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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Mein Schlitten & Ich

Andreas Giel und sein Mercedes 300 SEL 6.3

Der Klassiker

Eigentlich interessierte er sich nicht für das Kfz. Doch wer wie Andreas Giel von Berufs wegen Messestände für Autofirmen baut, wird irgendwann selbst zum Auto-Enthusiasten. Das Ergebnis: ein Mercedes 300 SEL 6.3 in der Garage

Florian ist schuld. Er war mein Auftraggeber bei Mercedes-Benz. Wann immer er anrief, gab es was zu tun. Messestände bauen, überall auf der Welt. Das war gut so. Doch bei jedem Telefonat lenkte er das Gespräch auch auf ein anderes Thema, eines, das mich anfangs überhaupt nicht interessierte: Autos. Im Allgemeinen. Und im Speziellen. Im großen und im kleinen Maßstab, Autos morgens, mittags und abends. Der Mann lebt für Autos. Ich nicht.

Dachte ich.

Doch irgendwann hat es mich gepackt. Florian und ich sind Freunde geworden. Und ich bin Auto-angefixt. Er hat in mir entflammt, was tief unter einer dicken Schicht vermeintlicher Gleichgültigkeit verborgen war: die pure Begeisterung für altes Blech.

Klar, dass bei der täglichen Beschäftigung mit dem Thema Mercedes nur ein solches Auto in Frage kommen konnte. Und je mehr ich mich mit der Materie beschäftigte, umso mehr kristallisierte sich ein einziges Modell heraus: eine S-Klasse der Baureihe W 109. 60er-Jahre-Chic und extravagante Technik. Das war es, was mir in meiner Garage fehlte.

Das Modell, das ich mir schließlich 2006 kaufte, ist genauso alt wie ich. Und ich war überrascht, wie weit fortgeschritten die Technik in meinem Geburtsjahr war. Mein neuer Alter verfügt über Scheibenbremsen rundum, was damals sogar in der automobilen Oberliga eine Seltenheit war. Der eigentliche Clou aber ist die Luftfederung. Wenn ich in den Lederpolstern meines Sechsdreiers Platz nehme, kann ich genau nachfühlen, wie tiefenentspannt man schon 1968 über deutsche Autobahnen dahinschweben konnte.

40.000 Mark musste man für die beste aller S-Klassen hinlegen. Für eine solche Summe bekam man damals auch ein kleines Einfamilienhaus. Manches ändert sich eben nie. Auch heute ist ein voll ausgestatteter Oberklasse-Benz so teuer wie eine Immobilie.

Auch mein 6.3 hat seinen Wert. Gut erhaltene Exemplare sind unter 30.000 Euro nicht mehr zu bekommen. Denn die Sammlergemeinde hat längst erkannt, dass man mit diesem Wagen die Quintessenz in Sachen Technik und Design erhält.

Die Karosserie meiner S-Klasse wurde vom legendären Mercedes-Chefdesigner Paul Bracq gezeichnet, der auch die SL-Pagode entwarf. Die Linienführung erinnert an das CoupØ der Vorgänger-Baureihe W 111, nur die markanten Heckflossen und die Rückleuchten fallen bei meinem Benz deutlich kleiner aus. Das war der Stil der neuen Zeit.

Mit 250 PS war er der heißeste Benz der 60er-Jahre. Er war rollende Vorstandsetage und Porsche-Schreck zugleich, die Doppelscheinwerfer als Erkennungszeichen der Top-Motorisierung waren der Laserstrahl der Überholspur.

Selbst Hollywood-Star Peter Fonda, der im legendären Road-Movie „Easy Rider“ den wilden Motorrad-Revoluzzer gab, setzte sich privat in dieses deutsche Muscle-Car.

Ich befinde mich also in allerbester Gesellschaft.

Text: Andreas Giel 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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