Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Schlank = guter Sex?

Bei einer Diät nimmt auch die Lust ab

Gut aussehen heißt nicht gleich guten Sex haben! Bei einer Diät nimmt auch die Lust ab

Wer erfolgreich eine Diät macht, sieht gut aus. Wer noch dazu ein bisschen trainiert, noch besser. Wer sich in der Werbung umschaut, kann daraus nur eins schließen: Schlank sein heißt sexy sein. Doch sexy sein oder aussehen heißt noch lange nicht guten Sex haben. Denn wer abimmt, dessen Lust nimmt eher auch ab.

Die Vorstellung ist verführerisch: Drei, fünf oder zehn Kilo abnehmen und dann als schlanker, gestählter Beau in den Wonnen der sexuellen Ekstase schwelgen. Dieser Kausalzusammenhang wird zwar in unserer Gesellschaft oft hergestellt, ist aber leider genau falsch, sagt Professor Achim Peters.

Der Hirnforscher ist Leiter der Klinischen Forschungsgruppe „Selfish Brain“ an der Universität Lübeck und Autor des Buches "Das egoistische Gehirn: Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft" (Ullstein, 19,99 Euro).

Entspannung sorgt für Höhepunkte

Wer kennt das nicht: Ein ganz relaxter Tag in der Sauna, zeitlose Aufenthalte im Ruheraum, ein paar Massagen von den Unterwasserdüsen, dann vielleicht doch noch ein Gang im Dampfbad. Wer von solch einer Session nach Hause oder ins Hotelzimmer zurückkehrt, der verspürt oft schon bald ein angenehmes Prickeln und der Höhepunkt, der einem in diesem relaxten Zustand beschert wird, ist meist besonders intensiv.

Kommt man dagegen am Abend nach einem langen Tag noch ins Hotel, im Kopf noch die Termine des Tages, dann mag es auch die heiß begehrte Geliebte sein – das Kommen gestaltet sich eher schlicht.

Diät bedeutet Stress

Auch wenn die Blicke in den Spiegel und auf die Waage einem einem kurzfristige Glücksgefühle bescheren mögen, dieser Eindruck täuscht. Während einer Diät befindet sich der Körper in extremem Stress. Am meisten „genervt“ ist dabei das Gehirn. Denn dieses ist, so haben Peters‘ Forschungen ergeben, extrem egoistisch.

Das heißt, es sichert sich als erstes die Energie, die dem Körper zugeführt wird, mit Hilfe des sogenannten „Brain-Pull“ (die Kraft, mit der das Gehirn sich die verfügbare Energie aus dem Körper zieht). Und das sind rund 80 Prozent.

Eine Fähigkeit übrigens, die uns das Besiegen des viel stärkeren Neandertalers möglich gemacht haben soll. Der hatte zwar mehr Kraft, der Homo sapiens aber eben ein allzeit gut versorgtes Gehirn – selbst in Notzeiten. Das heißt: Notfalls musste der Körper darben, als erstes wurde immer das Gehirn versorgt.

Die Rache des hungrigen Hirns

Man kann es sich vorstellen wie in althergebrachten Familien: Der Vater bekam immer das größte Stück Fleisch. Nun stelle man sich vor, es würde verkleinert oder ihm ganz vorenthalten, er würde sicher einen Tobsuchtsanfall kriegen und die Stimmung am gesamten Essenstisch ruinieren.

Ähnlich reagiert auch das auf Diät gesetzte Gehirn: miese Stimmung, Gereiztheit, im schlimmsten Falle bis zur Depression sind die Folgen von Nahrungsverzicht. Ganz klar, dass sich eine solche Stimmung nur negativ auf die Lustgefühle auswirken kann. S

ie kennen es vielleicht auch: Der Magen knurrt und die Stimmung sinkt in den Keller. Ist ja auch eigentlich logisch: Essen ist Sinnlichkeit ist Sex. Nun auch experimentell von der Wissenschaft bewiesen.

Sex mit dickem Bauch?

Wenn Ihnen danach ist: ja. Denn das ist die Antwort von Professor Achim Peters auf die Frage nach dem Umgang mit Diäten: Kümmern Sie sich stattdessen um Ihre Gefühle und wahren Bedürfnisse. Dann nehmen Sie automatisch ab.

Die Amerikanerin Laurel Mellis hat dies übrigens auch schon mit einer Studie bewiesen. Erwachsene Teilnehmer ihres „Self Nurturing“-Programms (Selbstfürsorge), die sich zwei Jahre lang nur um ihre wirklichen und wahren Bedürfnisse kümmerten anstatt nur zu funktionieren, nahmen im Durchschnitt 7,9 Kilo ab. Ohne jede Diät!

Will ich das wirklich?

In sich hineinhorchen und die wahren Bedürfnisse ermitteln, das ist die Kunst, die es zu erlernen gilt, so Peters. Auch die kleinen alltäglichen Entscheidungen sollte man überprüfen: Will ich heute wirklich mit den Kollegen ausgehen oder lieber schlafen? Will ich schon wieder ins Fitness Center und lieber ins Kino? Brauche ich heute Ruhe oder Action?

Unzählige kleine Kreuzungen gibt es in jedem Leben jeden Tag, an denen eine Entscheidung gefragt ist. Diese sollte man immer „aus dem Bauch heraus“ fällen, also nach den eigenen Bedürfnissen. Wer auf diese Weise eine Balance in sich herstellt, braucht sich bezüglich der Nahrungsmengen keine Dogmen aufzuerlegen.

„Train the brain“ heißt das auch. Wer nur tut, was er wirklich braucht, wird auch nur essen, wenn er es wirklich braucht. Schlafen, wenn er müde ist. Und schöne Höhepunkt erleben, wenn ihm danach ist. Das zufriedene Gehirn wird dafür sorgen.

Video: Tipps für mehr und besseren Sex

Autor: Anne Hanssen
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.