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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Mein Schlitten & Ich

Henry Wagner und sein Mercedes 280 SE

Eine Jugendliebe

Was passiert, wenn man seiner Jugendliebe wiederbegegnet, so wie Henry Wagner seinem S-Klasse-Mercedes? Sie bekommt ein neues, anderes Getriebe. Wir lernen einmal mehr: Liebe geht durch den Wagen

Mercedes ist meine große Liebe. Die Autos sind zuverlässig, haben Stil und scheinen einfach nicht aus der Mode zu kommen. Mein 280 SE Automatik zum Beispiel ist so ein Fall. Er ist groß und imposant, aber vor allem ist er ein fahrendes Stück deutsche Wertarbeit. Den Wagen bringt nichts aus der Ruhe. Mich auch nicht, wenn ich mit ihm unterwegs bin.

Ich bekam meine Oberklasse-S-Klasse im Herbst 2006 aus zweiter Hand. Der Vorbesitzer war einer meiner Kunden. Deshalb wusste ich ganz genau: Dieses Auto war jahrelang perfekt gewartet worden. Nämlich von mir selbst.

So läuft es fast immer bei mir. Ich kaufe mir Autos, die ich seit Jahren kenne. Und ich kenne viele Autos . . .

Als Oldtimer-Restaurator habe ich Mercedes zu meinem Hauptberuf gemacht. Ich trage dazu bei, dass sie so zeitlos bleiben, wie sie konstruiert wurden. Und dass ihre Besitzer nichts aus der Ruhe bringen kann. Ich restauriere hauptsächlich alte Pontons, also die rundlichen Mercedes180-Limousinen der 50er- und 60er-Jahre. Sie sind in meinen Augen der Inbegriff des Klassikers mit Stern. Dabei sind sie absolut alltagstauglich. Auch wenn sie dafür eigentlich zu schade sind.

Ich selbst könnte so einen Ponton allerdings nicht unbedingt jeden Tag bewegen, und das hat einen besonderen Grund. Denn um meine „Patienten“ zu transportieren, brauche ich einen kraftvollen Wagen mit Anhängerkupplung. Da kam mir die S-Klasse gerade recht. Sie ist Baujahr 1979 und hat einen starken 6-Zylinder-Motor mit 185 PS. Damit wird sie zum stilvollen Schleppfahrzeug für jede Art von automobilen Schätzchen aus Stuttgart.

Privat nutze ich die S-Klasse selbstverständlich auch: tagtäglich für den Weg zur Arbeit, aber auch im Urlaub. Wenn es um weite Strecken geht, an die Adria, nach Budapest, Karlsbad oder Rom, dann nehme ich ausschließlich die S-Klasse. Denn da weiß ich, dass ich ankomme - so sicher wie mit einem modernen Auto.

Vergleichsweise sparsam ist sie noch dazu. Mit einer Tankfüllung bin ich schon von München bis nach Nizza gekommen. Sagte ich bereits, Mercedes sei meine große Liebe? Nun, das ist nur die halbe Wahrheit. Meine noch größere Liebe heißt Kerstin. Ich traf sie 2006 wieder, nachdem wir uns jahrzehntelang aus den Augen verloren hatten. Sie lebte damals in Dresden, ich bei München. Eine Strecke wie gemacht für - na klar, meinen W116er. Um die 450 Kilometer noch entspannter zu bewältigen, habe ich dem Wagen daraufhin ein anderes Getriebe spendiert. Ein Gang mehr, zwei Liter weniger Verbrauch - so lässt sich jede Entfernung lässig unter die Räder nehmen.

Trotz der langen Übersetzung hat mein Autobahn-Cruiser aber auch einen erstaunlich flotten Antritt. Ich erinnere mich an einen Sommerurlaub, in dem die Römer beim Ampelstart regelmäßig den Kürzeren zogen. Mein Benz kann eben auch anders. Geradezu heißblütig ist er, wie wir feststellen mussten. Denn auf der Rückfahrt ließ sich die Heizung nicht mehr abstellen. So hatten wir intensivste mediterrane Hitze bis hinauf nach München. Und das mitten im Hochsommer . . .

Text: Henry Wagner 

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen künftig an dieser Stelle.

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