Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Frauen-Fußball

Alles, was man(n) darüber wissen muss

Frauen-Fußball: Alles, was man(n) darüber wissen muss

Sie kennen Birgit Prinz und Silvia Neid. Haben vielleicht schon mal von Marta, der fünffachen Weltfußballerin, oder von Mia Hamm, dem ersten weiblichen Fußball-Superstar gehört. Und Sie wissen, dass Deutschland zuletzt zweimal in Folge Weltmeister wurde – dann ist aber Schluss? Der Berater sagt Ihnen, was Sie noch über Frauen-Fußball wissen müssen.

Ende Juni 2011 beginnt in Deutschland die Weltmeisterschaft der Frauen, das DFB-Team strebt den dritten Titel in Serie an – ein unglaubliches Unterfangen. Auch, wenn die Aufmerksamkeit nicht auf dem Niveau des 2006er-Sommermärchens ist, so hat sich die Nationalmannschaft in den letzten Jahren doch in den Fokus der Öffentlichkeit gespielt. Hinter den Damen liegt ein langer steiniger Weg, der von großen Erfolgen gepflastert wird. Neben den zwei WM-Titeln stehen sechs Siege bei Europameisterschaften und drei olympische Bronzemedaillen auf der Habenseite.

Früher war Frauen-Fußball verboten

Die deutschen Vereine 1. FFC Frankfurt, Turbine Potsdam und FCR Duisburg bestimmen seit Jahren das Geschehen auf dem europäischen Vereinsparkett mit. Doch vor dieser Phase des Erfolgs standen Vorurteile, Missachtung und Verbot. Während sich in England und Frankreich in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine lebendige Frauen-Fußball-Szene entwickelte, hinkte Fußball in Deutschland hinterher. Neue Dokumente zeigen aber, dass die damals rund 1000 an deutschen Universitäten eingeschriebenen Frauen regelmäßig Spiele austrugen. Dass Damen in kurzen Hosen gegen das Leder traten, stieß nicht auf große Gegenliebe. Der Akademische Turnerbund beschwerte sich mit den Worten: „Das Auftreten ist künftigen deutschen Akademikerinnen unangemessen.“

Seit 1970 ist Frauen-Fußball in Deutschland erlaubt

Einen Boom erlebte der Frauenfußball rund 30 Jahren später. Wen wundert’s: im Zusammenhang mit dem „Wunder von Bern“. Fritz Walter & Co. hatten mit ihrem unerwarteten Coup gegen das übermächtige Ungarn nicht nur einer Nation ihren Stolz wiedergegeben, sondern auch Frauen für den Sport mit dem runden Leder begeistert. Diese strömten im Anschluss in großer Zahl auf die Bolzplätze des jungen Deutschland. Doch die Euphorie war von kurzer Dauer - der Deutsche Fußball Bund durchkreuzte die Spiellaune der Frauen. Am 30. Juli 1955 wurde Frauenfußball aus „Sorge um Körper und Seele der Frauen“ verboten. Ein Delegierter des damaligen Verbands-Bundestags sagte: „Das war für die schon schwere Sünde, dass die Mädchen da mit wackeligem Busen übers Feld liefen und auch noch gegen den Ball traten oder sich gegenseitig foulten." Fußball und das damals gesellschaftlich akzeptierte Frauenbild passten nicht zusammen. Nachdem die 68er für ein neues Gesellschaftsmodell gekämpft hatten, erkannte auch der DFB die Zeichen der Zeit. Am 31. Oktober 1970 endeten 15 Jahre Fußball-Verbot für die Frauen.

Frauen-Fußball: ein Tee-Service als Prämie

Seither endwickelt sich der Frauenfußball hierzulande prächtig. Neben den Vereinigten Staaten und Skandinavien ist Deutschland Kernland der weiblichen Fußballwelt. Doch das ist nicht gleichbedeutend mit gesamtgesellschaftlicher Anerkennung und Bedeutung. Ende der 70er-Jahre sagte der damalige Bundestrainer Jupp Derwall: „Fußball ist nichts für Mädchen.“ Diskriminierend? Ja, aber er sprach lediglich die vorherrschende Meinung aus. Erst zehn Jahre später erlebte der Frauen-Fußball in Deutschland seinen Durchbruch. 1989 wurde die erste offizielle Europameisterschaft in Deutschland ausgetragen. Das DFB-Team holte den Titel und das Halbfinale gegen Italien ging als erstes live im Fernsehen übertragenes Frauen-Fußball-Spiel Deutschlands in die Geschichte ein. Der Siegeszug hatte begonnen und wurde vom DFB auch belohnt. Wie? Na, mit einer Siegprämie. Die Damen erhielten ein Tee-Service von Villeroy & Boch. 1b-Ware versteht sich. Werden die Mädels um Birgit Prinz, Simone Laudehr, Celia Okoyino da Mbabi und Lira Bajramaj 2011 im eigenen Land Weltmeister, erhält jede Spielerin 60.000 Euro vom Verband – ein langer Weg, der noch nicht zu Ende ist.

Frauen-Fußball: vom Platz in den Playboy

Abseits der USA, wo traditionell mehr Mädchen als Jungen dem Leder hinterher jagen und Skandinavien, wo die meisten Mannschaften optisch einen besseren Eindruck hinterlassen als Heidi Klums Topmodel-Anwärterinnen, gibt es nur in China und Deutschland auch im Jahr 2011 keine Nachwuchssorgen. Sonia Bompastor, Spielführerin der französischen Nationalmannschaft, auf die die DFB-Damen bei der WM treffen, erklärte jüngst: „In Frankreich spielen nur etwa 60.000 Mädchen Fußball.“ Zum Vergleich: In Deutschland sind es mehr als eine Million. Wohl auch, weil „der Fußball weiblicher geworden ist“, wie Bompastor bekennt. Das glauben sie nicht? Dann werfen Sie mal einen Blick auf und in den aktuellen Playboy. Doch Vorsicht, wer die fünf deutschen Jugend-Nationalspielerinnen auf ihr Äußeres reduziert, hat schon verloren. Die meisten von uns würden sie auf einem Bierdeckel schwindelig spielen.

Autor: Stefan Maurer
Das sind Deutschlands schönste Sportlerinnen
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.