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Aquarium im Chinarestaurant: Regiert hier die Mafia?

Gerücht oder Wahrheit?

Aquarium im Chinarestaurant: Regiert hier die Mafia?

Beim Besuch im Chinarestaurant tischt immer irgendeiner die Geschichte auf: Das Aquarium sei ein Zeichen, dass der Besitzer Schutzgeld an die Mafia bezahlt. Meist wird darüber gelacht, ein fader Beigeschmack bleibt jedoch. Zeit, etwas Licht ins trübe Wasser zu bringen: Was ist wirklich dran an diesem Mythos? Der Berater erklärt es.

Bevor man die Nummer 32 süßsauer bestellen kann, fällt es einem als Gast sofort auf: Die Pumpe blubbert, das Licht leuchtet geheimnisvoll. Ein Aquarium. Hübsch. Das bedeute, verrät bestimmt einer am Tisch, dass die Lokalbesitzer Schutzgeld an die Mafia bezahle. Genauer gesagt: an die chinesischen Triaden. In anderen Berichten heißt es, steinerne Löwen vor dem Eingang oder ein rotgesichtiger Buddha sei ein Zeichen dafür. Ist das tatsächlich so? Vieles spricht dafür, dass wir es hier mit einer "urban legend", einem modernen Märchen zu tun haben. Doch wie so oft steckt auch ein Körnchen Wahrheit darin.

Frische Fische oder Beweismittel-Beseitigung?

Sicherlich ist für den Mythos mitverantwortlich, dass wir alle herzlich wenig von der chinesischen Kultur wissen. Und diese dank der fremden Sprache besonders mystisch auf uns wirkt. Denn man sollte wissen: In China wird der frische Fisch und Seafood lebend in Wasserbassins aufbewahrt. So kann der Gast sicher sein, dass die Nahrungsmittel wirklich frisch sind. Dort ist also ein Aquarium nichts Besonderes.

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Außerdem sind die Chinesen wahre Pioniere in Sachen Aquaristik. Man erfreut sich an den bunten Fischen, für die Nerven ist das Geplätscher und das lautlose Getier ohnehin gut. Außerdem: Koikarpfen etwa sind sündhaft teuer – und somit ein Statussymbol.

Aquarium im Chinarestaurant: Auch der "Spiegel" kolportierte den Mythos

Doch wie gesagt: Ein Körnchen Wahrheit ist immer dran. Im New Yorker Chinatown bedeutete es in den 1990er Jahren tatsächlich, dass hier Schutzgeld bezahlt wird. Und zwar als "Service" für die Gäste: Der Bote der Triaden brachte – im Austausch gegen Geldbündel – das Fischfutter.

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Solange die Fische munter und gesund herum schwammen, war dieses Lokal sicher. Sogar der "Spiegel" berichtete 1991, dass die chinesische Mafia in Deutschland im Vormarsch sei und die Schutzgeldzahlung durch ein Aquarium signalisiert würden.

Mafia? Ein Aquarium im Chinarestaurant ist einfach Deko

Allerdings hat jeder Mythos Grenzen. Zum einen gibt es die Triaden in Deutschland gar nicht wirklich. Sondern nur Kriminelle asiatischer Herkunft, die sich als solche ausgeben, um den Gastronomen Angst einzujagen. Zum anderen sind weder Gangster noch Gastronomen dumm: Der Mythos mit den Aquarien ist mittlerweile so verbreitet, dass das illegale Treiben sofort Polizeiermittlungen nach sich ziehen würde.

Sicherlich: Das Thema Schutzgeld existiert tatsächlich – bei chinesischen, wie auch italienischen oder deutschen Lokalen. Allerdings werden diese "Vereinbarungen" eher im Dunkeln gemacht, da will man keine Mitwisser. Und wer einmal genau hinschaut: In praktisch allen chinesischen Restaurants steht ein Aquarium. Und warum? Weil es einfach schön aussieht – und typisch für ein Chinarestaurant ist.

Autor: Klaus Mergel
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