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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Karriere machen

Erfolg in zehn Schritten – so geht's

So machen auch Sie Karriere

Wenn für Sie der Platz an der Sonne nicht in Florida, sondern in der Chefetage liegt, dann müssen Sie Ihren beruflichen Aufstieg auf der Karriereleiter sorgfältig planen. Und eisern durchziehen. Denn ganz oben ist meist nur Platz für ein einziges Ego: Ihres

1. Ein Vorstellungsgespräch führen

Bei einer Jobbewerbung geht es, wie so oft im Leben, ums Verkaufen. Nur: In diesem Fall sind Sie die Ware. Wenn Sie zu einem Gespräch eingeladen werden, heißt das: Man ist an Ihnen interessiert. Verspielen Sie diese Vorschusslorbeeren nicht. Informieren Sie sich vor dem Gespräch gut über das betreffende Unternehmen. Überlegen Sie sich Argumente, weshalb Sie der beste Kandidat sind. Bringen Sie ein paar konkrete Ideen mit. Beim Gespräch selbst sollten Sie – nebst dezent-gepflegtem Äußeren – mit Aufmerksamkeit glänzen.

Nicht vergessen: Sie sind Gast. Betreten Sie den Raum und setzen Sie sich erst, wenn man Sie dazu auffordert. Alkohol und Zigaretten sind tabu – auch wenn man Ihnen dies anbietet. Hören Sie gut zu, fallen Sie nicht ins Wort. Achten Sie auf Ihre Körpersprache: keine verschränkten Arme, keine Hände in den Taschen, keine übergeschlagenen Beine. Versuchen Sie, souverän, aber konzentriert rüberzukommen. Freundlich und interessiert, jedoch nie devot. Sie sind es auch nicht, der das Gespräch beendet. Und am Ende bedanken Sie sich. Viel Glück!

2. Verhalten am ersten Arbeitstag

Die ersten Tage in einer neuen Firma können wie die Durchquerung eines Minenfelds sein. Müssen sie aber nicht, wenn man ein paar Regeln beachtet. „Viele Menschen setzen allein auf ihre fachliche Kompetenz und unterschätzen, wie wichtig es ist, in einem neuen Job erst einmal persönlich anzukommen“, sagt Carolin Lüdemann. Die Businesstrainerin und Buchautorin („Business mit Stil“) empfiehlt: sich selbst vorzustellen, wo kein Vorgesetzter das übernimmt, und beim Small Talk mit Kollegen nicht nur Fragen zu stellen, sondern sich zu öffnen: Selber reden signalisiert und weckt Interesse.

Auch in der Mittagspause mit neuen Kollegen ist Zurückhaltung kontraproduktiv. „Jedes Unternehmen ist ein Spielfeld mit ganz eigenen Regeln, auch ungeschriebenen. Und die gilt es kennen zu lernen“, rät Carolin Lüdemann. Dazu gehören die Rollen, die innerhalb eines Teams festgelegt sind: Auch wenn alle auf der Visitenkarte den gleichen Titel tragen, sind einige gleicher als die anderen, zum Beispiel weil sie mit dem Chef golfen. „Allerdings sollte man sich auch nicht vorschnell einer Gruppe anschließen. Wer drei Tage mit denselben Kollegen zum Essen geht, läuft Gefahr, von Außenseitern oder Nörglern vereinnahmt zu werden. Die nämlich gehen besonders gern auf Neue zu.“ Vor allem aber: Versuchen Sie nicht zu früh, durch Leistung zu punkten. Signalisieren Sie erst, dass Sie die Leistung anderer würdigen. „Das ist besonders wichtig, wenn Sie eingekauft wurden, um etwas zu verändern“, empfiehlt Carolin Lüdemann. Ein zu forscher Neuer läuft schnell ins Leere.

3. Unter Druck ruhig bleiben

Sie müssen in eine Besprechung – und haben keinen blassen Schimmer, worum es geht. Schweißausbrüche, zittern, stottern, das wird ihnen jetzt alles nicht weiterhelfen. Der alte Unternehmensberater- Ratschlag: „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“ hingegen schon. Überspielen Sie Ihr Unwissen gekonnt mit aufmerksamem Nicken. Machen Sie sich konzentriert Notizen. Wenn Sie jemand fragt, sagen Sie: „Ich brauche mehr Details“ oder „Das prüfen wir gerade noch.“

Sie stehen unter Druck, weil Sie zu viel Arbeit haben? Dann hilft es, wenn Sie sich erst mal strukturieren. Erstellen Sie einen ungefähren Zeitstrahl, wann was fertig werden muss. Stapeln Sie Ihre Unterlagen thematisch auf dem Schreibtisch, und sorgen Sie dort auch gleich mal für Ordnung. Dann wird alles Schritt für Schritt abgearbeitet. Das schaffen Sie in acht Stunden nicht? Dann bleiben Sie gefälligst länger – vielleicht ergibt sich dann endlich die ersehnte Büroaffäre (siehe Punkt 5).

4. Einen Vortrag halten

Regel Nummer eins: Bereiten Sie Ihr Thema gut vor. Regel Nummer zwei: Übertreiben Sie es nicht. Das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, sind überforderte Zuhörer: Diese werden Sie ständig unterbrechen oder sich geistig ausklinken. Das Zweitschlimmste: gelangweilte Zuhörer. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche.

Kalkulieren Sie, wie lange Sie für jeden Punkt brauchen. Reduzieren Sie die Anzahl der Seiten Ihrer PowerPoint-Präsentation auf ein notwendiges Minimum. Beispiele und Vergleiche machen Ihren Text verständlich. Binden Sie Ihr Publikum ein. Schauen Sie die Leute an, versuchen Sie, frei zu sprechen. Wagen Sie auch mal einen Witz. Und lassen Sie am Ende Fragen zu. Kommt dabei eine Diskussion zu Stande, haben Sie Ihr Publikum erreicht.

5. Eine Büroaffäre managen

Bleiben Sie diskret, wenn Sie auf eine Kollegin scharf sind: Büroklatsch kann nicht nur Ihrem Ruf schaden, sondern auch Ihrer Karriere. Charme am Arbeitsplatz ist in Ordnung, sexuelle Anspielungen sind genauso tabu wie Baggereien auf der Betriebsfeier oder Klapse auf den Po der Sekretärin. Eine Essenseinladung ist der richtige Weg. Sprechen Sie diese aber unter vier Augen aus. Finden Sie dabei heraus: Wie reagiert sie auf Komplimente?

Mit ein wenig Gefühl können Sie ihre Signale deuten. Sprechen Sie mit niemandem über Ihre Eroberung. Verzichten Sie auf Privat-Mails und öffentliche Küsse. Um elegant wieder aus der Affäre zu kommen, müssen Sie von Beginn an vage bleiben – versprechen Sie nie zu viel. Nach der Aussprache tun Sie, als ob nie etwas gewesen sei.

6. Eine Gehaltserhöhung aushandeln

Ein Gehaltsgespräch darf vieles sein – nur nicht bettelnd. Sie machen einen guten Job, also haben Sie auch das Recht auf angemessene Entlohnung. Beantworten Sie sich vor dem Gespräch also folgende Fragen: 1 Was macht Ihre Leistung so wertvoll, besonders im vergangenen Jahr? 2 Wie viel wollen Sie mehr haben? 3 Wie viel ist branchenüblich?

Bringen Sie keine privaten Dinge aufs Tapet, etwa dass Sie wegen Nachwuchs mehr brauchen. Vergleichen Sie nicht mit dem, was der Kollege kriegt – und lassen Sie sich nicht mit diesem vergleichen. Loben Sie den Chef für die angenehme Zusammenarbeit. Üben Sie das Gespräch vorher. Gegenwärtig kann es passieren, dass Sie wegen der Euro-Krise nichts herausholen. Dann haben Sie zumindest etwas für Ihr Selbstbewusstsein getan.

7. Zum Chef mal nein sagen

Auch ein Chef ist nur ein Mensch. Und irrt sich mal. Sie müssen nicht immer den Mund halten, wenn Ihr Chef Quatsch erzählt – manchmal aber schon. Vor allem dann, wenn er seinen Unsinn in Gegenwart von ihm gleichgestellten Personen oder gar Ranghöheren von sich gibt. Sie müssen sich aber auf keinen Fall schlecht fühlen, wenn Sie am Sonntag Ihre Ruhe haben wollen oder nicht zu jeder Nachtzeit erreichbar sein wollen (auch ein Blackberry hat eine Aus-Taste).

Trauen Sie sich mal zu widersprechen. Keine Angst, dass Ihr Chef Sie dann nicht mehr lieb hat. Begründen Sie Ihre Entscheidung oder Meinung sachlich. Ihr Chef wird wahrscheinlich mehr Respekt vor Ihnen haben. (Dieser Text wurde aus verständlichen Gründen am Chefredakteur vorbeigeschleust.)

8. Bei Anruf Headhunter: was nun?

„Können Sie frei sprechen?“ Wenn ein Telefonat so beginnt, wird es spannend für die Karriere. Das erste Gespräch ist meist kurz und dient dazu, ein zweites zu verabreden. Das zweite Gespräch braucht Vorbereitung, denn ein gewiefter Headhunter achtet jetzt auf jedes Detail: Lebenslauf und Karriere- Highlights sollten in knapper Form abrufbereit sein, die Rhetorik sollte sitzen. Strukturierte Antworten sind gefragt.

Dass man über Geld nicht spricht, ist ein Irrglaube, finanzielle Eckdaten der neuen Position dürfen abgefragt werden. Wer die Neugierde allerdings auf die PS-Zahl des Dienstwagens ausdehnt, fragt sich ins Aus. Richtig liegt, wer Aufgaben, Ziele, Gestaltungsmöglichkeiten erkundet und wer wissen möchte: Warum wird der Posten neu besetzt? Und warum bin ich im Rennen?

9. Leader sein

1. Wer Führungskraft wird, hat in der Regel vorher unter ein paar Chefs gearbeitet. Analysieren Sie Ihre Ex-Vorgesetzten: Was konnten die gut, worin waren sie mies? 
2. Leader müssen den Überblick haben, sie können sich nicht mit Kleinkram aufhalten. Delegieren Sie gefälligst. Fürchten Sie dabei nicht den Kontrollverlust. Ihre Mitarbeiter motiviert es, wenn Sie Ihnen etwas zutrauen. Dazu müssen Sie natürlich erkennen, wer von Ihren Schäfchen für welches Feld die richtigen Talente hat. 
3. Je mehr Macht Sie haben, desto dünner wird die Luft. Die Leute werden sich nicht mehr trauen, Ihnen ihre ehrliche Meinung zu sagen. Erarbeiten Sie sich früh genug ein Netzwerk von aufrechten Typen, die Ihnen offen die Meinung geigen. Mit Jasagern können echte Karrieretiere nichts anfangen. 
4. Die Firma ist ein Schlachtfeld – und Sie sind der Kriegsherr. Machen Sie sich das jeden Morgen klar. Als Leader müssen Sie unpopuläre Entscheidungen treffen, Leute entlassen, Mitarbeitern Anweisungen geben und auf den Tisch hauen. Chefs müssen es aushalten, nicht gemocht zu werden.

10. Absprung schaffen

Mit der Karriere ist es wie mit dem Trinken. Man muss wissen, wann genug ist. Helmut Kohl wusste es nicht. Erst verlor er nach 16-jähriger Amtszeit die Wahl und nahm dann auch noch die Spendenaffäre mit in den Ruhestand. So wollen Sie nicht enden. Selbst wenn Sie dann gelegentlich mal der Papst besucht. Im Leben eines erfolgreichen Mannes kommt unweigerlich der Zeitpunkt, an dem er von der Macht ablassen muss. Denn nichts ist Mitleid erregender als ein Mann, den die Gegenwart links und rechts überholt und der sich dennoch mit aller Kraft an die Erfolge vergangener Zeiten klammert. Wenn Sie viel in Ihrem Job erreicht haben, dann lassen Sie es gut sein.

Suchen Sie sich ein Hobby, eine Frau oder beides. Aber genießen Sie das Leben. Gearbeitet haben Sie genug. Setzen Sie einen Nachfolger ein, der Ihr Lebenswerk würdig weiterführt, und ziehen Sie sich langsam aus den beruflichen Geschäften zurück. Machen Sie es wie Josef Ackermann: Planen Sie Ihren Abschied. Dann können Sie am Ende getrost der ganzen Welt das Victory-Zeichen zeigen. Oder den Mittelfinger.

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