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Nachgeforscht

Was wurde eigentlich aus der Technik-Marke Braun?

Handmade in Germany: Braun

Sie waren die Helden unserer Kindheit. Was wurde aus den deutschen Technikmarken? Wir haben nachgeforscht. Heute an der Reihe: Braun

Für 9000 D-Mark gab es 1985 einen Kleinwagen – oder die legendäre Stereoanlage Braun Atelier. Denn Braun war immer etwas Besonderes. Kein Wunder, dass auch manch kultiges Apple-Produkt auf dem Design der Deutschen basiert.  

Das traditionsreiche Unternehmen wurde 1921 von Ingenieur Max Braun gegründet. Zunächst bot er Funkbauteile an, ab 1933 dann Radiogeräte mit unbescheidenen Namen wie zum Beispiel Edelsuper. Zu Design-Ikonen wurden die Produkte nach dem Tod des Gründers 1951, als seine beiden Söhne den Fokus auf „schlichte und funktionelle Formgebung“ legten.

Dieter Rams war "Mr Braun"

Prägend dabei sind die Arbeiten des Innenarchitekten Dieter Rams. Seine am Bauhaus orientierten Formen brachten ihm den Beinamen „Mr Braun“ ein – aber auch viel Kritik. Max Grundig etwa warf den Braun-Brüdern vor, das Erbe ihres Vaters zu verspielen. Doch schon wenige Jahre später kopierte fast die gesamte Branche den neuen, klaren Stil. Und die Kompaktanlage Phonosuper SK4 von 1956 ist heute eine Ikone – als „Schneewittchensarg“ weltberühmt.

Apple-Designchef Jony Ive nennt Rams sein wichtigstes Vorbild. Tatsächlich hatten die ersten iPods viel Ähnlichkeit mit Brauns Taschenradio T3 von 1958. Apple nimmt immer wieder Anleihen bei Braun-Geräten aus den 70ern und 80ern. Die Rechner-App des ersten iPhone etwa sah fast exakt so aus wie der Braun-Taschenrechner ET66 von 1987.

Wirtschaftlich erfolgreich waren die Edelgeräte allerdings nie. Geld verdiente Braun mit Elektrorasierern, Diaprojektoren, Blitz- und Küchengeräten. Schon 1967 übernahm die amerikanische Gillette Company die Braun AG. Die Blütezeit von Braun-Unterhaltungselektronik fand also bereits unter US-Regie statt.

Melancholische Erinnerung ans vergangene Jahrhundert

Doch die Edelmarke litt immer unter der asiatischen Konkurrenz, die auch beim Design schnell aufholte. Nach turbulenten Jahren, in denen die Besitzer mehrfach wechselten, wurde der „Artikelbereich Elektronik“ 1990 eingestellt.

Als Procter & Gamble im Jahr 2005 die Gillette Company übernahm, kaufte es dabei auch die Reste von Braun. Bis heute bieten die Amerikaner unter diesem Markennamen Elektrorasierer, Föns und andere Pflege- und Haushaltsgeräte an. Eine Wiedergeburt erlebten die im Braun-Design gehaltenen Wecker und Uhren, die seit Ende 2011 unter Lizenz von der Londoner Firma Zeon angeboten werden.

Die legendären Hi-Fi-, Film- und Fotogeräte von Braun bleiben dagegen eine melancholische Erinnerung an vor allem die 70er und 80er des vergangenen Jahrhunderts.

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