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Mein Schlitten & Ich

Andreas Nußbaum und sein Ford Model A

Die Zeitreisemaschine

Oldtimer-Treffen brachten Andreas Nußbaum auf den Geschmack: Ein Vorkriegsauto mit großen Kotflügeln musste her. Mit seinem Ford Model A stellt der Rettungssanitäter jetzt sogar manch aufgemotzte Poserkarre in den Schatten

Wenn ich mit meinem Auto durch die Gegend fahre, könnte man meinen, ich sei geradewegs dem Set eines amerikanischen 30er-Jahre-Filmklassikers entsprungen. Denn das Sport-Coupé Model A, Baujahr 1930, von Ford sticht auf Grund seiner außergewöhnlichen Form sofort ins Auge. Nachdem ich immer wieder Oldtimer-Treffen besucht hatte, wurde mein Wunsch mit jedem Mal größer, so ein Schätzchen mein Eigen nennen zu können. Mein Traumauto sollte möglichst alt, aber dennoch einigermaßen gut fahrbar sein, geschwungene große Kotflügel und im besten Falle eine gute Ersatzteilversorgung haben.

Da man für das A-Modell in den USA jede noch so kleine Schraube bekommt und auch das Aussehen passte, war schnell klar, dass es dieses Modell sein muss. Vor zwei Jahren ließ ich das Sport-Coupé dann über einen deutschen Händler aus den USA importieren. Der Wagen hat ein Stoffdach, daher sieht er zwar aus wie ein Cabrio, das Verdeck lässt sich aber nicht öffnen. Besonders charmant finde ich den sogenannten Schwiegermuttersessel, einen aus dem Heck herausklappbaren zusätzlichen Sitzplatz, wie er für einige Roadster aus den 1930ern charakteristisch ist. Das A-Modell wurde von 1928 bis 1931 produziert, bis 1931 wurde es etwa vier Millionen Mal verkauft. Heute gibt es davon vermutlich weltweit kaum mehr als ein Prozent. Es ist der Nachfolger vom T-Modell, das für die Massenmotorisierung gedacht und somit das erste am Fließband in Großserie hergestellte Fahrzeug war. Da es sehr robust ist, wurde es in den USA vor allem von Ärzten, Farmern und Goldsuchern genutzt, wenn sie bei Überlandfahrten über die Pisten holperten. Das Nachfolgemodell konnte das natürlich auch. Mein Exemplar wird jedoch gehegt und gepflegt, weshalb ich es nur im Sommer bei schönem Wetter fahre. Für den Alltag nehme ich lieber den BMW 320 D Touring.

An meinem Ford habe ich kaum etwas verändert. Angeliefert wurde er damals mit zwei Frontscheinwerfern und einem Hecklicht, das auf der einen Seite als normales Licht und als Bremslicht fungierte. Ich musste hinten noch eine zweite Lichteinheit mit Blinkern nachrüsten. Vorn wurden für den TÜV auch noch Blinker angebracht. Motor und Fahrgestell haben bei mir die gleiche Nummer, was den Wert meines Autos steigert - schließlich hat es noch nie einen anderen Motor bekommen.

Da es solche Vorkriegsautos nur noch sehr selten gibt, falle ich auch auf Oldtimer- Treffen besonders auf. Mein Wagen ist dort immer einer der ältesten. Und auch mit aufgemotzten Poserkarren kann er gut mithalten. In Augsburg gibt es einen Treffpunkt, an dem im 10-Sekunden-Takt die Jungs mit ihren aufgepimpten Autos vorbeicruisen. Ich fuhr dort aus Spaß auch mal durch und machte mit meinem „Starktonhorn“ auf mich aufmerksam. Die Menge jubelte - immerhin knapp 150 Leute. Eintauschen würde ich meinen Wagen deshalb höchstens gegen die Roadster-Version. Dann könnte ich den Jubel das nächste Mal noch besser hören.

Text: Andreas Nußbaum 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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