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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Mein Schlitten & Ich

Peter Held und sein Pontiac LeMans

Herrscher der Highways

Urgesteine unter sich. Peter Held, Karosseriebauer aus dem tiefen Bayern, hat sich für den Herrscher des amerikanischen Highways entschieden. Sein Pontiac LeMans macht nicht nur Höllenlärm, er machte unseren Leser auch zum Freizeit-Autohändler

Nun, womit soll ich beginnen, wenn es um meinen 1966er-LeMans geht? Vielleicht mit der Gänsehaut, die mir den Rücken runterläuft, wenn ich den 6,7-Liter-Motor starte. Oder mit dem infernalischen Sound, den nur ein amerikanischer V8-Motor herausbollern kann? Oder mit dem überdimensionierten Coke-Bottle-Design, das bullig und doch zugleich auch schnittig ist?

Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich den roten Ami im Internet entdeckte. Ich war noch keinen Kilometer auf meiner Probefahrt unterwegs, da musste ich zuschlagen. Bevor man eine Penisverlängerung in Erwägung zieht, sollte man mit diesem Gerät vorfahren. Du wirst dich niemals größer fühlen.

Wäre da bloß nicht der immer teurer werdende Sprit. Mindestens einmal die Woche werde ich an der Tankstelle gefragt: „Wos sauft ’n der?“ Worauf ich zur Antwort gebe: „Super, und des ned wenig.“ Um genau zu sein, sind es zwischen 18 und 35 Liter - je nach Fahrweise, ob Cruisen oder Soundvorführung in der Innenstadt.

Ich bemühe mich, mit 18 Litern auszukommen, denn ich habe zur Arbeit 150 Kilometer einfache Strecke. Zur Freundin sind’s dann noch mal 45 km in die andere Richtung. Die hört mich dank des Flowmaster-Kamins schon fünf Minuten vor meiner Ankunft. So hat sie genug Zeit, ihren zweiten Lover rechtzeitig rauszuschmeißen.

Aber was gibt’s Schöneres, als mit einem der besten Coupés der Muscle-Car-Ära durch die Gegend zu cruisen? Der LeMans hat eine fast identische Karosserie wie der legendäre GTO, sie unterscheiden sich optisch nur in den Schriftzügen, den Zusatzscheinwerfern, dem Grill, dem Abschlussblech und der Hutze in der Haube. Technisch ist der größte Unterschied der Motor.

Die GTOs waren mit 389 und später mit 421 Cubic Inch (cui) Hubraum ausgestattet. Die LeMans hatten „nur“ 326 cui. Das Besondere bei den Pontiac-Motoren war, dass es hinsichtlich des Hubraums keine sogenannten Small Blocks oder Big Blocks gab. Der Rumpfmotor war immer der gleiche. Der Vorbesitzer hat den LeMans jedoch auf 400 cui aufgebohrt, was ihm zu recht ordentlicher Leistung verhalf. Zusammen mit dem Edelbrock-Vergaser und der Edelbrock-Ansaugspinne kommt er auf respektable 370 PS. Bei diesem Wagen stimmt also das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei den Felgen handelt es sich um 16 Zoll große „American Torq Trust“ von Cragar, die traumhaft zu fast allen Muscle-Cars passen. Das Design ist eher klassisch und nicht übertrieben.

Den amerikanischen Muskel-Autos bleibe ich treu. Ich habe sogar schon nebenbei einen kleinen Autohandel gestartet. Zu viele meiner Freunde wollten plötzlich auch so ein Ding haben.

Das Einzige, was mich stört, ist die lahme Heizung. Auf dem Weg in den Skiurlaub gab’s da schon Ärger mit meiner Süßen. Solche Amis sind eben nicht für europäische Klimakrisenregionen gemacht. Auch Schneeketten mag mein Drehmoment-Monster irgendwie nicht. Wenn es rauf nach Stubai geht, habe ich immer zwei Ersatzkettensätze im Kofferraum.

Text: Peter Held

Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Die schönsten Fahrzeuge und die besten Liebeserklärungen erscheinen immer an dieser Stelle.

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