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Einen Klettersteig bewältigen

Kann das jeder?

Kann jeder einen Klettersteig bewältigen?

Er ist das beeindruckendste Zeugnis menschlicher Pionierleistung in der schroffen Wildnis der Alpen: der Klettersteig. Die eisernen Stufen im Fels machen die steilsten Felsen auch Bergsteigern zugänglich, die nicht Huber, Messner oder Kammerlander heißen. Doch kann jeder Normalo einen Klettersteig gehen? Der Berater sagt es Ihnen.

Die Alpen erleben gerade wieder einen wahren Klettersteig-Boom: Bisher schwer zugängliche Felswände und Gipfel, die nur echten Könnern vorbehalten waren, sind dank eiserner Trittstufen und Stahlseilen auch dem Otto Normaltourist zugänglich. Bis zu 30 neue Routen werden allein in Österreich jährlich eröffnet, auch in Deutschland, Italien und der Schweiz wird der Klettersteig immer beliebter. Die Fremdenverkehrsämter preisen den "eisernen Weg" – in Italien heißt er Via Ferrata – als neuen Tourismusmagneten. Aber die Männer von der Bergrettung warnen, dass zu viele Anfänger sich in schwieriges Terrain vorwagen. Dabei heißt es doch immer, dass jeder einen Klettersteig bewältigt. Stimmt das?

Zuerst war der Klettersteig ein Verkehrsweg – für Alpenbewohner

Der Klettersteig war ursprünglich gar nicht als Spaßinstrument gedacht, sondern als Verkehrsweg: So konnten die Bewohner der Alpen das nächste Tal oder die Alm auf dem schnellsten Weg erreichen. Damals besaßen die Steige oft nur Steighilfen aus Holz. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Klettersteig - im Rahmen der allgemeinen touristischen Erschließung der Alpen – professionalisiert: Mit Eisenzapfen, eingemeißelten Tritten und Schiffstauen wurden die Berge für den aufkommenden Alpinismus aufbereitet. So konnten die Zugspitze, der Großglockner und ab 1903 sogar die legendäre Marmolata in den Dolomiten dank Klettersteig sogar von Anfängern begangen werden. Auch die hochgelegenen Gefechtsstände des Ersten Weltkriegs trugen zu der Erschließung bei.

Nicht jeder Klettersteig ist gleich

Heute existiert wohl kaum einen Zweitausender, den man nicht per Klettersteig erobern kann. Dabei gibt es natürlich Unterschiede. Im "Klettersteigatlas" von Paul Werner unterscheidet man folgende Schwierigkeitsgrade:

  • unschwierig (trassierte Steige, stellenweise steil, natürliche Felsbänder und Sicherung durch Stahlseile und Ketten)
  • mäßig schwierig (mäßig steil, Stahlseile, Klammern, Trittstifte und Leitern als Sicherung)
  • schwierig (steil, Stahlseile, Klammern, Trittstifte und Leitern zur Fortbewegung, teilweise Armkraft erforderlich)
  • sehr schwierig (sehr steil, stellenweise senkrechte Wände, meist nur durch Stahlseile gesichert, gehöriges Maß an Armkraft nötig)
  • extrem schwierig (extrem exponierte Route, trittarmer Fels, wenig Tritthilfen, sehr hohe Armkraft erforderlich).

Angesichts dieser Stufen ist vor der Begehung durchaus zu überlegen: Ist dieser Klettersteig für mich geeignet? Wer sich also unsicher über seine Muskelausdauer ist, sollte also erst mal eine leichter Tour wählen.

Die Ausrüstung: lebensnotwendig beim Klettersteig

Für jeden Klettersteig ist die richtige Ausrüstung existenziell. Dazu gehört ein Integralgurt (eine Kombination aus Brust- und Hüftgurt), einen nach der Norm der Bergsteigerföderation UIAA geprüften Bergsteigerhelm und ein Klettersteigset nach UIAA-Norm (ein Stück Seil mit einer Seilbremse, zwei Karabiner). Die richtige Kleidung und festes Schuhwerk sollten selbstverständlich sein – Profis verwenden lieber glatte Kletterschuhe. Leider sieht man immer wieder Kraxler, die derlei "Mädchenkram" nicht nötig haben – bei einem Sturz riskieren sie ihr Leben ohne eine Seilsicherung. Nicht ohne ist - trotz Aurüstung – ein Sturz in den Fels. Der Kletterer darf nicht vergessen, dass er es nicht mit einem elastischen Klettersil zu tun hat, sondern mit einem starren Seil: Das kann zu schmerzaften Verletzungen führen.

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Nummer sicher am Klettersteig

Die Zusammensetzung der Klettersteigausrüstung resultiert aus der Technik: Der Klettersteig wird – zumindest an gefahrvollen Stellen – auf der gesamten Länge von einem ununterbrochenen Stahlseil begleitet. Der Ketterer hakt sich also mit dem ersten Karabiner an seinem Kurzseil in das Stahlseil ein: Das Seil wird sowohl als Aufstiegshilfe, aber auch als Sicherung benützt und "läuft beim Klettern mit". Sobald es – wegen der Befestigung im Fels – nicht weiterrutschen kann, sucht sich der Bergsteiger einen sicheren Stand und hakt sich mit dem zweiten Karabiner. So kann er den ersten wieder lösen und es kann eigentlich nichts passieren.

Gehören heute zusammen: Tourismus und Klettersteig

Auch wenn die Bergwacht über die Klettersteige (v.a. in Österreich) klagt: Die Ursache der erhöhten Unfalzahlen ist oft dieselbe wie beim Skifahren oder im Straßenverkehr - Selbstüberschätzung. Daher sollten touristische Anbieter nicht nur Information über neue Routen anbieten, sondern auch über den Kletterstieg an sich, also wie man ihn beherrscht. Im Netz kann sich der Klettersteig-Aspirant etwa unter www.klettersteig.de über Touren und allgemeine Tipps schlau machen.

Autor: Klaus Mergel
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