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Mein Schlitten & Ich

Björn Marek und sein Studebaker Starlight Coupé

Der Exklusive

In Sachen Exklusivität liegt Björn Marek ganz weit vorn. Der Buchautor und Pressesprecher des Autoveredlers ABT fährt einen uralten Studebaker. Und hat sich aus Liebe zu diesem Auto auch mit der Geschichte der traditionsreichen Marke beschäftigt

Bei Automobilen liege ich jenseits des Normalo-Geschmacks. So steht in meiner Garage neben anderen Fahrzeugen (u. a. 1969er- Mercury Monterey und MEV Sonic7-Kit Car) das Produkt einer mittlerweile sehr seltenen Automarke: ein Studebaker.

Ein Auto mit - kaum zu glauben - Wurzeln im Wilden Westen! 1852 gründen Henry und Clement Studebaker einen Hufschmiedbetrieb und bauen die ersten Kutschen. 1904 steigt die Marke ins frisch aufblühende Autogeschäft ein, um im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem der größten Automobilproduzenten der Welt zu reifen. Im Zweiten Weltkrieg produziert auch Studebaker für die amerikanische Front, doch bereits während des Krieges macht man sich Gedanken über die Zeit danach und mögliche neue Serienmodelle. Und während viele Firmen nach dem Krieg erst einmal nur überarbeitete Versionen ihrer Vorkriegsautos auf den Markt bringen, hat Studebaker bereits 1947 ein nagelneues Modell namens Champion parat. Eine der zweitürigen Versionen hört auf den Namen Starlight Coupé und besticht - dank Designer Raymond Loewy - durch einen ungewöhnlichen, halbrunden Heckscheibenbereich. Er besteht aus vier Elementen, die lediglich durch kleine Chromstreifen voneinander getrennt sind. Die Stabilität des hinteren Dachteils gewährleistet eine umso breitere B-Säule.

Diese Gesamtkonstruktion sollte eine Art Panorama-Effekt für die hinteren Passagiere bewirken und erinnert, je nach Blickwinkel, an eine Flugzeugkanzel. Die Automobiltester der damaligen Zeit kommentierten das Design des Starlight Coupé oftmals mit den Worten „Which way is it going?“, hätte der Stude beim Blick aufs Heck doch rein optisch ebenso auf einen zufahren können.

Von meinem Studebaker Champion Regal Deluxe Starlight Coupé (um einmal die vollständige Modellbezeichnung zu bemühen) entstanden im Modelljahr 1949 insgesamt 9829 Fahrzeuge (Kaufpreis: ab 1757 Dollar), doch nur sehr wenige Exemplare haben überlebt. Angetrieben wird der Stude von einem Reihen-Sechszylinder mit humanen 80 Pferdestärken, gerührt wird im 3-Gang-Schaltgetriebe. Meinen Wagen orderte der damalige Erstbesitzer mit Extras wie einer Berganfahrhilfe (ja, richtig gelesen, die gab es bereits in den 40er-Jahren!), einem Suchscheinwerfer, AM-Radio, versenkbarer Antenne, elektrischer Uhr und sogar einem Zigarettenanzünder. Gefunden habe ich meinen Wagen 2004 auf Ebay Motors USA - und am Ende blind gekauft. Wie erwartet, steckt noch Arbeit im Wagen, aber da ich eh kein Freund von Trailer Queens bin, machen mir etwas Rost und die Garagenlackierung des Vorbesitzers nicht allzu viel aus.

Der letzte Studebaker rollte im Jahr 1966 vom Fließband in South Bend/Indiana, dann musste sich die einst so innovative und traditionsreiche Marke dem Konkurs stellen.

So lebt die Erinnerung an den Hersteller unter anderem in meinem mittlerweile auch schon 63 Jahre alten Klassiker weiter. Jeder gefahrene Meter ist für mich eine Reise durch die Automobilgeschichte.

Text: Björn Marek 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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