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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Imbissbuden-Deutsch

Richtig bestellen am Kiosk

An der Imbissbude geht es anders zu als im Sternerestaurant. Und das betrifft nicht nur die Gerichte und die Manieren. Natürlich, alles ist hier einfacher. Aber dafür auch durchaus humorig – man muss nur wissen, welche Sprache an der Bude gesprochen wird. Der Berater weiht Sie ein ins Deutsch am Kiosk.

Irritierend für Uneingeweihte sind vor allem die Namen der Gerichte. Und dabei zeigt sich der Volksmund enorm kreativ. „Schniposa“ etwa ist keinesfalls eine exotische Frucht, sondern die Abkürzung für die Kombination aus Schnitzel, Pommes und Salat. Pommes frites – als am meisten verbreitete Sättigungsbeilage – werden besonders häufig mit Kosenamen versehen: etwa „Stangenrösti" oder „Vierkantkartoffel“.

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Wegen der Herkunft sagt man auch gerne mal zum Pommesverzehr „belgisch essen gehen“. Und die Variation mit Ketchup und Mayonnaise nennt man im Imbissbuden-Deutsch „Pommes Schranke“ – klar, wegen der Farben. Ist es – ausnahmsweise – mal nicht die frittierte Kartoffel, bestellt man sich „Asia-Pommes“, also Reis.

„Gemischtes Doppel“

Besonders kreativ zeigt man sich in Nordrhein-Westfalen – dem Paradies der Imbissbuden. Liebevoll nennt man hier die beliebte Kombination von Currywurst und Pommes Schranke die „Schlemmerplatte Bottrop“, oder auch den „Schimanski-Teller". Möchte man mal eine besondere Fleischdiät, greift man an der Imbissbude zum „Gemischten Doppel“: Auf Deutsch heißt das: zwei Currywürste, die eine Rindwurst, die andere Bratwurst. Und da gerade die Westfalen gerne abkürzen, heißt eine Frikadelle am Büdchen nur „Fricke“. Der „halve Hahn“ ist übrigens kein halbes Hähnchen, wie manche meinen! Bei diesem typisch kölschen Gericht handelt es sich um ein halbes Brötchen, das mit Käse belegt ist.

Imbissbuden-Deutsch im Süden: Ein LKW ist ein Fleischkäsebrötchen

Aber auch in anderen Bundesländern pflegt man eine besondere Sprache, wenn's ums Essen im Stehen geht. Wahrscheinlich nur in Niedersachsen kennt man am Kiosk einen „Apachenpimmel“: Mit ein wenig Fantasie ist dies leicht als Currywurst zu identifizieren. In Baden-Württemberg etwa verlangt man keine Schwerlastfahrzeuge, wenn man am Kiosk ein „LKW“ bestellt: Dies ist die Abkürzung für „Leberkäsweckle“, also ein Brötchen mit Fleischkäse.

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Was übrigens bei Norddeutschen „Alpendöner“ heißt. Genauso wenig ist die „heiße Seele“ ein Vorgeschmack auf das Fegefeuer, sondern eine mit Schinken und Käse gefüllte Weißbrotstange, die frisch aus dem Ofen kommt (Baden-Württemberg). Und wenn ein Bayer eine „Eitrige“ bestellt, ist er keineswegs lebensmüde, sondern möchte eine Käsekrainerwurst (deren Käseanteil beim Erhitzen flüssig wird und herausläuft).

Auch ausländische Schnellimbiss-Gerichte bekommen Kosenamen

Pizza eine „Mafiatorte“ ist, liegt nahe. Beim beliebtesten Imbiss der Republik sieht es schon anders aus: Solange der Döner sich am Spieß dreht, heißt er „Karusselfleisch“. Ist das Fleisch dann im Fladenbrot, nennt man ihn „Klappschaf“. Und möchte man ihn ohne Zwiebeln und Knoblauch, bestellt man sich einen „Disco Döner“ – klar, wegen des Geruchs. Wichtig ist natürlich beim Bestellen an der Bude die Grammatik: Grundsätzlich wird auf Artikel und Verben verzichtet. Und: so kurz und knapp wie möglich! Ein typischer Dialog etwa geht so: „Wurst.“ „Curry oder Brat“. „Curry. Kostet?“ „Euro.“ Verinnerlicht man diese einfachen Regeln, ist man schnell Meister im Imbissbuden-Deutsch ...

Autor: Klaus Mergel
Das war das Gentlemens Weekend auf Mallorca
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