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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Bill Gates vs. Donald Trump

Einer von uns, keiner von uns

Spender vs. Spinner

Sie sind superreich, sie sind mächtig, sie sind politisch engagiert. Doch während wir Bill Gates, der am 28. November 60 wird, zum verdienten Ruhm gratulieren, macht Donald Trump uns nachdenklich: Wie lässt dieser irre Clown sich stoppen?

Einer von uns

Bill Gates. Es ist natürlich auch eine Superheldengeschichte, dieses Leben. Eine dieser Geschichten, in denen der Außenseiter, der feingliedrige Streber unter Muttis peinlichem Pullunder doch das Cape trägt, hinter der viel zu großen Brille doch die Augen lauern, die durch Wände sehen können. Hinter die Welt, die davor noch über ihn gelacht hat.

Peter Parker hatte die Spinne, Superman den Kosmos im Kreuz. Bill Gates hat das Binärcode-Genie. Dieses unfassbare Vermögen. Heute 80 Milliarden Dollar. Hat das Geld, gerade weil er der Streber mit der großen Brille war, der vor Jahrzehnten, als Computer noch Hallen füllten, in dunklen Räumen an der Zukunft schraubte, die er verändern sollte. Bill Gates, Super-Nerd, war erst 19, als er Microsoft gründete. 40 Jahre später nun – Microsoft ist längst der größte Software-Konzern der Welt – investiert er den Großteil seines Kapitals in den Versuch, diese noch einmal zu verändern. Bill Gates. Will Gutes. Denn auch er weiß – Spiderman-Weisheit: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.

Mit seiner Stiftung, der Bill and Melinda Gates Foundation, kämpft er deshalb gegen Armut, Hunger, Kindersterblichkeit. Fliegt über die Kontinente, lässt nach Impfstoffen forschen. Vergibt Stipendien. Es ist, als würde er versuchen, das Betriebssystem des Planeten noch einmal neu zu schreiben. Das kann, wenn die Hybris des Drittweltverbesserers ihn packt, übertrieben wirken, selbstgefällig fast.

Und seine Kritiker, sie warten ja nur, lauern, wie bei jeder neuen Windows-Version auf den Fehler im Quellcode der Projekte. Das aber irritiert ihn kaum, es perlt an ihm ab. Das Geld: ein Panzer auch. Er kann sich das leisten. Und ein bisschen Größenwahn gehört natürlich dazu, wenn einer sich Problemen stellt, die so groß, so wahnsinnig sind. Wenn der Junge mit der zu großen Brille heute auf einer Bühne steht, dann lacht vor allem: er selbst.

Keiner von uns

Donald Trump. Er ist mit dem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen, und es dürfte derzeit nicht wenige geben, die es begrüßen würden, wenn er daran erstickt wäre. Stattdessen aber kommt Donald Trump jetzt mit Machthunger über die Welt, über die USA vor allem, deren Präsident er werden möchte. Was ja nur am Anfang als Witz verstanden wurde: sein Wahlkampf ein Thema für die Unterhaltungsseiten, ein Comic-Strip über einen, der immer aussieht, als wäre Dennis The Menace schlecht gealtert, das Resthaar mit Altmännerschiss an die Stirn geklebt. 

Trump aber meint es ernst. Und hat die Mittel dazu. Das Familiengeld, die Tower-Milliarden, mit denen er die vielleicht irrste Polit-Show in der Geschichte der USA inszeniert, einen 1-Mann-Zirkus, in dem er Direktor ist und Clown, der Löwe und der Reifen, durch den er springt. Und Feuer spuckt er sowieso. Denn er ist ein Brandstifter, der an niedere Instinkte appelliert. Er hetzt gegen Migranten aus Mexiko, nennt sie Vergewaltiger. Pflanzt Ressentiments in die politische Landschaft wie früher Wohnklötze in die Skyline von Manhattan. Sein einziger Berater: ganz offensichtlich ein Zerrspiegel vom Jahrmarkt der Eitelkeiten. 

Trump, der amerikanische Albtraumfänger, sieht sich gern als Stimme des kleinen Mannes, der genug hat. Von den Eliten, der Korruption. Das ist seine Inszenierung. Donald, der Wutbürger-King. Bisher geht das auf. Ein Viertel der Republikaner hätte ihn gern als Kandidaten und liebt die Show, diese öffentliche Masturbation eines von sich selbst Berauschten, für den das Leben immer ein Echtzeit-„Monopoly“ war.

„The world ’s a stage“, sagen die Amerikaner. Die Welt ist eine Bühne. Doch diese Bühne braucht keinen Pausenclown. Weshalb zu hoffen bleibt, dass ihm am Ende noch genug Gegenwind die toupierte Volksnähe vom Kopf fegt, auf dass darunter nur eines zum Vorschein kommt: der Schwachkopf.

Autor: Lucas Vogelsang
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