Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Husmann und die Unverarschbarkeit der Frau

Unser Autor stellt fest: es ist noch ein langer Weg bis zur Gleichberechtigung

Männer-Domäne Doofsein

Unser Kolumnist beklagt die immerwährende Unverarschbarkeit der Frau. Bis zur lustigen Deppin ist es noch ein weiter Weg der Gleichberechtigung

 

Mal angenommen, Westernhagen brächte einen Song raus, der diesen Refrain hat: „Mit Mitte 20 sind die Mädels noch süß/sind nicht so ranzig, nicht so feist und fies/Mit Mitte 20 sind die Mädels nie reich/doch sie bemüh’n sich, ihre Haut ist weich.“ Er wäre binnen Stunden Kandidat für den Rainer-Brüderle-Award und stünde mitten in einem Shit-Tornado. Der Refrain stammt in Wirklichkeit aus einem Song von Ina Müller, die jetzt Ende 40 ist. Ich hab nur die „Jungs“ aus dem Originaltext gegen „Mädels“ getauscht. Mit Jungs geht das, da klatschen alle und finden Ina prima. Ich auch. Warum soll eine ältere Frau nicht jüngere Kerle klarmachen? Aber mit vertauschten Rollen wäre der Songtext schlicht nicht machbar.

 

Homer Simpson ist faul, fett, gefräßig, doof und rastet ab und an aus. Das ist lustig, weil er gelb ist, gezeichnet und ein Mann. Männer sind so. Wäre er nicht gelb, sondern schwarz, täte man sich mit dem Lachen schon schwerer. Wäre stattdessen Marge Simpson so charakterisiert, wäre die Serie wohl nicht über die erste Staffel hinausgekommen. Frauen sind in Komödien die Vernünftigen, die Zurechnungsfähigen, die, die Recht haben. Männer sind die Trottel und werden bei uns deswegen immer von Til Schweiger und Matthias Schweighöfer dargestellt. Dick und Doof sind zwingend Männer. Dünn und doof sind bestenfalls Models, aber die sind ja auch nicht lustig.

 

Homer Simpson ist faul, fett und doof. Das ist lustig, weil er gelb ist, gezeichnet und ein Mann 


Der junge Prinz, der vom Stiefvater verstoßen wird und im Wald auf sieben kleinwüchsige Frauen trifft, die ihn mit zu sich nach Hause nehmen, ist kein Märchen, sondern ein sehr bizarrer Porno auf dem Index. Am Grad der Verarschbarkeit erkennt man, wie weit eine gesellschaftliche Bewegung schon ist. Oder, um es in einer von mir selbst geschaffenen, extrem wissenschaftlichen Formel auszudrücken: E = VA, wobei E für Emanzipation steht, V für Verarschbarkeit und A für allgemeine Akzeptanz. Praktisch hieße das, dass zum Beispiel der Blockbuster „Keinohrhasen“ auch so funktionieren müsste: Nora Tschirner vögelt sich munter durch die Lande, stolpert besoffen in ein Rosa-Luxemburg-Denkmal und wird von einem Gericht zu 200 Sozialstunden in einem Computer-Startup verdonnert, um dort die Frauenquote zu erfüllen. Da trifft sie einen blassen Nerd mit Brille (Til Schweiger), den sie anfangs doof findet, der ihr aber langsam klarmacht, dass auch Männer Gefühle haben, die über „Hunger“, „müde“, „geil“ hinausgehen. Sie merkt, dass One-Night-Stands auf lange Sicht keine Beziehung ersetzen und wird am Ende Gleichstellungsbeauftragte bei den Hells Angels. Dort sorgt sie dafür, dass keiner mehr Lederjacken trägt, auf denen steht „if you can read this the bitch fell off“. Der Nerd lässt sich die Augen lasern, Viagra implantieren und Fett absaugen, unter dem ein brauchbares Sixpack liegt. Plötzlich sieht er ganz gut aus. Nora und der Nerd ziehen in ein Berliner Loft und leben da glücklich und zufrieden bis an ihr Ende, bzw. bis zum zweiten Teil des Films. Glauben Sie, dass der Film erfolgreich würde? Ich habe Zweifel.

 

Als Ramona mich neulich fragte, was ich mit meinen Kumpels an unserem Jungs-Wochenende gemacht habe, hab ich einfach den Inhalt einer Folge „Sex and the City“ nacherzählt, nur eben mit vertauschten Rollen. Möhre war Carrie, ich war Charlotte, und Frau Köhlmeier aus der Personalabteilung war Mr Big. Es gab reichlich Theater. Ich war kurz vor Stubenarrest. Auch die Auflösung der Geschichte sorgte nicht für Heiterkeit, sondern einfach für noch mehr Ärger. Wenn Sie mich fragen, ist es noch ein weiter Weg, bis eine gleichberechtigte Verarschbarkeit erreicht ist . . .

Autor: Ralf Husmann
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.