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Autonamen: So wurde Vettel mit „Mandy“ Weltmeister

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Autonamen: So wurde Vettel mit „Mandy“ Weltmeister

Der Formel-1-Weltmeister 2010, Sebastian Vettel, hat es berühmt gemacht: das Ritual, Autos mit Kosenamen zu versehen. Erst fuhr er „Kate“, später „Kate’s dirty sister“, dann „Luscious Liz“ – und schließlich gewann er mit „Randy Mandy“ den Titel. Während Autonamen zu vergeben unter Normal-Fahrern als eher weibliche Angewohnheit gilt, ist es in Rennfahrerkreisen gängige Praxis. Aber warum?

Autonamen wie „Virginia“ oder „Veronica“ für Formel-1-Boliden – muss das sein? F1-Pilot Timo Glock wählte den ersten für seinen Wagen, Lucas di Grassi den zweiten, und zwar aus Vorschlägen, die ihnen Fans geschickt hatten. Damit stehen Glock und Grassi in einer langen Tradition, die nicht erst von modernen Rennfahrern begründet wurde. Bereits die amerikanischen Kampfpiloten im Zweiten Weltkrieg gaben ihren Maschinen Namen. Und Schiffe werden schon seit Beginn der Seefahrt auf – vornehmlich weibliche – Vornamen getauft. Sebastian Vettel muss also kaum begründen, warum er mit jedem Chassis auch das Kosewort für sein Renngefährt wechselt. Doch er betreibt dieses Spiel intensiver als andere Fahrer, was in der Rennwelt nicht unbeobachtet geblieben ist und Anlass gibt, dem Phänomen hier einmal auf den Grund zu gehen.

Autonamen: Ist Aberglaube im Spiel?

Werden die Rennfahrer selbst nach dem Warum gefragt, geben sie Antworten, die sich mit dem abergläubischen Satz „nomen est omen“ zusammenfassen lassen. „Kate’s dirty sister“ sei aggressiver und schneller als die alte „Kate“, ließ Vettel Reporter wissen. Und ähnlich verhielt es sich auch mit dem Chassis- und Namenswechsel von „Luscious Liz“ (der leckeren Liz) zur „Randy Mandy“ (der scharfen Mandy), vollzogen im siebten Formel-1-Lauf 2010 Ende Mai in Istanbul. Kleinste Unliebsamkeiten im Fahrverhalten der Wagen ziehen in der Formel 1 immer häufiger Chassiswechsel nach sich – das ist der scheinbar rationale Kern des betriebenen Aufwands. Denn tatsächlich bringt jedes Chassis für Millimeterarbeiter wie Vettel und Co. neue, kaum messbare, aber dennoch spürbare Vorteile oder Macken im Zusammenspiel von Mensch und Maschine zur Geltung. Oder ist das nur Einbildung der Fahrer, wie mancher Team-Technikchef zwinkernd behauptet? In jedem Fall ist die Frage nach dem technischen Sinn der Chassis-Wechsel ebenso strittig wie die nach dem Sinn der Kosenamen: Beide verweisen auf eine psychologische Komponente.

Autonamen: Eine psychologische Sieg-Hilfe

Namensgebungen für Autos und ähnliche Phänomene der Vermenschlichung von Maschinen hat der Harvard-Psychologe Adam Waytz in den vergangenen Jahren wissenschaftlich untersucht. Und er kommt zu einer plausiblen Erklärung: Die Tendenz zur Vermenschlichung verstärkt sich immer dort, wo Menschen versuchen, eine schwer begreifliche Angelegenheit (eine technische Apparatur, einen biologischen Mechanismus oder ein Wetterphänomen) zu verstehen und einzuschätzen. Aus demselben Grund würden zum Beispiel Hurrikane vom Wetterdienst mit Vornamen versehen: Die menschlichen Namen erleichtern es uns, ein Gefühl der Sicherheit, Vorhersagbarkeit und Kontrolle zu entwickeln. Und wer bräuchte dieses Gefühl dringender als ein Rennfahrer, ein Schifffahrtspionier oder ein Bomberpilot? Von Michael Schumacher zum Beispiel ist bekannt, dass er mit seinem Auto in den letzten Runden eines Rennens zu reden pflegte. Und genauso hatte offenbar „Randy Mandy“ – nach allem, was die Forschung weiß – einen gewissen Anteil an Vettels Triumph. Dazu musste sie nicht mehr sein als irgendein x-beliebiger unter allen erdenklichen Autonamen.

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Autor: Philip Wolff
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