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Fußball-Scout werden

So funktioniert’s

Fußball-Scout werden: So funktioniert’s

Den ganzen Tag Fußball gucken und dafür auch noch bezahlt werden. Klingt nach dem Job Ihrer Träume? Dann sollten Sie vielleicht Fußball-Scout werden. Der Berater erklärt wie’s geht.

Wenn Jogi Löw und sein Co-Trainer Hansi Flick die Köpfe zusammenstecken, um Taktik und Aufstellung für das nächste Spiel der Nationalelf zu planen (und sich womöglich auch schon mal wegen des Partnerlooks abzustimmen), darf ein Mann nicht fehlen: Urs Siegenthaler. Der Schweizer ist Chefscout für die Nationalelf – und mittlerweile ein essentieller Bestandteil des Teams um Löw. Auf die Informationen von Siegenthaler, der für den DFB die taktische Ausrichtung sowie die Stärken und Schwächen gegnerischer Teams analysiert, will Löw nicht mehr verzichten. Und so wie er, legen mittlerweile immer mehr Fußballtrainer von der Bundes- bis zur Oberliga Wert darauf, Scouts zu haben, die gegnerische Mannschaften und mögliche Neuzugänge beobachten und analysieren. Gute Fußball-Scouts sind gefragt! Der Berater erklärt, wie sie einer werden.

Fußball-Scout werden: Voraussetzungen und Ausbildung

„Ein guter Scout muss ein Spiel lesen und die individuellen Stärken und Schwächen einzelner Spieler beurteilen können“, sagt Dirk Schröder von der Agentur DSFußballscouting. Der 47-Jährige arbeitet seit 15 Jahren als Scout und hat früher in der 3. Liga gekickt. Selbst Profi gewesen zu sein, ist seiner Ansicht nach zwar vorteilhaft, aber nicht zwangsläufig nötig um ein guter Scout zu sein. „Mindestens in der Landesliga sollte man aber schon gespielt haben.“ Eine klassische Ausbildung zum Scout gibt es nicht. Schröder empfiehlt allerdings eine Trainerausbildung beim DFB zu absolvieren. Teilweise werden bei den DFB-Landesverbänden auch Vorträge zum Thema Scouting gehalten, durch die man sich fortbilden kann. Und hin und wieder ergibt sich die Möglichkeit, bei einer Scouting-Agentur anzuheuern und eine Art „Learning-by-doing-Ausbildung“ zu machen. Schröder selbst hat nach seiner Fußballkarriere die Trainer-B-Lizenz gemacht und strebt aktuell die A-Lizenz an – eine Art Fortbildungsmaßname in eigener Sache.

Der Arbeitsalltag als Fußball-Scout: Spiel- und Mannschaftsbeobachtung

Der Arbeitsalltag verschiedener Fußball-Scouts ist ungefähr so variantenreich wie die Dribblings von Lionel Messi. Je nachdem in welchem Bereich ihr Schwerpunkt liegt und für wen sie arbeiten, unterscheiden sich die Tätigkeitsbereiche von Scouts enorm. Der Arbeitsalltag von Schröder gibt aber einen ganz guten Einblick, in das Arbeitsfeld. Seine Tätigkeit ist im Prinzip zweigeteilt: Bei der „Spiel- und Mannschaftsbeobachtung“ analysiert er im Auftrag von Vereinen deren zukünftige Gegner im Hinblick auf Spielsystem, Taktik und besondere Stärken und Schwächen. Daraus erstellt er ein etwa 25-seitiges Dossier mit Informationen zu den einzelnen Spielern sowie zum Spielsystem. „Ich analysiere zum Beispiel: Spielt eine Mannschaft vor allem in die Breite, in die Tiefe, übers Zentrum, über Außen? Wo sind die stärkeren Spieler, wo die schwächeren? Wie sehen die Spielzüge und Laufwege aus? Und wie werden Standardsituationen ausgeführt?“ Das fertige Dossier präsentiert er dem Verein, der ihn beauftragt hat, meist zu Wochenbeginn. „Anhand dieser Infos kann der Trainer seine Mannschaft dann die ganze Woche lang auf die kommende Partie einstellen.“

Der Arbeitsalltag als Fußball-Scout: Spieler-Beobachtung

Anders läuft die Arbeit bei der „Spielerbeobachtung“. Dabei geht es darum, im Auftrag von Vereinen einzelne Spieler über einen längeren Zeitraum hinweg (im Amateurbereich meist ein halbes Jahr, im Profibereich ein ganzes) zu beobachten und deren Stärken und Schwächen zu analysieren. „Daraus erstellen wir schließlich ein achtseitiges Profil, das Informationen enthält zu beispielsweise Zweikampfstärke, Technik, Kopfballstärke, taktischem Verständnis und vielem mehr“, sagt Schröder. In einer typischen Woche ist er an drei Tagen unterwegs, um Spiele zu sehen. Den Rest der Zeit verbringt er vor allem mit organisatorischen Aufgaben, dem Verfassen der Berichte und Profile sowie dem Pflegen des eigenen Netzwerks aus Kollegen, Auftraggebern und Spielern.

Die Jobchancen als Fußball-Scout

„Es ist kein Haifischbecken, aber man muss sich schon behaupten können“, sagt Schröder über die Jobaussichten in seiner Branche. „Die meisten Profivereine haben eigene Scouts angestellt – aber so viele Jobs sind das nicht, die es da gibt.“ Oft sind diese Top-Stellen auch von ehemaligen Fußball-Profis besetzt. Allerdings nutzen auch immer mehr Amateurvereine bis hinunter zur Oberliga die Dienste bezahlter Scouts, und hier ergeben sich hin und wieder Möglichkeiten für selbstständige oder in Agenturen zusammengeschlossene Scouting-Experten. Das wichtigste dabei: die richtigen Kontakte. „Ich hatte das Glück, dass ich von Anfang unter die Fittiche eines Kollegen genommen wurde, der bereits seit Jahrzehnten im Geschäft ist“, sagt Schröder. „Durch ihn habe ich Leute kennen gelernt, an die ich sonst wohl nicht so leicht herangekommen wäre.“ Es gilt also: networking is king – in der Fußball-Branche sowieso. Löw und sein heutiger Chef-Scout kennen sich ja auch schon eine Weile: Als Trainerausbilder des Schweizer Fußballverbandes unterwies Siegenthaler einst den jungen Nachwuchstrainer Jogi Löw.

Autor: Felix Lenbach
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