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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Mein Schlitten & Ich

Fritz Scheuermann und sein Jeep Wrangler YJ

Der Allroader

Der Münchner Schauspieler Fritz Scheuermann steht auf amerikanisches Blech. Nicht zwangsläufig muss dabei unter der Haube ein V8 bollern - wenn nur das Auto selbst Kante zeigt. So wie sein 1989er-Jeep Wrangler aus Familienbesitz

Mein skurrilstes Sommerspielzeug ist weder besonders männlich noch stark, und die Frauen fliegen auch nicht drauf. Es ist eine Ape, ein Dreirad aus Italien, Baujahr 1975, biotonnengrün. Restauriert habe ich sie nicht, sie trägt die Spuren des Alters mit Würde. Ich finde auch gebotoxte Frauen nicht so attraktiv, die sind ein bisschen wie überrestaurierte Oldtimer.

Manchmal knattere ich mit meiner Ape nur so zum Spaß durch München. Cappuccino da, Gelati dort, schöne Frauen hier, man merkt, dass München die nördlichste Stadt Italiens ist. Ich lebe gern hier! Wenn sich aber eine laue Sommernacht ankündigt, muss die Ape in der Garage bleiben.

Dann kommt mein Cowboy raus, ein Jeep Wrangler. Irgendwie ist er schon immer da gewesen. Familienbesitz, Sie verstehen.

Auch er ist nicht besonders leistungsstark. Nur 2,5 Liter Hubraum, eine Art frühes Downsizing, aber der Verbrauch liegt trotzdem bei guten 14 Litern. Ein Fuel-to-noise-Converter - egal!

An so einem lauen Sommerabend scharrt der Jeep mit seinen Stollenreifen und will hinaus in die Weite. Denn dann ist eine Nacht zum Jeepfahren. Catch the Late Show! Offen, rau, kernig. Kein Windschott, das unangenehme Zugerscheinungen verhindern würde, kein Arschwärmer in den Sitzen. Manchmal glaube ich, dass die Konstrukteure auch die Federung weggelassen haben. Mit einem ordentlichen Satz Werkzeug ist das alles einfach zu zerlegen und auch problemlos wieder zusammenzusetzen. Ein Metallbaukasten für große Kinder.

Wofür Kurbelfenster, wenn es auch Steckscheiben tun? Die Türen nur halb hoch, keine Klimaanlage, aber dafür die unendliche Weite des Himmels über dir. München leuchtet, Leopoldstraße - ja auch, manchmal. Aber mehr Freude bereitet der Wrangler auf verschlungenen Straßen im Oberland. Ein amerikanisches Automagazin schrieb seinerzeit, es sei „immer noch ein Jeep, in dem du aufstehen und in die Weite der Wüste rufen kannst: ,Rommel, du Drecksack, wo steckst du?’“

Manchmal setze ich mich frühmorgens, wenn die Dämmerung die Nacht verdrängt, in den Wagen und lasse mich treiben. Raus aus der Stadt, rein in die Alpen oder nach Österreich, gelegentlich bis nach Südtirol. Was dem einen sein Motorrad, ist mir mein Jeep: Freiheit auf Rädern. Die Mädels mögen ihn auch. Meine Freundinnen habe ich alle mit ihm abgeschleppt, als wir beide noch jung waren. Meine spätere Frau übrigens auch.

Mir gefällt alles, was Räder hat und etwas älter ist. Das schlägt auch beruflich durch. In der bayerischen TV-Serie „Dahoam is Dahoam“ spiele ich seit ein paar Jahren den Frank Brettschneider, eine Figur, die regelmäßig Oldtimer kauft oder zum Reparieren bringt. Da darf ich beim Dreh schon mal einen alten Buick, Porsche oder Flossen-Mercedes ein paar Meter bewegen. Diese Autos haben schon auch was.

Aber dann steige ich wieder in meinen Jeep und stelle fest: It’s a man’s world. Und da bin ich halt dahoam!

Text: Fritz Scheuermann 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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