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Holger Stromberg backt Mohnkuchen

Rezepte für Kerle

Rezepte für Kerle: Holger Stromberg backt Mohnkuchen

Ob zum Muttertag oder zum Geburtstag der Liebsten: Manchmal im Leben muss selbst ein Mann einen Kuchen backen können. Starkoch Holger Stromberg zeigt uns, wie man einen Mohnkuchen gebacken bekommt.

Ich geb’s zu: Ich backe nicht besonders gern. Vielleicht mal eine Früchte-Tarte - aber komm mir bloß nicht mit einer Sahnetorte an! Wir Männer kochen brachialer als Frauen: zack, zusammenrühren, Geschmack rein. Wir würzen lieber. Und beim Backwerk geht es halt sehr um Optik und immer streng nach Rezept - das ist doch eher was für Mädels. Aber auch wenn uns Braten und Gulasch mehr liegen: Einen Kuchen sollte man schon draufhaben - egal, ob für die Mama oder für die Liebste. Da können wir mit einem Kuchen toll punkten. Ich empfehle dafür einen Rührkuchen - und zwar mit Mohn.

Ein Rührkuchen ist ein toleranter Kamerad. Man muss letztlich nur einfach alle Zutaten umrühren - und ab in den Ofen damit. Das kommt uns Männern entgegen. Die Zutaten sind auch keine große Sache: Eier, Butter, Zucker, Mohn und ein wenig Geschmack. Und da sind wir gleich bei dem, was Kuchen ungesund macht: Zucker. Das süße Zeug bedeutet nicht nur Kalorien, die sich in der Wampe manifestieren. Zucker bedeutet auch: Säure. Und die setzt unserer Verdauung und unserem Organismus zu. Darum nehme ich gern Rohrzucker: gesünder als unser Rübenzucker - und leckerer. Der allerbeste ist unraffinierter aus Mauritius, der Muscovado. Der bringt eine edle, malzige Note mit rein

Was Mohn betrifft: Da sollte man immer bedenken, dass man damit - im Übermaß genossen - bei einem Drogentest oder einer Verkehrskontrolle positiv getestet werden kann. Der Test kann Mohn nicht von Morphin unterscheiden. Der Nationalmannschaft darf so etwas vor einem Spiel nicht hingestellt werden. Leider. Denn die mögen Mohnkuchen sehr. Einmal hab ich’s bei einem Büfett im Hotel zu spät gemerkt: Da waren aber nur noch ein paar Scheibchen da . . .

Was ein ambitionierter Koch hier mal grundsätzlich lernt: wie man einen Eischnee macht. Der macht den Teig lockerer. Erst Eier trennen: Schlag sie auf, kipp den Dotter zwischen den Schalenhälften hin und her, und lass das Eiweiß in eine Rührschüssel laufen. So. Das Eiweiß schlage ich mit dem Zucker mit dem Mixer. So lange, bis ich die Schüssel umdrehen kann und nix herausfällt. Den Schnee hebe ich sachte unter die gequirlte Eigelbmasse, nach und nach Mohn zugeben, keine Hektik. Als Würze nach Wunsch Vanille, Kardamon oder Muskat, zwei Umdrehungen aus der Pfeffermühle, damit das Ganze Power bekommt.

Der schönste Moment am Kuchenbacken ist dann, wenn der Duft aus dem Ofen sich breitmacht. Fast schöner als das Essen hinterher. Finde ich. Nach 20 Minuten ist der Kuchen fertig. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker einstäuben, damit er auch gut aussieht. Ich serviere ihn gerne mit einer angeschlagenen Sahne. Also eine, die noch ein bisschen flüssig ist. Hat jemand Probleme mit Sahne? Selber schuld! Wenn sündigen, dann richtig.

Mohnkuchen: Das Rezept

  • 160 g weiche Butter
  • 7 Eier
  • 180 g Rohrzucker
  • 250 g Blaumohn
  • 100 g Haselnußgrieß
  • 1 Prise Salz, + Abrieb einer unbehandelten Zitrone , + etwas Puderzucker, + Messerspitze Zimt

Gericht für: 4 Personen Dauer: 30 Minuten + Backzeit

Zubereitung

Eier trennen. Butter, Eigelb, 50 g Rohrzucker, Zimt, Zitronenabrieb und Salz in einer Rührschüssel schaumig schlagen. In der Zwischenzeit Mohn im Mörser oder in der Küchenmaschine zerstoßen. Eiweiß mit dem Rest vom Zucker steif schlagen. Den Eischnee behutsam unter die Eigelbmasse ziehen, Mohn und Haselnussgrieß nach und nach zugeben und unterheben. Die Masse in eine beschichtete (oder mit Backpapier ausgelegte), schmale Backform füllen. Bei 175 Grad etwa 20 Minuten lang backen. Kuchen nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben und in Scheiben servieren.

Stromberg-Kniff: Tipp: Wer Angst wegen der schwarzen Körner zwischen den Zähnen hat - der weiße Mohn ist in der Hinsicht unsichtbar und schmeckt genauso.

Autor: Klaus Mergel
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