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Mein Schlitten & Ich

Hubert Sebald und sein Saab 900 Turbo Cabrio

Der Überflieger

Ingenieur Hubert Sebald arbeitet in der Entwicklung bei Audi. Privat liebt er ein Auto, das schon vor 20 Jahren fertig entwickelt war: das Saab-900-Cabrio ein Klassiker, inspiriert vom Flugzeugbau

Bereits als Pennäler habe ich mein Taschengeld in Autozeitungen investiert. Daraus ist eine Leidenschaft für Old- und Youngtimer geworden. So richtig infiziert bin ich aber seit meiner ersten Teilnahme an der Donau-Classic-Rallye 2011. Damals noch mit einem geliehenen Golf I Cabrio unterwegs, nahm ich mir vor, eines Tages mit meinem eigenen Youngtimer an den Start zu gehen. So geschehen im Juni 2014. Man muss nicht erwähnen, dass es der einzige Saab am Start war. Extravaganz ist kein Massenprodukt.

Meine Frau Heike war von dem Gedanken, ein „völlig nutzloses“ drittes Auto zu kaufen, anfangs nicht begeistert. Wenn schon, sollte es ein Cabrio sein, und zwar mit vier Sitzen wegen der Kinder. Keine leichte Bedingung, um ein außergewöhnliches Fahrzeug zu finden. Die Notsitze in einem Porsche 968 oder gar 911 wurden als inakzeptabel abgelehnt. Blieben nur der Mercedes W124, BMW 3er (E30) und Audi 80 (B3). Aber mal ehrlich: Der W124 ist ein Taxi ohne Dach. Der BMW ist fest in der Hand der „Tiefer, schneller, breiter“-Fraktion. Und der Audi ist technisch einfach zu gut, um jemals ein Klassiker zu werden. Man sieht ihn noch an jeder Ecke. Zumindest hier in Ingolstadt.

Meine Frau hatte schließlich die Idee mit dem Saab. Anfangs konnte ich mich mit dessen Design nicht anfreunden, aber je länger ich recherchierte, desto besser gefiel er mir. Heute weiß ich: Der 900 hat das Potenzial zum Kultobjekt. Fast zwei Jahre musste ich suchen, bis ich ein Exemplar in Holland fand. Gut gepflegt, schwarz, 175 Turbo-PS, Baujahr 1989, mit allem Schnick und Schnack der Aufpreisliste. Saab wollte individuell und anders sein. Viele Details spiegeln die lange Erfahrung im Flugzeugbau wider. Aerodynamik, Fahrkomfort, Sicherheit und das fahrerorientierte Armaturenbrett müssen den Vergleich mit aktuellen Modellen nicht scheuen. Und wer das Zündschloss sucht, wird nicht rechts (oder wie beim Porsche links) der Lenksäule fündig, sondern in der Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen.

Ursprünglich war der offene Saab nur für die USA gedacht, wurde aber wegen des großen Erfolgs bald auch in Europa verkauft. Zwischen 1986 und 1994 rollten fast 49.000 Stück vom Band. Mit Luxusdetails wie beheizten Ledersitzen, elektrischem Verdeck und Scheinwerferreinigungsanlage ein Angriff auf die Oberklasse. Ein Mercedes SL Cabrio war nicht teurer, ein BMW 3er Cabrio gut 20.000 Mark billiger.

Mit seinen 175 PS und der erstaunlich verwindungssteifen Karosserie ist es eine Freude, ihn durchs Altmühltal zu hetzen oder mit ihm durch den Chiemgau zu cruisen. Noch entspannter ist höchstens unser Oldtimer-Wohnmobil - ein 30-jähriger Karmann 630 auf Mercedes-Basis. Auch dieses Fahrzeug ist nicht ganz normal: eine rollende 3-Zimmer-Wohnung im Gelsenkirchener Spätbarock-Stil der Eighties.

Text: Hubert Sebald 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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