo“ ist mehr als ein DOC-Wein (Denominane di origine controllata, also eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung): Der italienische Edelwein aus dem Piemont trägt eine DOCG-Bezeichnung (Denominazione di Origine e Garantita) – die Qualität ist also auch noch garantiert. Das DOCG-Siegel ist die begehrteste italienische Auszeichnung eines Weines, die neben einem Barolo nur noch der Brunello, der Chianti Classico und einige wenige andere Weine tragen dürfen.

Barolo muss zu 100 Prozent aus Nebbiolo bestehen

Die italienische Regierung hatte in den 1990er-Jahren begonnen, die Weinzertifizierung strenger zu gestalten. Regionale Konsortien überprüfen heute, ob der Hersteller die Regeln der Appellation auch bei der Produktion einhält. Im Fall des Barolo heißt dies: Er muss zu 100 Prozent aus der Nebbiolo-Rebsorte bestehen und eine bestimmte Zeit als Maische in Kontakt mit den Traubenhäuten gewesen sein.

Die Konsortien überprüfen Mostgewicht und Hektarerträge (maximal 52 Hektoliter pro Hektar) ebenso wie Aroma und Aussehen. Aber am wichtigsten ist die richtige Lage. Die Herkunft des Barolo ist beschränkt auf drei Hügelzonen der Provinz Cuneo: Rebflächen in den Gemeinden Barolo, Castiglione Falletto, Serralunga d’Alba sowie Teilbereiche von La Morra, Monforte d’Alba, Roddi, Verduno, Cherasco, Diano d’Alba, Novello und Grinzane Cavour.

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Jeder will ein Stück vom Kuchen Barolo

Dass der Barolo nur in dieser Gegend entstehen darf, ist jedoch keine Willkür. Diese Regel entspringt weniger einem Traditionalismus wie in Frankreich, sondern einem italienischen Pragmatismus: Anders als Bordeaux-Weine ist Barolo kein Cuvée, sondern ein sortenreines Erzeugnis. Seine Rebsorte Nebbiolo benötigt – neben der besonderer Pflege und den kalkigen Mergelböden der Gegend – genau das Klima, das in den Langhe-Bergen herrscht: tagsüber heiß, nachts kühl und feucht, im Herbst schon an Frost grenzend. Ebenso braucht ein Barolo viel Zeit. Erst jahrzehntelange Lagerung gibt ihm das Bukett, den richtigen Tanningehalt und die fast tintenartige, dunkle Farbe, für die er berühmt ist.

In den vergangenen 20 Jahren hat die Produktion im Barolo-Gebiet gewaltig zugenommen, weil alle an dem großen Kuchen des renommierten Namens teilhaben wollen. Ende der 1980er-Jahre waren es zwölf Erzeuger mit rund 100.000 Flaschen, heute sind es schon über 50 mit einer Million Flaschen. Der italienische Winzerriese Angelo Gaja etwa mischt inzwischen mit einem Gut in Serralunga mit. Um die Exklusivität und Qualität zu erhalten, erlaubt es sich das Konsortium gelegentlich, einen Wein herabzustufen – auf die Appelation „DOC Langhe“.

Der Wein muss heute nicht mehr so lange lagern

Die starke Nachfrage nach Barolo am internationalen Markt hat inzwischen die Herstellungsmethoden stark verändert: Während einige Traditionalisten den Tropfen erst nach sieben und mehr Jahren zum Verkauf freigeben, bieten andere ihn schon viel früher an. Möglich gemacht hat dies eine Lockerung der Bestimmungen: Ein Barolo muss heute nur noch zwei Jahre im Fass reifen und ein Jahr in der Flasche lagern.

Die Traditionalisten reagieren wiederum damit, ihr Marketing zu verfeinern: Mit der Angabe der individuellen, geografischen Lage auf der Flasche – wie dies in Frankreich und auch in Deutschland üblich ist – wollen sie auf die hohe Qualität hinweisen. Rechtlich anerkannt ist dieser Zusatz „Vigna“ jedoch nicht. Preislich macht sich diese Tendenz jedoch bemerkbar, indem die Spanne am Markt weit auseinander klafft: Man bekommt eine Flasche teilweise schon für 15 Euro – kann aber auch durchaus 150 Euro für einen guten Barolo bezahlen.

Autor: Klaus Mergel
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