Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Stiefvater sein

So klappt's mit dem Nachwuchs Ihrer neuen Partnerin

"Du bist nicht mein Papa!"

Eine neue Liebe ist auch immer ein neues Leben. Und vollkommen auf den Kopf gestellt wird dieses, wenn die Partnerin ein Kind hat. Konflikte sind da oftmals vorprogrammiert. Wie gehe ich mit den neuen Kindern um? Bin ich jetzt der Stiefvater? Zwei von vielen Fragen, die in dieser Situation aufkommen

„Du bist nicht mein Vater, du hast mir gar nichts zu sagen.“ Vor solchen oder ähnlichen Aussagen graust es wohl jedem, der eine Frau mit Kindern kennenlernt. Ist man nun Zweitpapa und darf man sich in die Erziehung einmischen? Glauben die Kinder, dass man ihnen die Mama wegnehmen möchte? Die Situation ist in jedem Fall schwierig, nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen. Mit ein paar wertvollen Tipps kann aber aus dieser Beziehung eine glückliche Patchwork-Familie wachsen.

Aller Anfang ist schwer

Ihre neue Freundin möchte, dass Sie Ihre Kinder kennenlernen. Schlagen Sie dafür einen neutralen Ort vor, an dem sich die Kinder nicht bedrängt fühlen. Perfekt ist zum Beispiel ein Besuch im Tierpark oder Bowlingcenter. Das Treffen ist dann auf einen bestimmen Zeitraum beschränkt. Denn ein kurzes Kennenlernen sollte zunächst genügen, um die Kinder nicht zu überfordern. Der erste Schritt ist getan.

Wie es nun weitergehen sollte, erklärt der Psychologe Wolfgang Jaede in seinem Ratgeber „Was Scheidungskindern Schutz gibt“: „Der Stiefvater sollte nicht den Anspruch haben, an die Stelle des leiblichen Vaters zu treten. Die meisten Kinder legen auf diesen Unterschied sehr großen Wert, selbst dann, wenn sich der leibliche Vater wenig um sie gekümmert hat.“ Eine Abgrenzung zum Vater ist zum Beispiel, dass die Kinder Sie bei Ihrem Vornamen und nicht „Papa“ nennen. Viele Kinder kämpfen mit Ängsten und Eifersucht, wenn die Mama einen neuen Freund hat. Eine der größten Sorgen ist, nun weniger Aufmerksamkeit zu bekommen. Daher reagieren viele Kinder zunächst mit Abneigung gegenüber dem neuen Partner. In diesem Fall ist es wichtig, dem Kind klar zu machen, dass Sie niemanden ersetzen und ihnen niemanden wegnehmen möchten.

Klare Verhältnisse schaffen

Wenn Lebens- und Alltagssituationen stabil bleiben, können sich Kinder auf den neuen Partner ihrer Mutter viel schneller einlassen: „Kinder lieben klare Verhältnisse und eine Berechenbarkeit der Lebenssituation. Sie suchen eine Kernfamilie, die ihnen Schutz und Sicherheit bietet.“ Dass diese Familie geschaffen wird, liegt auch in Ihrer Hand. Die Verhältnisse zwischen Ihnen und Ihrer neuen Partnerin sollten daher geklärt sein, bevor Sie auf ihre Kinder eingehen.

Auch die erzieherische Zuständigkeit sollte von Anfang klar sein. Der leibliche Vater sollte in Ihrer Beziehung nicht tabuisiert und totgeschwiegen werden. Reden Sie vor den Kindern ganz offen über ihn, ansonsten ist das Kind gezwungen, den eigenen Vater mitzuverleugnen, was wiederum zu Komplikationen führen kann. Auch die Besuchskontakte zum leiblichen Vater sollten stabil bleiben. Damit werden die Kinder von ihrer Angst entlastet, ihren Papa durch den neuen Partner ihrer Mutter zu verlieren.

Wenn Konflikte entstehen

Der Prozess der Anerkennung kann sich sehr lange hinziehen. Haben Sie also Geduld und seien Sie nicht enttäuscht, wenn das Kind Ihrer Freundin Ihnen anfangs mit Ablehnung entgegentritt. Seien Sie sehr sensibel, auch wenn das Kind anfängt, Sie zu beleidigen. Denken Sie immer daran: Die Provokationen sind meist nur Ausdruck seiner Angst vor der neuen Lebenssituation. Statt in den Gegenkampf zu treten, sollten Sie dem Kind lieber klar machen, dass sein Verhalten verletzend ist. Machen Sie nicht krampfhaft einen auf Kumpel und geben Sie dem Kind genügend Zeit, um auf Sie zuzukommen.

Ist das der Fall, so reden Sie ganz ehrlich und offen mit ihm, auch über die Probleme. Sie können dabei auch aus Ihrem Leben erzählen, vielleicht, dass Sie schon einmal in einer ähnlichen Situation waren. Und was ist nun die passende Antwort auf die Aussage „Du bist nicht mein Vater“? Antworten Sie am besten ganz gelassen: „Das stimmt. Ich bin nicht dein Papa und ich will ihn dir nicht wegnehmen. Ich bin hier, weil ich deine Mutter und dich gerne hab.“

Autor: Marlene Burba
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.