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Ein Sonntag in der Hölle

Paris – Roubaix geht in die 116. Runde

Ein Sonntag in der Hölle: Paris-Roubaix geht in die 116. Runde

Am Sonntag startet mit Paris-Roubaix nicht nur eines der größten, sondern auch härtesten Radrennen der Welt. In der „Hölle des Nordens“ müssen sich die Fahrer 257 Kilometer über staubige Pisten, matschige Feldwege und miserable Kopfsteinpflaster quälen. Für die Zuschauer ein Spektakel – für die Rennfahrer Schmerz, Leid und Entbehrungen.

Paris-Roubaix gehört zu den größten Klassikern im Radsport. Wer sich von den großen Namen der alten Helden Fausto Coppi, Eddy Merckx oder Francesco Moser nicht beeindrucken lässt, der schlägt spätestens bei den Daten des Rennens in Demut die Hände über den Kopf: 257 Kilometer, davon 54,5 auf Kopfsteinpflaster.

Wenn es nicht schlammig ist, dann ist es staubig. Etwas anderes gibt es nicht.

Charakteristisch für den auf völlig flachem Terrain stattfindenden Klassiker sind die berühmten Pavés, Kopfsteinpflasterpassagen: Wege – teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammend – mit grobem Kopfsteinpflaster, die das Rennen besonders bei schlechtem Wetter zu einer außerordentlichen Tortur werden lassen.

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Ursprünglich war das Kopfsteinpflaster der übliche Straßenbelag im Norden Frankreichs. Nachdem aber diese Straßen zunehmend asphaltiert wurden, entschieden sich die Organisatoren im Jahr 1967 Kopfsteinpflasterpassagen auf Feld- und Waldwegen in das Rennen zu integrieren.

Paris-Roubaix wäre selbst für Mountainbikes eine Herausforderung.

Die Etappen des Rennens sind in knüppelharte 29 Pflaster-Sektoren aufgegliedert, drei Passagen davon sind mit der höchsten Schwierigkeitsstufe von fünf Sternen bewertet. Zu diesen schwersten Abschnitten gehört der Wald von Arenberg, der mit 2,4 Kilometern Länge und sehr grobem Kopfsteinpflaster von den Favoriten oft für eine erste Selektion genutzt wird. Danach vergeht knapp eine Rennstunde bis der Abschnitt Mons-en-Pévèle erreicht wird, der 3 Kilometer lang ist. Im Carrefour de l'Arbre, 17 Kilometer vor dem Zielstrich, findet regelmäßig die rennentscheidende Attacke statt.

Die Favoriten in diesem Jahr

Während der bestplatzierte Deutsche aus dem Vorjahr, André Greipel (Lotto-Soudal), verletzungsbedingt nicht in Compiègne am Start stehen kann, reiht sich John Degenkolb am Sonntag in den Kreis der internationalen Favoriten ein. "Wir reisen mit einer sehr starken Mannschaft und viel Selbstvertrauen an. Alle sind fit, gesund, fokussiert und top motiviert. Wir sind bereit für Sonntag", blickt der 29-jährige Sieger von 2015 selbstbewusst auf sein Lieblingsrennen.

Schwere Stürze sieht man bei diesem Rennen oft.

Ebenso gehen mit dem Deutschen Meister Marcus Burghardt (Team BORA-hansgrohe) und Marcel Sieberg (Lotto-Soudal) zwei routinierte Fahrer an den Start, die zusammen bereits auf 23 Teilnahmen im Verlauf ihrer Karriere zurückblicken können.

Staub und Schmerzen

Auch das Wetter spielt bei Paris-Roubaix eine äußerst signifikante Rolle. Zwar soll es laut dem Wetterbericht weitgehend trocken bleiben, doch der Regen der letzten Wochen könnte dafür sorgen, dass viele Etappen noch aufgeweicht sind. „Das sind die großen Risiken“, so Renndirektor Thierry Gouvenou im Interview mit dem Tour-Magazin.  

Das Rennen findet am Sonntag um 11.00 Uhr statt und wird auf Eurosport ausgestrahlt. Hier geht´s zum Livestream!

Autor: Max Marquardt, Playboy
Ohne Bremsen über die Alpen
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