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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Mein Schlitten & Ich

Markus Zawadke und sein BMW 501

Der Barockengel

Erst vermietet er Besteck und Geschirr für Feste. Irgendwann fängt Markus Zawadke aus Pastetten dann mit dem Oldtimer-Sammeln an. Sein Lieblingsstück: der BMW 501, Spitzname „Barockengel“. Mittlerweile vermietet der 47-Jährige auch alte Autos . . .

“Isar 12“ ist schuld. Die Fernsehserie über die Münchner Polizei war meine absolute Lieblingssendung, als ich so um die sechs Jahre alt war. Ich wollte unbedingt Polizist werden und auch so einen tollen BMW 501 fahren. Das hat sich mir regelrecht eingebrannt.

Doch es kam anders. Als die Münchner Funkstreifenpolizisten 1975 zur bayerischen Polizei mit „hässlichen Uniformen“ wurden, war mein brennender Berufswunsch spontan gelöscht - nicht jedoch meine Liebe zum „Barockengel“.

Es sollte noch gut 30 Jahre dauern, exakt bis zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2007, dass ich meinen eigenen 501 besitzen würde - der seinen Spitznamen übrigens wegen seiner üppigen Rundungen trägt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon ganze Engelsheerscharen angesehen und Probe gefahren. Doch nie war einer dabei, der sich als „Fast Daily Driver“ geeignet hätte. Bis mir dieser hier über den Weg fuhr.

Fahrwerk und Technik top, die Innenausstattung okay, der Chrom hmm und der Lack na ja. Gecheckt, gekauft, von Hessen zurück nach Bayern gebracht.

Mein Engel!

Als eingefleischter Feuerwehrfan wollte ich ihn Rot-Weiß lackieren und ein Blaulicht draufsetzen. Doch der Plan erledigte sich, als ich überraschend einen echten Feuerwehr-501 entdeckte und kurzerhand dazukaufte. Der Blaue durfte also seine Farbe behalten und bekam stattdessen eine umfangreiche Politur spendiert.

Mir selbst habe ich seither noch eine ganze Reihe weiterer Autos spendiert. 42 Stück sind es mittlerweile, Old- und Youngtimer, ein paar Feuerwehr-Löschzüge, Muscle-Cars und schnittige Mercedes-Cabrios. Jedenfalls genug, um als Nebenerwerb eine kleine Oldtimer-Vermietung zu betreiben. Es ist übrigens die zweite hier in Pastetten bei München. Die 1500-Seelen-Gemeinde dürfte wohl die höchste Oldtimerdichte der Welt haben.

Das erste Jahr mit meinem Engel war übrigens ein Jahr der Sorgen. Zunächst wunderte ich mich über den exorbitant hohen Verbrauch - bis ich sah, dass ich in Kurven eine Spur legte wie Hänsel und Gretel. Allerdings mit Benzin statt Brotkrumen. Der Grund: Die Benzinpumpe belieferte nicht nur die Vergaser, sondern bei Kurvenfahrt direkt die gesamte Umwelt. Seit der Reparatur läuft der „Barockengel“ mit moderaten 14 Litern.

Kurze Zeit später gab dann die Lichtmaschine auf. Ein Kfz-Elektriker riet mir zum Tausch. Ich folgte brav. Heute weiß ich, dass der Mann ein Stümper und tatsächlich nur der Regler kaputt war. Daher ein kleiner Hinweis am Rande: generalüberholte Lichtmaschine günstig abzugeben . . .

„Freude am Fahren“ wurde bei BMW erst mit der „neuen Klasse“ definiert, aber der „Barockengel“ hat ganz klar den Grundstein gelegt. Ich bewundere sein sportliches Fahrverhalten und erwische mich gelegentlich dabei, wie ich mit 150 Sachen über die Autobahn fliege.

Doch für solche „Aus-Flüge“ nehme ich doch lieber den Ururur-Enkel des „Barockengels“, meinen Alltags-BMW 730 Ld. Warum ich die Langversion fahre, werde ich oft gefragt. Ganz einfach: Ich hab genügend Platz zum Wenden.

Text: Markus Zawadke 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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