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Die Bundesliga

Der Deutschen liebstes Kind

Die Bundesliga – der Deutschen liebstes Kind

Nun geht sie also wieder los, die Bundesliga. Knapp drei Monate ohne den wöchentlichen Kampf um Meisterschaft, Champions-League-Teilnahme, Europa-League-Ticket und Klassenerhalt sind vorbei. Die Bundesliga zieht Millionen Deutsche wieder in ihren Bann. Der Berater sagt Ihnen, was Sie alles über des Deutschen liebstes Kind wissen müssen.

Fangen wir mit den Basics an. Die Bundesliga in ihrer heutigen Form wurde zur Saison 1963/64 eingeführt und Rekordmeister ist der FC Bayern München mit 21 Titeln. Erfolgreichster Torschütze der letzten 48 Jahre ist ein Spieler von der Isar – Gerd Müller traf zwischen 1965 und 1979 365-mal ins gegnerische Tor. Klaus Fischer, der direkt dahinter folgt, hat knapp 100 Tore weniger auf seinem Konto. Kein Wunder, dass man Müller nur den „Bomber der Nation“ nennt. Soweit werden die meisten, die sich für das runde Leder, das inzwischen nur noch aus Plastik ist und auch keine Nähte mehr hat, auch ohne den Berater kommen. Aber, wer hat die meisten Tore in einem Spiel erzielt, wie kam es überhaupt zur Gründung, wer stand am meisten auf dem Feld und wer traf am häufigsten ins eigene Tor? Auch auf diese und viele weitere Fragen weiß der Berater die Antwort.

Bundesliga: der Eigentor-König

Den eigenen Keeper am häufigsten bezwang Manfred „Manni“ Kaltz, der in 581 Spielen für den Hamburger SV sechs Mal ins eigene Netz traf. Auch nicht zu verachten in dieser Kategorie – der Mann, der von einem Weizenbierglas in die ZDF-Torwand traf, den sie die Lichtgestalt nennen oder gar den Kaiser: Franz Beckenbauer. Der ehemalige Bundestrainer, der in der Liga für die Bayern und den HSV auflief, drosch das Leder viermal in das eigene Netz. Nicht schlecht für einen, den viele für unfehlbar halten. Knüppeldick kam es für die Herren Karim Haggui, Dieter Bast, Dieter Pulter, Gerd Zimmermann, Per Roentved und Nikolce Noveski: Diese sechs Herren brachten das Kunststück fertig, gleich zweimal in einer Partie den Ball über die Linie des eigenen Kastens zu bugsieren.

Jeder wird von der Bundesliga infiziert

Doch das wäre ihnen nicht möglich gewesen, hätten sich nicht 103 Abgeordnete des DFB-Bundestages am 28. Juli 1962 im Goldsaal der Dortmunder Westfalen für die Einführung der Bundesliga ausgesprochen. Irgendwie hat man den Eindruck, der Goldesel Bundesliga konnte nur im Goldsaal ins Leben gerufen werden. Jährlich neue Zuschauerrekorde, ständig mehr verkaufte Dauerkarten, immer größere Umsätze bei den Klubs, Trikots, die weggehen wie die berühmten warmen Semmeln und ein Zuschauerstamm, der kein Alter zu kennen scheint. Früher nur was für Männer wurde die Bundesliga inzwischen zum Event für die ganze Familie. Egal ob Opa oder Oma, Sohn oder Tochter – der Virus Bundesliga infiziert fast alle. Mit einer derartigen Erfolgsgeschichte hatte an besagtem Juli-Tag vor 49 Jahren niemand gerechnet.

Der große Skandal der Bundesliga

Viele Geschichten, positive wie negative, kann man über die Bundesliga erzählen. Zu den dunkelsten Stunden zählt sicher das Finale der Saison 1970/71. Der Begriff „Bundesliga-Skandal“ steht mindestens ebenso fest wie „Watergate-Affäre“ - Horst-Gregorio Canellas, damals Präsident bei Kickers Offenbach, machte den Skandal mit dem Abspielen einer Tonband-Aufnahme bei seinem 50. Geburtstag öffentlich. Auch Nationalspieler waren in das Verschieben von Spielen involviert. Die Bundesliga stand am Abgrund. 50 Spieler, mehrere Trainer und Funktionäre wurden bestraft, unter ihnen auch Canellas.

Die Jägermeister der Bundesliga

Für einen Skandal ganz anderer Art sorgte Eintracht Braunschweig, als das Team 1973 mit Werbung auf dem Trikot auflief. Was heute nicht mehr wegzudenken ist, war damals eigentlich verboten. Aber die Braunschweiger nahmen das Label der Firma Jägermeister in ihr Vereinswappen auf und durften folglich damit auf den Rasen. Ein großer Schritt in Richtung Modernisierung und Professionalisierung, die zuerst begrüßt wurde, heute in bestimmten Fan-Kreisen aber auch auf breite Ablehnung stößt. Die sogenannten Ultras glauben, dass durch den Kommerz der wahre Geist des Sports verloren ginge. Sie sind Traditionalisten, die sich den Neuerungen einer lebendigen Sportart verschließen.

Bundesliga: erste Pläne 1932

Doch bis die Bundesliga überhaupt entstand, musste ein steiniger Weg begangen werden. Keinesfalls bedurfte es nur 103 Ja-Stimmen in einem Saal der Westfalenhalle. Die Geschichte der Bundesliga beginnt viel früher, nämlich 1932. Damals äußerte DFB-Präsident Felix Linnemann den Wunsch nach einer eingleisigen „Reichsliga“. Doch die Verbandsvorsitzenden verweigerten ihre Zustimmung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Idee der „Bundesliga“, in der die besten deutschen Mannschaften um die Deutsche Meisterschaft kämpfen sollten, nicht unter. Immer wieder gab es prominente Fürsprecher. Den Kölner Präsidenten Franz Kremer, Bundestrainer Sepp Herberger und den späteren DFB-Präsidenten Hermann Neuberger. 1958 wurde die Gründung der Bundesliga auf der DFB-Tagung im Frankfurt am Main schon einmal vorgeschlagen, aber wieder verworfen.

Bundesliga: Körbel & Müller – Rekorde für die Ewigkeit

Dass es 1962 endlich klappte, war der grausamen Weltmeisterschaft in Chile zu verdanken. Als Deutschland im Viertelfinale scheiterte, sahen viele Delegierte in der Einführung der Bundesliga die Chance, auch die Nationalmannschaft zu stärken. 16 Teams wurden nach aufwendigen Kriterien für die Saison 1963/64 ausgewählt – darunter der Hamburger SV, der als einziges Team noch nie den Weg in die zweite Liga antreten musste, der 1. FC Köln, der als erster Meister in die Geschichte einging und Borussia Dortmund, das mit Timo Konietzka den ersten Torschützen stellte. Ein Klub, der in Deutschland ebenso gehasst wie geliebt wird, fehlte: die Bayern. Der Rekordmeister stieg erst in der Saison 1964/65 in die deutsche Eliteklasse auf, musste sich seither aber auch nicht mehr verabschieden. Die Geschichten, Mythen, Daten und Fakten um die Bundesliga sind endlos, der Berater ist Ihnen aber noch einige versprochene Antworten schuldig. Die meisten Treffer in einer Partie markierte ein Müller, aber nicht Gerd, sondern sein Namensvetter Dieter. Am 17. August 1972 traf er beim Kölner 7:2-Sieg gegen Werder Bremen sechsmal. Die meisten Bundesliga-Spiele absolvierte Karl-Heinz „Charly“ Körbel; 602 Partien für die Frankfurter Eintracht. Ein Muster an Beständigkeit. 19 Jahre Bundesliga waren nötig, um diese Zahl zu erreichen. Kein aktiver Spieler ist auf dieser Liste unter den besten Zehn zu finden. Gemeinsam mit Gerd Müllers 365 Toren einer der Rekorde für die Ewigkeit.

Autor: Stefan Maurer
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