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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Blind vor Liebe: Gibt's das wirklich?

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Ganz klar – die neue Freundin. Frisch Verliebte neigen dazu, mit der sprichwörtlichen rosaroten Brille umherzulaufen und im neuen Partner die Crème de la Crème zu sehen. Wie kommt es zu dieser Wahrnehmungsverzerrung? Über den Anflug und den freien Fall von Wolke Nummer Sieben

Die neue Freundin ist nicht nur wahnsinnig schön, sie ist auch unglaublich interessant, faszinierend und aufregend. Aber ist das alles wirklich so? Warum spüren wir davon dann manchmal schon nach wenigen Monaten nicht mehr viel? Waren wir etwa in den ersten Wochen blind vor Liebe?

Schönes führt zu schönen Gefühlen

Frisch verliebt zu sein gehört wohl zu den schönsten Gefühlen überhaupt. Viele beschreiben die Gefühlswelt wie einen Rausch, der besser ist als jedes Opium. Sozialpsychologe Manfred Hassebrauck erklärt in seinem Buch „Alles über die Liebe“, dass genau dieses positive Gefühl auch dafür sorgt, das wir unsere neue Partnerin für perfekt erklären.

Alles hängt mit so genannten Emotionsknoten zusammen, die in unserem Gehirn ein dichtes Netz spinnen. Wird ein positiver Emotionsknoten aktiviert, so breitet sich von da an Energie in anderen positiven Gedächtnisinhalten aus. Die positive Energie wird sozusagen immer weitergegeben und aktiviert dabei auch schöne Erinnerungen. Eigenschaften, die uns ein gutes Gefühl vermitteln – wie Attraktivität oder Humor – werden so auf unseren Partner projiziert. Gutes verbindet sich also mit Gutem.

Verliebt sein heißt: Alles, wirklich alles, ist gut

Bei dieser Kette aus positiven Gefühlen werden negative Dinge einfach umgekrempelt: Kommt die Freundin zum Date zu spät, finden wir das normalerweise ziemlich ärgerlich. Da es sich aber um die perfekte neue Frau handelt, mit der wir so viele tolle neue Erlebnisse verbinden, verknüpfen wir selbst das Zuspätkommen mit positiven Eigenschaften und denken: Sie ist halt unkonventionell und macht sich nicht so einen Stress – das ist wirklich liebenswert. Die rosarote Brille und das grinsendes Honigkuchenpferd reichen sich die Hand.

Blind und unkonzentriert vor Liebe

Manfred Hassebrauck beschreibt außerdem, dass Verliebtsein nicht nur beeinflusst wie wir denken, sondern auch, was wir denken: Die ganze Welt erscheint uns auf einmal sicher und wir fühlen uns unbesiegbar. Der richtige Moment, um auch mal ein Risiko einzugehen. Diese Risikobereitschaft zeigt sich dann auch im Alltag, zum Beispiel finden frisch Verliebte schneller neue Lösungsansätze und sind kreativer. Arbeit, die hohe Konzentration erfordert, klappt dann übrigens eher schlecht. Viel zu oft sind wir mit unseren Gedanken woanders.

Warum die ganze blinde Nummer?

Es dauert meist keine sechs Monate, da löst sich die Blindheit langsam auf und wir haben wieder eine klare Sicht auf die Dinge. Probleme mit dem Partner können jetzt nicht mehr so einfach mit positiven Gedanken verknüpft werden und uns wird klar: So rosarot ist die Welt gar nicht. Was macht diese blinde Verliebtheit dann eigentlich für einen Sinn?

Laut Hassebrauch ermöglicht sie eine stabile Beziehung samt Fortpflanzen aufbauen zu können. Würden wir von Anfang an unseren Partner realistisch betrachten, samt Problemzonen und Fehlverhalten, es würde wohl zu viel weniger Partnerschaften und weniger Nachkommen führen. Schlecht für die Menschheit.

Permanent frisch verliebt? Wäre auf Dauer ungesund!

Andauernd verliebt zu sein, diesen Zustand gibt es nicht – zum Glück! Denn beim Verliebtsein werden große Mengen von Hormonen wie Dopamin und Adrenalin ausgeschüttet: Wir können kaum noch etwas essen, unser Herz rast, wir wollen immer nur Sex und merken nicht, dass wir eigentlich schon todmüde sind. Dieser Dauerrausch bedeutet also auch Dauerstress für unseren Körper. Kurzfristig mag es daher wunderbar scheinen, blind vor Liebe zu sein. Auf lange Sicht würde es uns aber ganz sicher krank machen.

Autor: Marlene Burba
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