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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Husmann und das Ekel-Rätsel

Unser Autor wundert sich darüber, was Frauen alles widerlich finden - und was nicht

Sex oder Wurst

Unser Kolumnist wundert sich über den Ekel der Frauen: Ganz normale Dinge finden sie fies, bizarre Sachen normal - und im Bett ist es noch komplizierter

Meine Wurstthekenfachfrau holt die Salami jetzt immer mit Aids-Handschuhen aus der Auslage. Am Frühstücksbüfett im Hotel wurde ich neulich von einer Frau angeblafft, weil ich mir ein Brötchen ohne Kneifzange aus dem Korb genommen hatte. Die Frau war Anfang dreißig. Früher galt „nicht anfassen“ nur bei einem Lapdance auf der Reeperbahn, heute offenbar auch bei Brötchen und Wurst.

 

Ramona und ihre Freundinnen mussten sich neulich vor dem Fernseher fast übergeben, als dort zu sehen war, dass Fußballer nach dem Spiel ihre Trikots nicht nur tauschten, sondern die vom jeweils anderen vollgeschwitzten Dinger auch noch anzogen. Ekelhaft, hieß es. Ich durfte auch mal dabei sein, als Ramona das Gästeklo eines befreundeten Pärchens aufsuchte. Freischwebend ist da, glaube ich, der richtige Begriff. Man wisse ja nicht, wer alles schon vorher ... und ob die Putzfrau nicht fürs Klo denselben Lappen nähme, mit dem sie davor schon usw.

 

Einerseits werden die Frauen also offenbar öffentlich immer empfindlicher, was Körperlichkeiten angeht, andererseits kompensieren sie das anscheinend ausführlich auf der privaten Ebene


Gleichzeitig hatte mein Kumpel Möhre neulich was mit einer Frau, die ihn gleich in der ersten Nacht damit überraschte, dass sie ihm einen Finger da hineinschob, wo normalerweise der Urologe die Prostata abtastet. Es gilt zwar auch hier der alte Satz „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe“, aber Möhre war doch verwirrt. Nach dem vierten Bier verriet der Torwart unserer Thekenmannschaft, dass sich jüngst eine Frau bei ihm beschwert habe, er küsse nicht richtig mit Zunge. Sie hingegen speichele ihn bei Küssen regelrecht ein, sagte er. Es sei weniger Küssen als vielmehr eine Art Zähneputzen mit anderen Mitteln.

 

Einerseits werden die Frauen also offenbar öffentlich immer empfindlicher, was Körperlichkeiten angeht, andererseits kompensieren sie das anscheinend ausführlich auf der privaten Ebene. Da soll unsereins noch durchsteigen.

 

Neulich beim Zahnarzt lagen Frauenzeitschriften aus, und in drei von fünf Heften ging es um Sex: „So werden Sie zur Sexpertin: was Männer wirklich verrückt macht“. Dort hieß es, Männer könnten durch Stimulierung der Brustwarzen zum Orgasmus kommen, und der Bauchnabel des Mannes sei direkt mit seinem Lustzentrum verbunden. Entweder sind meine Brustwarzen kaputt, oder die Leute aus dem Heft haben sich das ausgedacht, weil eine andere Geschichte kurzfristig weggebrochen ist. Eine repräsentative Umfrage in unserer Thekenmannschaft hat ergeben, dass von insgesamt 15 Männern zwischen 22 und 48 insgesamt null schon mal einen Brustwarzenorgasmus hatten. Ich kann hier auch an Eides statt erklären, dass ich es nur so mittel finde, wenn mir jemand den Bauchnabel volllüllt. Es kann mich durchaus verrückt machen, aber nicht im positiven Sinne.

 

Was ich hingegen super fände, ist, gemeinsam aus derselben Colaflasche zu trinken, ohne dass der andere angeekelt das Gesicht verzieht, weil „alles angesabbert“ ist. Oder nicht sofort einen Affenaufstand zu machen, wenn ich meine Hände an ihrem Handtuch abtrockne oder wenn ich ein Stück Mohrrübe, das für zwei Sekunden auf dem Boden lag, zurück in die Pfanne werfe. Und mich trotzdem zu küssen, obwohl ich grad schwitzend aus dem Garten komme. Und nicht sofort Herpes zu kriegen, nur weil ich bei offener Badezimmertür auf dem Klo sitze, um noch einen Blick auf das Spiel im Fernsehen werfen zu können. Dafür würde ich in Kauf nehmen, keine Sexpertin im Bett zu haben. Möhre sieht das ähnlich. Die Frau mit dem Finger ist wieder raus aus seinem Leben. Sie fand es nicht gut, dass er manchmal schnarcht.

Autor: Ralf Husmann
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