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Der Palio von Siena

Das härteste Pferderennen der Welt

Der Palio von Siena - das härteste Pferderennen der Welt

Er ist viele Jahrhunderte alt und dauert nur 90 Sekunden. Trotzdem hält der Palio von Siena über Monate die ganze Region in Atem. Der Berater erklärt Ihnen, was Sie über das härteste Pferderennen der Welt wissen müssen.

Siena ist mit seinen gut 50.000 Einwohnern auf den ersten Blick eigentlich eine ziemlich normale, mittelgroße Provinzstadt in Italien. Toskana-Touristen, Studenten und ältere Einheimische prägen das Bild der Stadt. Doch der verschlafene Anschein trügt: Denn inmitten der wunderschönen Altstadt findet zwei Mal im Jahr auf der Piazza del Campo das härteste Pferderennen der Welt statt: der "Palio di Siena".

Der Palio von Siena: Auf die Contraden kommt es an

Das Leben in Siena ist bis heute sehr stark von den verschiedenen mittelalterlichen Stadtvierteln, den Contraden, geprägt. Je nach Geburtsort und Familie werden die Bürger der Stadt in diese Contraden hineingeboren und bleiben ihr Leben lang Teil dieser Gemeinschaft. Neben eigenen Wappen, Fahnen und Trachten verfügen die Contraden auch über eine eigene Kirche, einen Schutzheiligen sowie Gemeindehäuser. Dass es zwischen den Stadtvierteln darüber hinaus über Jahrhunderte gewachsene Rivalitäten und Feindschaften gibt, muss dabei nicht weiter betont werden. Dies gipfelt im "Palio di Siena", in dem die einzelnen Contraden im härtesten Pferderennen der Welt gegeneinander antreten.

Der Palio von Siena: Regeln und Bedingungen

Der Palio von Siena findet zweimal jährlich am 02. Juli und am 16. August zu Ehren der Madonna di Provenzano sowie Mariae Himmelfahrt statt. Dabei wird auf dem Hauptplatz der Stadt mit Sand ein circa 300 Meter langer Rundkurs präpariert, den es drei Mal zu bewältigen gilt. Besondere Schwierigkeiten stellen das abschüssige Terrain des Platzes, die nur 7,5 Meter Breite der Strecke sowie der ungesattelte Ritt auf den Pferden dar. Die Jockeys werden dabei von den Contraden gemietet und bezahlt. Da von den 17 Contraden Sienas aus Platzgründen nur zehn beim Palio zugelassen werden können, entscheidet das Los über die Teilnahme. Die nichtberücksichtigten Contraden dürfen dann im nächsten Jahr automatisch teilnehmen. Die einzelnen Pferde werden ebenfalls den Contraden zugelost, was die Spannung zusätzlich erhöht.

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Der Palio von Siena: Darum ist das Rennen so hart

Unter dem tosenden Jubel von bis zu 50.000 Zuschauern wird nach dem feierlichen Einzug der Contraden mit Fahnenwerfern, Posaunen und Standarten sowie natürlich den Reitern die Startposition durch Los ermittelt. Die drangvolle Enge im Startbereich sowie die Regel, dass der auf der letzten Position startende Reiter den Zeitpunkt des Startes bestimmt, erzeugen dabei kurz vor dem Rennen eine kaum zu ertragende Spannung. Ist der Start dann geglückt, versuchen die Reiter unter Einsatz des Ochsenziemers mit allen Mitteln, die Konkurrenten auszustechen. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass die Contraden untereinander Allianzen bilden. Doch auch der Rundkurs hat es in sich: Vor allem in der 95-Grad Kurve von San Martino kommt es regelmäßig zu spektakulären Stürzen und Kollisionen. Lebensgefährliche Verletzungen bei Ross und Reiter sind da keine Seltenheit. Übrigens kommt es für den Sieg weniger auf den Reiter als auf das Pferd an: Es gewinnt das Pferd, das als erstes nach drei Runden die Ziellinie überquert - ob mit oder ohne Jockey. Wichtig ist nur, dass das Pferd das Diadem mit der Contrade auf der Stirn nicht verloren hat.

Der Palio von Siena: ein spektakuläres Erlebnis

Die siegreiche Contrade bekommt nun das Palio, eine jährlich neu gestaltete farbige Standarte mit Seidenbanner, überreicht. Während nicht selten die unterlegenen Jockeys handgreiflich für ihre Niederlage büßen müssen, werden Ross und Reiter der siegreichen Contrade mit Ehrerbietungen überhäuft. Wochenlange Feierlichkeiten mit Gottesdiensten, Festbanketten und Umzügen schließen sich an das Pferderennen an. Wer einmal den Palio in Siena miterlebt hat, kann sich nur schwer von der Spannung und der Leidenschaft, die die Atmosphäre in der Stadt bestimmt, losreißen. Begriffe wie Ehre, Stolz und Zusammenhalt werden hierbei in den Contraden auch für Außenstehende greifbar. Das macht den Palio so einzigartig und hebt ihn über ein bloßes Historienspektakel hinweg: Er prägt das ganze Jahr den Alltag der Sieneser.

Julian Traut

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