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Porsche goes Elektro

Chefdesigner Michael Mauer über den neuen Mission E

Porsche goes Elektro: Im Gespräch mit Chefdesigner Michael Mauer

Selbst Sportwagenhersteller wie Porsche setzen mittlerweile auf Elektroautos. Mit dem Mission E wollen die Zuffenhausener spätestens ab 2019 den Markt aufrollen - kurze Zeit später folgt mit dem Mission E Cross Turismo die SUV Variante. Playboy Redakteur Michael Brunnbauer traf Porsche Chefdesigner Michael Mauer auf dem Genfer Autosalon und sprach mit ihm darüber, wie sexy ein Elektroauto überhaupt sein kann, wie viel Porsche DNA in so einem Fahrzeug noch steckt und wie der Porsche der Zukunft generell aussehen wird.

Playboy: Mit dem Mission E Cross Turismo erscheint jetzt bereits die zweite seriennahe Konzeptstudie zum Thema Elektrowagen. Wie würden Sie das Konzept des neuen Fahrzeugs beschreiben?

Mauer: Das ist eine Kombination aus unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten: Der Mission E Cross Turismo basiert auf einem elektrischen Antrieb kombiniert mit der Flexibilität eines SUV. Man kann damit ins Büro fahren, es aber trotzdem auch in der Freizeit nutzen. Also ein Fahrzeug, für das Porsche immer schon gestanden hat: Alltagstauglichkeit.

Playboy: Mal ehrlich, kann ein Elektroauto überhaupt jemals so sexy sein wie ein Verbrenner?

Mauer: Was denken Sie macht einen 911er sexy? Das ist eine Kombination aus Design und Motor. Beim Thema Design habe ich beim Mission E sogar mehr Freiheiten, kann deutlich mehr gestalten. Beim Motor dagegen geht es nicht nur um die Leistung, sondern auch um den Sound. Rein von der Leistung her sind Elektromotoren ohnehin extrem stark, vor allem was die Beschleunigung angeht. Bleibt also nur der Sound. Zugegeben, diese Komponente fehlt natürlich. Aber ich liebe ehrlich gesagt auch den Sound von Elektroautos. Mich erinnert das immer an den Warpantrieb aus Star Trek. Das hat was. Und mit diesen hohen Geschwindigkeiten fast lautlos dahin zu gleiten, dass finde ich emotional auch sehr spannend.

Playboy: Wie viel Porsche DNA steckt also in den Mission E Fahrzeugen?

Mauer: Es gibt einige Grundmerkmale, die man in allen Porsche Fahrzeugen findet, auch im Mission E. Der Schnitt über die Haube und den Kotflügel zum Beispiel, das kommt vom 911er, der ja keinen Motor vorne hat. Ein Porsche hat vorne auch immer nur unten einen Lufteinlass und keinen traditionellen Kühlergrill, genauso wie die stark ausgeprägten Schultern über den Hinterrädern. Völlig untypisch sind dagegen die Scheinwerfer, das sind im Grunde keine Scheinwerfer mehr, sondern eine Leuchtquelle in einem Lufteinlass.

Playboy: Können Sie sich noch erinnern wie der Auftrag des Vorstands genau lautete?

Mauer: Unser Ziel war ganz klar definiert: Alles, wofür der 911 in der Welt der Verbrennungsmotoren steht, das soll der Mission E in der elektrischen Welt werden. Natürlich ein typischer Porsche, aber auch mit einem starken eigenen Charakter.

Playboy: Wie viel Druck auf dem Kessel hat der Vorstand aufgebaut?

Mauer: Porsche ist eine Marke aus der Sportwagenecke, da spielen Themen wie Akustik oder Emotion eine große Rolle. Da muss man sich sehr gut überlegen, was man in der Zukunft macht, damit es auch noch die Marke widerspiegelt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass der Vorstand mit seiner Entscheidung zu einem Elektro- Fahrzeug enorme Geldbeträge locker machen musste. Bei solchen Milliardenbeträgen wollen die schon wissen, sind die auch gut investiert? Also um Ihre Frage zu beantworten: Ja, da war und ist ein enormer Druck auf dem Kessel.

Playboy: War der Vorstand mit Ihren Ideen immer einverstanden?

Mauer: Lassen Sie es mich so sagen: Am Ende des Designprozesses kommt es irgendwann zu einer Modellauswahl. Da werden drei Modelle dem Vorstand präsentiert. Der schaut sich das an und fragt mich nach meiner Meinung. Dann sage ich beispielsweise das zweite Modell, und dann fragt er mich, warum das zweite. Und dann sage ich, weil ich beim zweiten ein gutes Gefühl habe. Und dann sagt der Vorstand, das ist ja toll, eine Milliarde Investment, und du hast ein gutes Gefühl. Was ich damit sagen will: Design kann man schlecht an Zahlen oder Fakten festmachen, insofern ist der Druck da vielleicht noch etwas höher.

Playboy: Adrian van Hooydonk (Chefdesigner BMW) sagte mir einmal in einem Interview, das größte Geschenk für einen Designer sei es, ein komplett neues Fahrzeug ohne Vorgeschichte zu erschaffen. Sehen Sie das auch so?  

Mauer: Diese Aussage kann ich gut verstehen, aus Sicht eines Designers hat man beim Aufbau quasi einer komplett neuen Marke natürlich einen viel größeren Freiraum. Trotzdem sollte bei uns am Ende etwas herauskommen, was einerseits klar als Porsche erkennbar ist, andererseits sich aber auch deutlich von den anderen Fahrzeugen der Marke differenziert.

Playboy: Was bedeutet das am Ende jetzt für die Zukunft von Porsche?

Mauer: Unsere Produktstrategie besteht aus drei Säulen: Die eine steht nach wie vor für den Hardcore-Verbrennungsmotor, Fahrzeuge wie der GT2 oder GT3. Solche Autos wird es meiner Meinung nach immer geben. Die zweite Säule sind die Plug-In Hybride, beispielsweise ein Panamera E-Hybrid, und die dritte werden die reinen elektrischen Autos sein wie der Mission E.

Playboy: Es gibt da dieses berühmte Zitat von Ferry Porsche: „Das letzte Auto, das gebaut werden wird, wird ein Sportwagen sein.“ Ein Elektro-Sportwagen also?

Mauer: Nehmen Sie zum Beispiel Pferde, oder noch besser Segelboote. Mit der Erfindung von Dampfschiffen oder Autos, hätte es eigentlich keine Segelboote oder Pferde mehr geben müssen. Doch heute ist es der größte Luxus, wenn man das Geld und die Zeit hat, zum Segeln oder zum Ausreiten zu gehen. Deswegen wird ein Sportwagen immer etwas Besonderes bleiben. Egal ob Elektro- oder Verbrennungsmotor.

Autor: Michael Brunnbauer
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