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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Mein Schlitten & Ich

Bernd Mögeles und sein Keinath GT/R

Die Luxusversion

Er sieht aus wie ein umgebauter Opel, und genau das ist er auch. Bernd Mögeles Keinath GT/R ist die Luxusversion des Opel GT. Ein Sportwagen, wie wir ihn heute aus Rüsselsheim vermissen. Und den sein Besitzer nie mehr hergeben wird

Von Kindesbeinen an faszinierten mich alte Autos. Kein Wunder, wenn man neben einem Autohändler aufwächst. Jeden Tag stand eine neue alte Kiste in unserer Straße. Ich war begeistert. Besonders Opel und die Sonderkarosserien auf Opel-Basis hatten es mir angetan. Mein erstes eigenes Auto war deshalb ein gebrauchter Opel GT. Ich war 19, er 15, und ich holte ihn als Reimport aus Amerika. Ein kostspieliges Unterfangen, zumal ich noch mitten im Abitur stand. Das Geld für dieses erste Projekt verdiente ich mir mit Flohmärkten und Ferienjobs. Und es sollte sich lohnen. Den GT habe ich noch heute.

Zehn Jahre später fuhr ich zur Motorshow nach Essen. Dort sah ich eine kleine Autofirma, die ein dem Opel GT nicht unähnliches Auto zeigte. Die Firma hieß Keinath, und der Inhaber war persönlich vor Ort. Horst Keinath erlaubte mir, in diesem seltenen Sportwagen Platz zu nehmen. In jenem Moment war es um mich geschehen. Der einzige Haken: Damals kostete der GT/R leider je nach Ausstattung zwischen 150.000 und 200.000 Mark. Mit anderen Worten: völlig unerschwinglich für mich.

Es sollte noch weitere sieben Jahre dauern, bis im Jahr 2005 endlich die große Gelegenheit für mich kam. Ein Autohändler in der Nähe von Regensburg verkaufte den ersten jemals für Kundenhand gebauten Keinath GT/R aus dem Jahr 1997. Er hatte die Seriennummer 3 und war vermutlich genau jener Wagen, an den ich auf der Motorshow mein Herz verloren hatte.

Also nicht lange überlegt, hingefahren, angeguckt - gekauft. Seitdem stehen in meiner Garage der originale Opel GT und sein „großer Bruder“.

Der Keinath GT/R hat ein Stahlchassis mit aufgesetzter GFK-Karosserie. Motor und viele Technikteile stammen aus dem Opel Omega, der Auspuff von Mercedes-AMG, die Rücklichter von der Corvette C3, die Scheinwerfer von Ferrari und das Leder von Porsche. Das Fahrzeug befindet sich im Originalzustand und hat eine Besonderheit. Es wurde damals auf Druck des ersten Käufers im Eiltempo zusammengebaut. Deshalb ist es an manchen Stellen nicht perfekt. Die Spaltmaße stimmen nicht ganz, es scheppert und klappert. Man merkt, dass es ein etwas besserer Prototyp ist. Aber genau das macht für mich den Reiz aus. Auch wenn alle später produzierten Fahrzeuge besser verarbeitet sind.

Insgesamt wurden vom Keinath GT/R nur 21 Exemplare hergestellt. Es ist somit eines der seltensten deutschen Autos aller Zeiten. Sein Erbauer ist mittlerweile leider verstorben. Seine Witwe Renate hat mir alles über die Firma und den übereilten Entstehungsprozess meines „Prototyps“ erzählt. Meine Faszination wuchs mit jedem Satz. Am Ende kaufte ich ihr schließlich alle Formen und Ersatzteile ab. Somit ist die Ersatzteillage für mich gesichert. Ich könnte das Auto theoretisch komplett nachbauen.

Etwas aber fehlt mir ganz dringend, und das ist der Kontakt zu anderen Keinath-Fahrern. Ich würde gern eine Interessengemeinschaft gründen. „Keinathler“ müssen schließlich zusammenhalten.

Text: Bernd Mögeles 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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