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Im Rudel der Straßenkönige

So war der Lion´s Run 2018

Lion´s Run 2018: Im Rudel der Straßenkönige

Wenn 36 autoverrückte Millionäre in Luxus-Sportwagen 2000 Kilometer durch Europa cruisen, ist Lion's-Run – eine Asphalt-Party der Superlative. Ein Playboy-Leser und eine Playmate fuhren mit.

Teruel in Spanien, eine kleine Stadt, anderthalb Autostunden südlich von Saragossa. Das Wetter ist mild, doch am Boden herrscht Donnergrollen. 36 Supercars fahren auf dem Rollfeld eines menschenleeren Flughafens vor. Dann wird es still. Ein Showdown der Superlative steht an: Lamborghini Aventador Pirelli Roadster gegen Lamborghini Huracán Performante. Die Fahrer der zwei PS-Monster aktivieren die Launch-Control, dann drücken sie gleichzeitig aufs Gas. Die Reifen quietschen, die Motoren heulen auf – und nach wenigen Sekunden ist schon wieder alles vorbei. Der Aventador gewinnt um Haaresbreite.

Playboy-Leser im Aventador

Ein illegales Drag-Race? Weit gefehlt! Das Rennen auf dem Flughafen ist eine der vielen Action-Pausen beim Lion’s Run, einer Supercar-Tour, die es seit 2013 gibt und die dieses Mal quer durch Europa führt. Mittendrin statt nur dabei: Niko Karaveli, einer unserer Leser und der Fahrer des Aventador, der über Playboy eine kostenlose Teilnahme in Begleitung von Playmate Estella Keller gewonnen hat.

Playboy-Leser Niko Karaveli mit Playmate Estella Keller und Playboy-Autorin Maren Schwarz.

Die Idee hinterm Lion’s Run: Bis zu 40 Autoliebhaber fahren in ihren Supersportwagen gemeinsam über mehrere Etappen, in diesem Fall von Paris über Vichy, Toulouse, Bilbao und Saragossa bis nach Ibiza. Gourmet-Dinner, Partys und Veranstaltungen wie das erwähnte Drag-Race inklusive. Als Vorlage und Inspiration dazu dienten legendäre Straßenrennen wie der Cannonball Run aus den 70er-Jahren, als ein paar verrückte Amerikaner versuchten, so schnell wie möglich von der Ost- zur Westküste der USA zu gelangen.

Nur Gewinner

Beim Lion’s Run geht es hingegen nicht um das Aufstellen von Rekorden, es gibt keine Startnummern, keine Wertungen, keine Sieger. Die meiste Zeit fahren die Autos im Korso. Es geht um die Teilnahme und den damit verbundenen Lifestyle. Jeder ist ein Gewinner.

Und das sieht man: Vom Ferrari FF eines Aktienhändlers aus Dubai über den Gemballa Mirage Porsche GT7 eines deutschen Prinzen bis hin zum Ferrari 488 Spyder eines tschechischen Eishockey-Profis ist alles dabei, was mehr als 550 PS hat und mindestens 200.000 Euro kostet. Sogar ein Bugatti Veyron Grand Sport mit über 1000 PS fährt mit. Kostenpunkt: 1,6 Millionen. Ganz klar, hier steuert nur, wer übers nötige Kleingeld verfügt. Die Spesen für die gesamte Woche liegen bei rund 10.000 Euro – exklusive Benzingeld. Und die weiteren Kosten sind nicht monetärer Art: Beherrschung und innere Ruhe braucht es natürlich, um die Pferdeherden unter der Motorhaube stets streng mit den gesetzlichen Tempolimits in Einklang zu bringen. Zumal die Polizei nur auf Fehler wartet und mancherorts eigens eine Helikopter-Eskorte zur Überwachung des Korsos entsendet. Aber dazu später mehr.

Viele Schaulustige

Auch unser Leser Niko Karaveli, 34, ist mit dem Thema Supersportwagen vertraut – in Hagen betreibt er ein Autohaus, das sich auf exklusive Luxusfahrzeuge spezialisiert hat. Zu seinem privaten Fuhrpark gehören sechs Lamborghinis, der siebte ist bereits bestellt: genügend Qualifikationen, um in den exklusiven Kreis der Lion’s-Runner aufgenommen zu werden. Als die Luxuskolonne am Donnerstagmorgen Paris verlässt, stehen Hunderte Menschen Spalier, um auf keinen Fall den spektakulären Anblick der Traumautos zu verpassen. An jeder Ampel fordern Zuschauer die Fahrer auf, das Gaspedal durchzutreten und den Motor aufheulen zu lassen.

Der Lamborghini Aventador Pirelli Roadster.

Auf der ersten Zwischenetappe in Vichy macht die Superflotte einen Boxenstopp an der Formel-1-Strecke von Magny-Cours. Playboy-Gewinner Niko nutzt die Chance und dreht seine Runden mit offenen Flügeltüren. Nicht ganz ungefährlich, aber auch nicht gegen das Reglement, das auf eigens reservierten Rundkursen natürlich lockerer ist als im öffentlichen Straßenverkehr. Und weil man sich dort die ganze Zeit beherrscht, darf man hier auch mal aufdrehen. Ein Wunder, dass die Bremsanlage eines Porsche 911 Tur-bo S nach einiger Zeit anfängt zu brennen? Nein. „Beim Bremsen von 250 auf 50 km/h können Keramikbremsen schon mal heiß werden. Wer dann zu ungeduldig ist, um sie abkühlen zu lassen, muss eben manchmal mit einem kleinen Feuer rechnen“, erklärt ein Teilnehmer lapidar. „Alles halb so wild.“

Die Polizei an den Fersen

Tags darauf geht es durch die Pyrenäen, und mit dem Passieren der französisch-spanischen Grenze kommt merklich ein weiterer Player ins Spiel: Die Polizeikontrollen nehmen zu. Unser Leser Niko Karaveli bricht an diesem Tag sämtliche Rekorde: Fünfmal wird er angehalten. Dabei ist er nicht mal zu schnell gefahren, aber das ist den Ordnungshütern egal. Einzelne Fahrer steuern jetzt den Flughafen von Barcelona an und kürzen via Luftlinie Richtung Ibiza ab. Auch unsere Playmate Estella Keller ergreift ihre Chance und lässt sich kurzerhand von einem gut aussehenden Millionär im Jet mitnehmen. Playmate müsste man sein.

Aber auch wer im Korso auf der Straße bleibt, bekommt am nächsten Morgen Unterstützung aus der Luft: Die Polizei kreist jetzt mit Helikoptern über den Supercars, und kurz vor einer Mautstation werden alle Fahrzeuge angehalten. Alkohol- und Drogenkontrolle. Als ob nicht allein das Fahren eines Supercars schon Rausch genug wäre! Ein Fahrer, bei dem ein – völlig legales – Medikament im Drogentest anschlägt, steht vor der Entscheidung: der spanischen Polizei das Rezept übersetzen lassen und die Fähre nach Ibiza verpassen oder einfach die Strafe bezahlen und ein kurzfristiges Fahrverbot kassieren? Der Mann zeigt sich großzügig und genussorientiert. Er zahlt die Strafe und sitzt wenig später auf der Fähre von Denia nach Ibiza, genießt das letzte große Show-Dinner der Reise – übrigens passenderweise in einem Restaurant namens „Lio“ – und tanzt sich im Kreise der Feier- und Fahrtüchtigen durch die After-Run-Party im legendären „Pacha“-Club.

Verschleißteile Ahoi!

Beim letzten gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen herrscht Katerstimmung. Nicht nur wegen dem Alkohol vom Vorabend, sondern auch, weil auf einmal alles vorbei sein soll. Die große Motorshow, die Blicke vom Straßenrand, die Asphalt-Party. Nur die wenigsten Teilnehmer fahren ihre Autos selbst zurück, die meisten lassen sie von Fahrern nach Hause beziehungsweise in die nächstgelege-
ne heimische Werkstatt bringen. Denn natürlich haben viele Verschleißteile auf der knapp 2000 Kilometer langen Tour gelitten. Was bei Supersportwagen bekanntlich keine günstige Angelegenheit ist. Spaß kostet halt.

Autor: Maren Schwarz, freie Journalistin
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