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Biersommelier

Braucht den eigentlich irgendwer?

Was macht eigentlich ein Biersommelier?

Früher war Bier in der Spitzengastronomie verpönt, plötzlich ist es schick. Und ein Biersommelier weiß, welches Gericht zu welchem Bier passt. Aber braucht man dafür überhaupt einen Biersommelier?

Die Sache mit den Biersommeliers ist noch relativ jung. Etwa ab 2008 tauchten sie in den Medien auf, die großen Checker des Gerstensafts. Das war zuerst mal hochinteressant, dass das banale Bier in den Adelsstand der Haute Cuisine erhoben wurde. Und dass geschmackliche Nuancen und Harmonien entdeckt wurden, die eingefleischten Biertrinkern nie aufgefallen wären. Plötzlich wurden Bierseminare angeboten, die Biersommeliers verglichen ihr Können sogar überregional.

Sogar eine Weltmeisterschaft der Biersomeliers wurde ausgetragen. Die Gastronomie freute sich, auch die Zeitungen hatten eine bunte Geschichte mehr – und für die Brauereien war es ohnehin gut – dank erhöhtem Bierkonsum. Aber ist der Biersommelier inzwischen etwas, ohne das man nicht mehr auskommt?

Biersommelier darf sich jeder nennen

Bis heute gibt es keine staatlich anerkannte Ausbildung zum Biersommelier, und auch die Fachverbände bieten dahingehend noch nichts an. Denn diese Angelegenheit wurde bislang vor allem – Überraschung! – von Brauereien und deren angeheuerten PR-Agenturen ins Leben gerufen. Es kann sich also jeder Biersommelier nennen, es ist keine gschützte Berufsbezeichnung. Und wenn man sich in der Gastronomie umsieht, wird man keinen einzigen hauptberuflichen Biersommelier finden: Letztlich macht diesen Job der Weinsommelier nebenbei. Oder der Schankkellner.

Denn der hat sich schon seit jeher um das Hopfengetränk, dessen Lagerung und dessen Ausschank gekümmert. Nur halt ohne den Titel "Biersommelier". Inzwischen sind auch die Zeitungsgeschichten über Biersommeliers weniger geworden – das Thema ist durch. Und wenn man ehrlich ist: Einen Biersommelier braucht genau genommen kein Mensch – weder der Gast noch der Wirt.

Für den Wirt macht ein Biersommelier wenig Sinn

Warum aber ist der Biersommelier überflüssig? Ganz klar: Wenn der Gast Lust hat auf ein Bier zum Essen, dann bestellt er sich eines. Und keiner weiß besser als er selbst, was ihm am besten schmeckt, ob ein Pils oder ein Weizenbier. Aus Sicht der Gastronomen macht ein Biersommelier auch wenig Sinn: Die meisten haben einen Brauereivertrag und schenken ohnehin nur das Bier aus, was dieser vorschreibt.

Und Bier hat – im Gegensatz zum Wein – ein Problem: die Lagerfähigkeit. Also wird der Patron keinesfalls einen üppigen Bierkeller unterschiedlicher Sorten und Marken aufbauen, wie er das beim Wein macht. Da er sonst jährlich eine Menge Bier wegschütten muss. Deshalb gehts auch ohne Biersommelier ganz gut.
 

Autor: Klaus Mergel
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