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Motorrad Grand Prix

Was macht die MotoGP zur Königsklasse?

Motorrad Grand Prix: Was macht die MotoGP zur Königsklasse?

Das beste, stärkste, schnellste und vor allem lauteste Motorradrennen der Welt: Die MotoGP ist Inbegriff und Krönung des Rennsports auf zwei Rädern. Was aber macht sie so erfolgreich – und was unterscheidet die MotoGP von allen anderen Klassen? Der Berater weiß es.

Motorrad Grand Prix, oder auch MotoGP: So lautet der Inbegriff des zweirädrigen Rennsports. Dahinter verbirgt sich ein Erlebnis, das selbst eingefleischte Motorsportabstinenzler in Sekundenbruchteilen zu Fans bekehrt. Denn die MotoGP ist lauter, schneller, verrückter, spannender und gefährlicher als alles, was sich sonst auf den Rennparcours dieser Welt abspielt. Wenn die Fahrer auf der Geraden mehr als 300 Stundekilometer erreichen und dabei nur wenige Zentimeter voneinander entfernt der Fahne entgegen donnern, stockt jedem Zuschauer der Atem. Nur in den schnellen Kurven wird alles noch ein bisschen spektakulärer. Dort zerren zusätzlich gewaltige Fliehkräfte an den kleinen Männern auf den großen Maschinen. Ex-Weltmeister Nicky Hayden sieht darin den großen Reiz des Motorradfahrens: „Mit 330 Stundenkilometern die Gerade entlang zu rauschen, verliert irgendwann seinen Reiz, aber die Duelle Mann gegen Mann lassen auch bei mir immer noch das Adrenalin einschießen.“ Hayden fährt erfolgreich in der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft. Doch auch in der 125-ccm-Klasse und in der neu geschaffenen Moto2 wird hervorragender Rennsport geboten.

Motorrad Grand Prix: Einstieg über die 125er–Klasse

Um in der MotoGP mitzufahren, müssen die Piloten eine steile Karriere vorweisen. Meist dient die 125er-Klasse jungen Talenten nach Erfolgen in nationalen Meisterschaften als erste Station in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Viele der Fahrer sind noch keine 20 Jahre alt, einige dürften hierzulande noch nicht einmal ein Auto lenken. Die Maschinen haben nur einen Zylinder und erreichen deutlich niedrigere Spitzen-Geschwindigkeiten als ihre Pendants in der MotoGP. Dafür sind sie durch ihre geringere Größe und das geringere Gewicht in den Kurven deutlich agiler.

Motorrad Grand Prix: Die zweite Stufe zur Königsklasse heißt Moto2

Etwas schneller wird es dann in der Moto2. 2010 löste diese Serie die alte 250er-Klasse ab, die es seit 1949 gegeben hatte. Mit dieser Meisterschaft verfolgt der Motorradweltverband FIM eine Strategie der Kosteneindämmung, wie sie in den letzten Jahren auch in der Formel 1 gängig ist. Wichtigster Schritt auf diesem Weg ist die Einführung des Einheitsmotors. Alle Teams werden von Honda mit demselben Vierzylinder-Motor beliefert. So entfallen für die Teams immense Entwicklungskosten. Die weitere Gestaltung des Motorrads ist den Teams im Rahmen des Regelwerks freigestellt. Jedoch muss jede Maschine mindestens 135 Kilogramm wiegen und darf lediglich sechs Getriebeübersetzungen vorweisen. Mit dem strikten Reglement gelang es der FIM tatsächlich, die Kosten deutlich zu senken. Nach sieben Rennen gehen die meisten Szenekenner von 100.000 Euro Kosten pro Saison und Maschine aus. Allein schon in dieser Summe zeigt sich, wie groß der Schritt in die Königsklasse MotoGP ist. Nur wirklich den Besten steht er offen.

Es geht um viel Geld

100.000 Euro Kosten pro Saison und Maschine sind ein verschwindend geringes Sümmchen im Vergleich zu den Größenordnungen in der MotoGP. Mindestens fünf Millionen Euro kostet hier eine Maschine pro Saison – Ersatzteile, die nach den vielen Stürzen gebraucht werden, noch nicht mitgerechnet. Dazu kommen für die Teams enorme Reisekosten und die Gehälter der Fahrer. Szeneprimus Valentino Rossi, der sich vor kurzem bei einem schweren Sturz einen offenen Schienbeinbruch zuzog, musste sich 2007 mit dem italienischen Fiskus herumschlagen. Gegenstand der Ermittlungen waren seine Einkünfte zwischen 2000 und 2004: 112 Millionen Euro. Die kamen sicherlich nicht komplett von seinen Teams, vermitteln aber eine Vorstellung von den Königsklassen-Dimensionen. Aufgrund der immensen Kosten starten in dieser Saison nur 17 Fahrer in der MotoGP. Und lediglich vier Hersteller beteiligen sich: Yamaha, Honda, Suzuki und Ducati.

Männer im besten Alter auf Feuerstühlen

Alle Hersteller der MotoGP benutzen 4-Zylinder-Motoren. Doch auch hier ergeben sich Unterschiede. Ducati hat seine Kolben beispielsweise als V angeordnet und musste deshalb einen alternativen Weg für das Auspuffrohr suchen. Dieses endet nun direkt unter dem Po der Fahrer. So bekommt das Wort Feuerstuhl eine ganz neue Bedeutung. Vielleicht gibt es auch deshalb in der MotoGP eine andere Altersgrenze, als in den anderen Klassen. Die Fahrer müssen mindestens 18 sein, während man in der 125er-Klasse und der Moto2 bereits mit 16 Jahren an den Start gehen darf. Alte Herren dürfen übrigens auch nicht mehr aufsteigen. In den beiden oberen Klassen ist mit 50 definitiv Schluss.

Kleinere Motoren bringen mehr Speed

Des Weiteren unterscheidet sich die MotoGP durch ihre Bremsen von den kleineren Klassen. Während dort nur Stahlbremsen erlaubt sind, darf man in der MotoGP auch mit Kohlefaserscheiben entschleunigen. Hat man die Bikes einmal über die Rennstrecke donnern sehen, ist einem bewusst, warum hier High Tech zum Einsatz kommt. Die Maschinen wären sonst kaum zu kontrollieren. Um sie sicherer zu machen, wurde in der MotoGP auch die Hubraumgrenze von 990 ccm auf 800 ccm vermindert. Die Motorräder sollten langsamer werden – eine Fehlplanung, denn durch die kleineren Motoren wurden die Maschinen leichter.

Am Top-Speed hat sich daher kaum etwas verändert. Durch die größere Agilität wurden die Geschwindigkeiten in den Kurven sogar höher. Da dort beim Anbremsen, Einlenken und Beschleunigen die meisten Unfälle passieren, hat die Regeländerung nicht gegriffen. Im Gegenteil: Die MotoGP ist noch spektakulärer geworden. Und laut ist sie wie eh und je: 130 Dezibel darf eine Maschine maximal erreichen. Das reicht locker für ein einmaliges Sounderlebnis, wenn 17 solcher Maschinen starten zum weltgrößten Motorrad Grand Prix.

Video: Mitfahrt im Peugeot von Rallye-Pilot Christian Riedemann

Autor: Stefan Maurer
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