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DS vs. DS - Ein Rendezvous mit Göttinnen

Der neue DS 7 im Vergleich mit dem Citroën DS

DS vs. DS - Ein Rendezvous mit Göttinnen

Mit dem DS 7 Crossback bringt DS Automobiles das erste selbst entwickelte Modell auf den Markt. Doch hat er das Zeug zum Kultauto wie die „Göttin“ Citroën DS? Ein nicht ganz ernst gemeinter Vergleichstest durch Paris.

Mit einer Göttin auf Spritztour – eine Vorstellung, bei der selbst Herakles schwitzige Hände bekommen hätte. Wenn es sich dann noch um die Stadt der Liebe handelt, und statt einer Göttin gleich zwei auf einen warten, dann ist das schon zu viel des Guten. Eine Prüfung, der ich mich gewachsen fühle, schließlich gehört der Umgang mit Schönheiten zum Berufsalltag eines Playboy-Autoren. Dass es sich hier um Autos handelt, tut dem Ganzen keinen Abbruch. Denn mit dem Citroën DS 21 und DS 7 Crossback darf ich zwei Modelle spazieren fahren, die mit ihrem Namen DS – in der französischen Lautsprache gleichbedeutend mit Göttin – für Luxus, Formschönheit und Exklusivität stehen.

In Paris angekommen, muss ich sogleich an meinen Lateinunterricht denken. Paris – so hieß doch der Typ, der die Schönste aller Göttinnen küren musste und damit den Trojanischen Krieg ausgelöst hatte. Diese Erinnerung stimmt mich etwas mulmig, als ich in die Rue François einbiege und kurz darauf die beiden Göttinnen vor mir stehen sehe: eine Legende neben einer, die es werden will. Beide trennen knapp 50 Jahre und doch teilen sie mehr, als der Altersunterschied suggeriert: Denn beide verkörpern einen Aufbruch in eine neue Zeit.

Als am 6. Oktober 1955 der Citroën DS auf dem Pariser Automobilsalon präsentiert wurde, gingen 12.000 Bestellungen gleich am ersten Messetag ein. „Vor Ehrfurcht auf die Knie gegangen“, seien die Besucher, glaubt man dem Philosophen Roland Barthes. Neben der stromlinienförmigen Karosserie überzeugte der innovative Mix bereits bestehender Technologien: hydraulische Kupplung und Lenkung, hydropneumatische Federung, langer Radstand, geringe Spurweite, Leichtbau-Karosserie, Sicherheitslenkrad.

Alter und Schönheit

So viel zur Geschichte. Inzwischen ist viel passiert: Nicht nur Technik und Käuferansprüche haben sich geändert, auch stehen die beiden Buchstaben DS heute für eine neue Luxusmarke im PSA-Konzern. Der DS 7 Crossback verkörpert seinen Premium-Anspruch par excellence, er wirkt optisch hochwertig, das Design avantgardistisch, die Technik hochmodern. So erscheint der Kompaktwagen im SUV-Style wie die jüngere, besser ausgestattete Geliebte des Zeus, während Hera in Citroën-Gestalt eifersüchtig danebensteht. Welche von beiden Göttinnen meine Gunst gewinnt, kann ich jedoch noch nicht abschätzen. Die Spiele mögen beginnen!

Der Citroën DS galt schon kurz nach seiner Premiere als Legende.

Den Anfang macht der Citroën DS. Als ich mich in die komfortablen Ledersitze fallenlasse und die Hände auf das Lenkrad lege, fühle ich mich sogleich in eine Zeit gebeamt, in der man Hüte und Trenchcoats trug und Rauchen noch sozial erwünscht war. Ich beginne mit dem Start-Prozedere, bringe den Schalthebel in den ersten Gang und streichle mit dem Fuß das Gaspedal. Es geht voran, wenn auch langsam, denn der Pariser Verkehr verhindert abenteuerliche Überholmanöver.

Schade, ist der Citroën DS als schlanker und flinker Fluchtwagen gerade bei Ganoven beliebt gewesen. Von der Rue François geht es auf die Avenue George V mit ihren neoklassischen Gebäuden und den Edelboutiquen und Brasseries. Immer wieder bleiben Flaneure und Shoppingwütige stehen, um einen Blick auf das Kultgefährt zu erhaschen – sogar auf Zebrastreifen. Eins zu null für dich, Grand Dame.

50 Jahre Altersunterschied: Der Citroën DS 21 (Baujahr 1971) und der DS 7 Crossback.

Zeit für eine Zigarettenpause. Welcher Ort wäre dafür geeigneter als am Wahrzeichen der Stadt? An der Fontaine du Trocadéro unweit des Eiffelturms stelle ich den Wagen ab, dort herrscht eigentlich absolutes Parkverbot – doch von der Gendarmerie keine Spur. Dafür zeigen die umstehenden Spaziergänger reges Interesse an meiner Gefährtin, manch einer fragt sogar nach einem Selfie. Kein Problem, sage ich und meine das auch, nachdem ist feststellen muss, dass ich auf dem Foto nicht erwünscht zu sein scheine. Noch ein Zug, dann muss ich weiter – schließlich wartet Göttin Nummer Zwei auf mich.

Verspielte Schmuckschatulle

Auf dem Place de la Concorde wechsle ich den Wagen und steige ein ins 21. Jahrhundert. Der erste Eindruck: Lounge-Feeling. Jedes verwendete Material fühlt sich hochwertig an. Die Sitze und das Armaturenbrett sind mit edlem Nappaleder überzogen, aufwendige Perlenstickereien, Holz- und Lederelemente zieren das Interieur, kleine quadratische Noppen im Leder, die durch sogenanntes Guillochieren entstehen, verstärken die Eleganz. Ich starte den Motor und fahre los auf die Cours la Reine, wo ich mich im Pariser Stop-and-Go-Verkehr übe.

Die technische Opulenz des Crossback ist ein Lobgesang auf den Fortschritt: Zwei 30-Zentimeter-Monitore sorgen für den Informationsfluss, über den Touchscreen in der Mittelkonsole laufen Bedienung und die Einstellung der Fahrzeugparameter, die Navigation sowie das Konnektivitätssystem DS Connect. Für Unterhaltung sorgt ein Soundsystem von Focal mit 14 Lautsprechern, für den besonderen Eyecatcher eine analoge Cockpit-Uhr im Reverso-Stil, die von der Uhrenmanufaktur B.R.M. zugeliefert wird. Ein Festival der Sinne.

Der DS 7 Crossback bietet zudem Assistenzsysteme, die bei SUV nicht gerade üblich sind und selbst in Limousinen der Oberklasse oft zum Luxuspaket gehören. Dazu zählen etwa ein Nachtsichtassistent mit Infrarotkamera, sowie ein vorausahnendes Fahrwerk, das über eine Kamera und Sensoren Unebenheiten der Fahrbahn erkennt und die Dämpfer für jedes einzelne Rad entsprechend proaktiv einstellt. Die inneren Werte überzeugen.

Und auch äußerlich macht die junge Göttin eine gute Figur. Besonders ihre sechs schmalen LED-Scheinwerfermodule haben es mir angetan. Sie sind um 90 Grad schwenkbar und leuchten nachts jede Kurve besser aus, als die gängigen Matrixleuchten der Oberklasse es könnten. Sobald der DS 7 Crossback geöffnet wird, erstrahlen die Spots in glitzerndem Licht und drehen sich um 180 Grad zur Begrüßung. Dank Lasergravur wirken die Leuchten dabei wie präzise geschliffene Edelsteine. Eine Dame mit Manieren.

Nach meiner Runde durch die Pariser Innenstadt kehre ich zurück in die Rue François stelle den Crossback ab. Ein Urteil muss her: Welcher Göttin soll nun die Ehre zuteilwerden, als Siegerin aus diesem Schönheitswettbewerbs hervorzugehen? Ich halte inne und rufe mir das Schicksal des Paris wieder ins Gedächtnis, dessen Wahl nicht nur einen Krieg auslöste, sondern er auch seinen eigenen Untergang einleitete. Um mich selbst nicht in eine ähnliche Lage zu bringen, fälle ich schließlich mein Urteil: ein klares Unentschieden.

Autor: Andreas Marx
Citroen DS3 Test the Max #160
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