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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

BMW M4 GTS

Zu schade für die Ampel – und fast zu böse für die Autobahn

Das neue Biest aus Bayern

Revanche aus München: Mit dem BMW M4 GTS sagen die Bayern Mercedes den Kampf an. Das Duell der Super-Coupés geht in eine neue Runde. Der Verlierer steht schon fest: unser Reporter, dem die Testfahrt in Spanien mit dem GTS beinahe über den Kopf wuchs

Fehler machen uns klüger.  Meiner bestand darin, den M4 GTS zu unterschätzen. Denn seinen kleinen M4-Bruder kannte ich bereits und stellte mich auf einen Spaß-Ritt über die Rennstrecke ein. Große Brüder sind aber leider gnadenlos, wenn es um die Familienehre geht. Noch auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya bitte ich um Verzeihung. In Zukunft halte ich meine dumme Klappe.
Mit anderen Worten: Der bayerische Supersportler ist eine Kampfansage. Nachdem Mercedes mit dem AMG C 63 S Coupé einen Stealth-Bomber voller GT-Features auf die Straße gejagt hatte, waren BMW-Fans enttäuscht. Der schwäbische M4-Konkurrent brachte 70 PS mehr Leistung und wartete mit kompromisslosen Innovationen aus dem Motorsport auf. In diesem Segment lag der Stern in Führung. Bis jetzt. Denn der hochgezüchtete M4 GTS ist ein ebenbürtiger Gegner im Duell der Rennboliden mit Straßenzulassung.
Beim Einsteigen belächele ich den orangenen Überrollbügel und den Feuerlöscher, die die Rückbank ersetzen. Zu viel des Guten, oder? Dann lasse ich den Motor an. Nach einer Runde angele ich panisch nach dem Funkgerät, um den Ingenieuren meinen Dank für die Sicherheitsmaßnahmen vorzustottern. Nur 700 Stück wurden von dieser Höllenmaschine gebaut. Mit einem hektischen Verlenker, auf den der GTS ganz unmittelbar reagiert, mache ich die Serie fast um ein Exemplar ärmer. Und exklusiver.

Über Geschmack lässt sich ja streiten. Außer bei der Aufmachung des GTS. Wer hier etwas zu beanstanden hat, trinkt kleine Radler. Der M4 GTS trägt seine Muskeln zur Schau, in jedem Detail. Understatement ist nicht seine Stärke. Wer mit Rennfahrer und Testpilot Jörg Weidinger in knapp siebeneinhalb Minuten die Nordschleife schleift, kann sich das leisten. Durch die Frozen-Dark-Grey-Lackierung werden seine aggressiven Formen und die Schmiedefelgen in Acid Orange bestens zur Geltung gebracht. Carbon, so weit das Auge reicht: Motorhaube, Dach, Heck-diffusor und das Tragrohr für die Instrumententafel. Frontsplitter und Heckspoiler, ebenfalls aus Carbon, sind manuell einstellbar. Der Kofferraumdeckel ist aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Eine kompromisslose Diät für den M4, die dem GTS ein fast utopisches Leistungsgewicht beschert.

So rückt er nicht nur äußerlich an sein Vorbild heran, das M4 MotoGP Safety Car. Auch unter der breiten Haube pushen den GTS Anleihen aus dem Rennsport zur Höchstleistung. Zum ersten Mal kommt in einem Serienmotor ein Wassereinspritzsystem zum Einsatz. Funktionsweise: diffizil. Je nach Temperatur, Last und Drehzahl wird Nebel in den Sammler des Saugmoduls gespritzt und kühlt die Ansaugluft herunter – zu kompliziert für mich. Doch wer nicht verstehen will, muss fühlen: Die radikale Beschleunigung presst mich in die Schalensitze und schießt mich schneller aus den Kurven, als es das deutsche Verkehrsnetz je zulassen würde. Zum Glück rettet mich die Elektronik: Beim Übersteuern macht der GTS die Kupplung auf und fängt mich wieder ein. Dieser Bulle gehört nicht an die Ampeln der Innenstädte, sondern in Arenen wie den Circuit de Catalunya.
Angeblich sind bereits alle 700 Exemplare des BMW M4 GTS verkauft worden. Bleibt nur noch die Hoffnung, dass es erfahrene Rennpiloten und keine gut betuchten Neulinge sind. Ich gehe jedenfalls schon mal in Deckung.

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Autor: Sebastian R. Tromm
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