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Stromberg macht Käsespätzle

Rezepte für Kerle

Rezepte für Kerle: Stromberg macht Käsespätzle

Wenn schon vegetarisch, dann schmackhaft: Zu original Käsespätzle können wir Männer selten nein sagen – wenn sie frisch geschabt sind. Starkoch Holger Stromberg verrät das Rezept.

Als Lehrling hatte ich immer ein ganz spezielles Fitnessprogramm: Jeden Morgen schabte ich – noch vor dem Frühstück – 15 Kilo Spätzle. Und zwar mit Tempo, denn um fünf vor acht stand dann das Wasser schon auf dem Herd. Und ich hab ordentlich geschwitzt. Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass die Zubereitung von Spätzle Männersache ist? Ich denke: nein.

Spätzle werden vom Brett geschabt

Käsespätzle kommen aus Schwaben. Weiß jeder. Ein einfaches Gericht, aber auf jeden Fall ein sehr schmackhaftes. Das Beste: Wenn man mal einen Vegetarier bewirtet, ist der zufrieden, und wir sind es auch. Die Schwaben haben das übrigens nicht etwa erfunden, weil sie geizig sind (was übrigens generell nicht stimmt) und am Fleisch sparen wollten: Dieser Landstrich war immer ein armer. Die Schwaben haben mit dem wenigen, was sie besaßen, ein tolles Mahl erfunden. Mehl, ein paar Zwiebeln und Käse, mehr braucht es nicht. Wie geht das nun mit den Spätzle? Keine Diskussion, echte Spätzle sind nicht gekauft, sondern vom Brett geschabt!

Käsespätzle: Der Teig wird geschlagen, bis er Blasen wirft

Zuerst braucht man einen Teig. Den schlagen wir (Technikfreaks mit dem Rührgerät, archaische Typen mit dem Kochlöffel), bis er Blasen wirft. Er darf nicht zu dünn sein, muss Struktur haben, sonst wird das nix. Dann setze ich Salzwasser auf. Wenn das leicht kocht, kann’s losgehen. Ich nehme ein Schneidbrett mit Griff hinten, streiche etwas Teig auf das Brett und schiebe mit dem leicht schrägen Messer und schabenden Bewegungen Teigröllchen in den Salzwassertopf. Immer wieder mal das Messer ins Salzwasser tauchen und den Teig bestreichen, dann rutschen die Spätzle besser vom Brett. Wie das geht, lernt man schnell. Und wenn man’s kann, macht das ziemlichen Eindruck bei Frauen! Meine Spätzle sind fertig, wenn sie auf dem Wasser schwimmen, und werden abgeseiht.

Echte Käsespätzle sind vegetarisch

Jetzt kann ich schon in einer kleinen Pfanne meine Röstzwiebeln, die später drüberkommen, zubereiten: Zwiebel in Streifen schneiden, in Mehl wenden und in Rapsöl anbraten – fertig. Aufheben für später. Damit aber aus meinen Spätzle jetzt echte Käsespätzle werden, brate ich in einer großen Pfanne zuerst Zwiebeln mit Butter an. Ein wenig Salz und Muskat dazu. Ich lösche das Ganze nun mit Brühe ab, das bringt ordentlich Geschmack in die Sache. Größenteils verdampfen lassen – und dann nichts wie rein mit meinen Spätzle! Gleich den geriebenen Hartkäse drüber, denn dieses Essen schmeckt am besten frisch aus der Pfanne. Ich schmecke alles noch mit grob zerstoßenem Pfeffer und nach Bedarf mit Salz ab und serviere die Käsespätzle dann – natürlich mit den Röstzwiebeln oben drauf. Eins noch: Es gibt tatsächlich Leute, die machen gebratenen Speck rein. Bitte nicht! Erstens ist das Gericht ohnehin schmackhaft genug. Zweitens: Auch wenn’s wirklich ein gehaltvolles, würziges Essen ist: Echte Käse­spätzle sind vegetarisch.

Käsespätzle: Rezept und Zubereitung

Das Rezept:

  • 400 g Mehl
  • 4 Eier
  • 250 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Butter
  • 150 ml Brühe
  • 200 g Bergkäse
  • 1 Zwiebel (gewürfelt)
  • 250 g Zwiebelringe
  • 3 EL Mehl
  • 200 ml Rapsöl
  • Pfeffer, Muskat

Gericht für: 4 Personen Dauer: 30 Minuten 

Die Zubereitung: Röstzwiebeln: Zwiebelringe in Mehl wenden und in Rapsöl goldbraun frittieren, auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Salzen und pfeffern. Spätzle: Mehl, Eier, Wasser und Salz in einer Schüssel zu einem geschmeidigen Teig schlagen: ca. 4–6 Minuten, bis er Blasen wirft. In einem großen flachen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Brett und Schaber (Messer) anfeuchten. Etwas Teig aufs Brett geben, dünn verstreichen und Teigstreifen ins Wasser schaben. Kurz aufwallen lassen, bis Spätzle oben schwimmen. Abseihen. Gewürfelte Zwiebel in Butter anrösten und Spätzle hinzugeben. Mit Brühe angießen, geriebenen Käse hinzugeben und bei großer Hitze schwenken.
Der Stromberg-Kniff: Sind Kinder am Tisch, eignet sich Emmentaler, würziger wird’s mit Gruyère.

Autor: Klaus Mergel
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