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Adonis-Komplex

Alles über die Muskelsucht

Pumpen, Pumpen, Pumpen

Magersucht, Essstörungen, Sportwahn: Immer mehr Männer sind süchtig nach Muskeln. Wir erklären die Ursachen und Folgen des „Adonis-Komplex“.

Sie haben Muckies wie Herkules – und fühlen sich wie ein Spargeltarzan: Immer mehr Männer leiden an Muskeldysmorphie, besser bekannt als Muskelsucht oder „Adonis-Komplex“. Während Frauen hungern oder mittels Erbrechen und Abführmitteln schlank bleiben wollen, pumpen Männer sich auf – mit teilweise krankhaften Folgen. Wir erklären das Phänomen.

Phänomen Adonis-Komplex

Der Begriff „Adonis-Komplex“ wurde 1981 von den Psychiatern Harrison G. Pope, Katherine A. Philips und dem Psychologen Roberto Olivardia geprägt. Für ihr gleichnamiges Buch untersuchten die drei Mediziner eine neue Ess- und Wahrnehmungsstörung, die sie nach einem makellosen Jüngling aus der griechischen Mythologie benannten.

Ihre Beispiele für die festgestellte Muskelsucht: Bodybuilder, die aus Scham über ihre „Spaghetti-Ärmchen“ am Strand nur im Sweat-Shirt herumliefen oder sich nicht einmal im abgeschirmten Garten sonnen wollten. Ihre Begründung: Es könnte ja „ein Flugzeug drüberfliegen und jemand aus dem Fenster sehen“.

Adonis-Komplex: die Ursachen

Die Zahl der Betroffenen hat sich in den letzten 30 Jahren fast vervierfacht. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf ca. 200.000 geschätzt, in den USA soll knapp 1 Prozent der Jungen und jungen Männer in irgendeiner Form unter Muskelsucht leiden. Genaue Zahlen wurden bislang nicht erhoben, Forscher befürchten aber, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist.

Pope, Philips und Olivardia begründeten die Störung folgendermaßen: Mit zunehmender Veränderung der Geschlechterrollen wollen sich Männer immer mehr vom vermeintlich schwachen Geschlecht absetzen. Mit Actionstars wie Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone waren in den 1980er Jahren schnell die perfekten Vorbilder für das neue Männerbild gefunden.

Das Ergebnis: Das Bodybuilding boomte, Anabolika wurden salonfähig. Mediziner von der Mount Sinai School of Medicine in New York fanden sogar eine biologische Erklärung für den Adonis-Komplex: Im Gehirn von Muskelsüchtigen stellten sie einen Mangel des Botenstoffs Serotin fest, der den Patienten dauerhaft das Gefühl gibt, dass mit ihnen etwas nicht stimmt.

Adonis-Komplex: die Symptome

Minderwertigkeitskomplexe, Depressionen und Ängste sind aber nur ein Teil der Folgen dieser Störung. Für den perfekten Körper und das Training opfern Muskelsüchtige sogar Beziehungen, Freunde und Job. Das einzige, was zählt, sind Sport und Diät.

Entzugserscheinungen während Trainingspausen sind deshalb die Regel. In immer kürzeren Abständen führt das aber auch zu impulsiven Essanfällen. Mittlerweile sind genau so viele Männer, wie Frauen von derartigen Essstörungen betroffen.

Adonis-Komplex: die Risiken

Für den Körper birgt die Muskeldysmorphie erhebliche Risiken: Durch die eingeschränkte Nahrungsaufnahme wird der Körper wichtiger Nährstoffe beraubt und kann kein Körperfett mehr aufbauen. Die zusätzliche Einnahme von Abführmitteln, entwässernden Medikamenten, sowie Anabolika und Steroiden, kann zum Teil schwere gesundheitliche Folgen haben - von Hodenatrophie und Osteoporose über erhöhten Blutdruck bis hin zum Herzinfarkt.

Video: Frauen ansprechen beim Sport

Autor: Laslo Seyda
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