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Holger Stromberg kocht Safranrisotto

Rezepte für Kerle

Rezepte für Kerle: Holger Stromberg kocht Safranrisotto

Holger Stromberg, Deutschlands jüngster Küchenchef mit Stern und Koch der Fußballnationalelf, zeigt uns, wie man eine Frau ins Bett kocht: mit Safranrisotto

Jede Revolution beginnt mit einem Auflauf. Und jede Liebesnacht mit einem Risotto. Bei mir war das zumindest früher so - jetzt bin ja in festen Händen. Mit einem Safranrisotto hab ich noch jede Frau ins Bett gekocht. Warum? Weil es ein leidenschaftliches Gericht ist. Reisgericht klingt banal, Risotto exotisch. Da habe ich Zeit, nebenbei der Dame Aufmerksamkeit zu schenken: Ich zeige 20 Minuten Performance am Herd und bin doch ganz und gar bei ihr.

„Safran macht den Kuchen gel“, das kennen wir alle. Aber es ist nicht nur die Farbe: Safran hat ein orientalisches Aroma: rauchig, erdig, erinnert an Tabak. Der beste Safran kommt aus dem Iran, aus Spanien und der Schweiz. Preis: rund zehn Euro pro Gramm. Am besten kauft man ihn beim Gewürzhändler - am Flughafen lieber nicht. Bitte nicht zu viel verwenden, sonst schmeckt das Risotto versalzen. Ein Risotto braucht Olivenöl: Ist ja auch ein italienisches Gericht! Den Pfannenboden benetzen. Schalotten und Knoblauch rein. Wenn ich den Reis im Öl anschwitze, saugt das Reismehl um die Körner das Öl auf. Anschwitzen, nicht braun werden lassen! So verliert der Reis seinen mehligen Geschmack. Und wie gesagt: Aufmerksamkeit für die Dame, aber auch für den Reis. Die Frage lautet also nicht: Wie war’s in der Arbeit? Sondern: Was macht der Reis?

Wenn ich den Safran zugebe, ist er rot. Mit dem Wein wird er gelb, durch den Alkohol. Schön, nicht? Ich werde oft gefragt: Muss ich zum Kochen einen Spitzenwein verwenden? Quatsch. Man muss ihn trinken können! Also keinen teuren Chablis, aber auch keinen korkenden Fusel - da versaust du dir dein Essen. Mit dem Reis ist es genauso. Natürlich ist ein Canaroli aus dem Piemont der beste. Aber US-Rundkorn geht genauso. Ich hab bei einem Mädel schon mal Milchreis verwendet, weil die nix anderes im Haus hatte: Das wurde ein Weltklasse-Risotto, glaubt mir! Und hat seine Wirkung nicht verfehlt. Beim Käse muss es aber schon Parmesan oder Grana Padano sein.

Wichtig ist ein spielerischer Umgang mit der Sache: zwischendurch probieren, rühren, einen Schluck Wein trinken. Jede Zutat braucht ihre Zeit - bloß nicht alles einfach zusammenschütten! Die Frau sieht deine Hingabe fürs Risotto und - zack! - ist sie vielleicht schon in dich verliebt! Das Geheimnis ist die Abstimmung von Säure und Schärfe. Die Säure vom Wein, die Schärfe vom Pfeffer. Letzterer bringt deinen Kreislauf in Schwung.

Dann - Trommelwirbel! - das Finale. Noch ein paar Minuten in Leidenschaft versinken, die Hitze nochmals hochfahren, damit das Risotto eine homogene Masse wird. Da ist der Künstler in dir gefragt: fünf Sekunden, die zwischen „scheiße“ und „fantastisch“ entscheiden. Das Ziel ist eine milchige Flüssigkeit: laufen, aber nicht weglaufen! Unbedingt die zwei Minuten zwischen Herd und Tisch einberechnen - das Risotto zieht noch an. Dazu empfehle ich einen eiskalten Rosé oder einen fruchtigen Weißwein. Aber nicht zu viel - auch vom Risotto. Du hast ja schließlich noch was vor, oder?

Safranrisotto: Das Rezept

  • 200 g Risottoreis
  • 80 ml Weißwein
  • 2 Schalotten
  • 1 g Safranfäden
  • 400 ml Geflügelbrühe
  • 60 g frisch geriebener Parmesan
  • 1 Thymiansträußchen
  • 2 Lorbeerblätter
  • + frisch gemahlener Pfeffer, kräftiges Olivenöl, Fleur de Sel

Gericht für: 4 Personen Dauer: zirka 45 Minuten

Zubereitung

In einer Stielkasserolle Schalotten in ausreichend Öl farblos anschwitzen. Reis zugeben, ebenfalls anschwitzen, mit Weißwein ablöschen. Safranfäden zugeben und rund zwei Minuten köcheln lassen. Thymian und Lorbeerblätter zugeben und nach und nach mit heißer Brühe angießen. Ca. 15 min köcheln lassen, dabei ständig rühren. Kurz vor Ende des Garvorgangs das Risotto mit Parmesan, Salz, Pfeffer und etwas Ölivenöl binden und abschmecken. Sollte das Gericht zu sehr eindicken: mit Wasser angießen. In großem flachem Geschirr servieren, eventuell mit einer hauchdünnen Scheibe Lardo (ital. Schinkenspeck).

STROMBERG-Kniff: An Stelle von Safran lässt sich (fast) alles für ein Risotto verwenden. Und unbedingt Wein oder Schaumwein dazu trinken.

Autor: Klaus Mergel
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