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Sylvester Stallone vs. George W. Bush

Rambo gegen Rambo – zwei Haudegen werden 70

Einer von uns: Sylvester Stallone. Keiner von uns: George W. Bush

Am 6. Juli 2016 feiern zwei alte Haudegen 70. Geburtstag. Sylvester Stallone schaut auf viele hart erkämpfte Siege zurück – und bereut seine Fehler. Der frühere US-Präsident George W. Bush steht als Allroundverlierer da – voller Stolz auf seine Schandtaten

EINER von uns: Sylvester Stallone

Er hat viel Mist gemacht. Und er würde es nicht wieder tun. Obwohl alles nur ein Spiel war und er Millionen damit verdiente, den Friedensbewegten und den ideologischen Feinden Amerikas in aller Welt zu zeigen, was eine Harke ist. Beziehungsweise eine Bazooka. Oder einfach nur ein großes Messer in der Hand einer muskelbepackten menschlichen Kampfmaschine.

Vor 30 Jahren beschwor Ronald Reagan mit einem Bild von Sylvester Stallone in Rambo-Montur den amerikanischen Kampfgeist gegen Libyens Diktator Gaddafi. Als Rocky hatte Stallone kurz zuvor den Russen Ivan Drago vermöbelt. Und nun feierte er sich selbst, besoffen vom Hollywood-Ruhm, in dicken Autos und weißen Anzügen: Seht her, ich habe mich nach oben gekämpft!

Man sah ihm an, dass es ein weiter Weg gewesen sein musste - vom jungen Sly, einem Schläger aus ruiniertem Elternhaus, der von Geburt an unter einer Gesichtslähmung und einem Sprachfehler litt. Dass er als
Filmwüterich genau damit die Sehnsucht seiner geschundenen Landsmänner bedienen würde, die nach

Man sah ihm an, dass es ein weiter Weg gewesen sein musste.

Vietnam nur wieder aufrechte Amerikaner sein wollten, war logisch. Aber nicht abzusehen. Denn Slys frühe
Schauspielversuche missglückten sämtlich. Die Rettung brachte erst der Drehbuchautor Stallone, der es verstand, sich Kloppergeschichten über wortkarge Typen auf den eigenen Leib zu schreiben, die besser Waffen sprechen lassen.

Deshalb musste Sly damit leben, dass man ihn stets mit seinen Filmfiguren verwechselte. Und dass republikanische Hardliner ihn vor jeden Kriegskarren spannten. Zwar sympathisierte er 2008 mit Obama-Kontrahent John McCain, aber niemals grundsätzlich mit dessen politischer Richtung. Er sei kein Ideologe, er wollte immer nur Filme machen, betont er heute. Und dass so viel Mist dabei war, bereue er. Sly hat gelernt. Es war ein langer, harter Weg. Respekt!

KEINER von uns: George W. Bush

Er hat viel Mist gemacht. Und er würde es wieder tun, wenn er dürfte. Daran lässt George W. Bush bis heute keinen Zweifel aufkommen. Er hat das Lügengebäude, auf dem die Irak-Invasion basierte (Massenvernichtungswaffen) und das sie um Jahre überdauern sollte, nur ein klein wenig renoviert. Heute rechtfertigt er seinen Krieg (100.000 tote Zivilisten und 10.000 tote westliche Soldaten) mit der gelungenen Beseitigung Saddam Husseins. Im Kern ist also alles beim Alten geblieben, wie auch nicht anders zu erwarten war von George W. Bush, der es wie kein Zweiter verstand, durch seine Borniertheit die Welt in Angst zu versetzen - vor sich und vor seinem Land.

Im Grunde ist es also sehr einfach, ihn abzulehnen. Kaum ein vernünftiger Mensch sieht in George W. heute noch etwas anderes als jenen Allroundversager, der die Weltmacht USA mit Krieg und Folter zum Außenseiter

Kaum ein vernünftiger Mensch sieht in ihm heute noch etwas anderes als einen Allroundversager.

machte. Aber: Ist das nicht eine gewaltige Leistung? Wer könnte ihm so ein Kunststück nachmachen?

Es gehört mehr dazu als Macht und Lernschwäche. Auch unnach giebige Radikalität ist vonnöten. Die erwarb sich Bush in der texanischen Rinderhüter-Diaspora, indem er das ortsübliche intellektuelle Vakuum erst mit Alkohol füllte und diesen später durch strikte methodistische Lebensführung ersetzte. Glauben statt lernen - das ist seine Erfolgsformel. Er folgte dem Vater in die Politik und dann den Beratern, die er um sich scharte, um sich ver sichern zu lassen: Waterboarding sei eine rechtmäßige Verhörmethode, die Erde sei eine Scheibe und die Welt wie Texas, nur in größer, allerdings durchzogen von einer Achse des Bösen.

So musste Bush selbst nie kämpfen und hadern, außer mit der Wahrheit, was ihn dank seiner legendären Sprachstörung aber nicht schmerzte. Wie sagte er einst über die Gegner der USA? „Sie hören nie auf, darüber nachzudenken, wie sie unserem Land schaden könnten. Genauso wenig, wie wir das tun.“ Manchmal hatte er sogar Recht.

Autor: Philip Wolff
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