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Warum glückt die Titelverteidigung im Fußball fast nie?

Playboy verrät es ihnen

Warum glückt die Titelverteidigung im Fußball fast nie?

Der erste Titel ist der einfachste – scheint so. Denn gerade im Fußball glückt die Titelverteidigung fast nie. Woran das liegt? Der Berater weiß es.

1995 und 1996 gewann Borussia Dortmund unter Aufsicht des damaligen Trainers Ottmar Hitzfeld zweimal hintereinander die Deutsche Meisterschaft im Fußball – und setze dem Erfolg mit dem Champions League-Sieg 1997 noch das i-Tüpfelchen drauf. Der größte Erfolg in der Vereinshistorie. Im darauffolgenden Jahr war dann Schluss mit den Schampus-Feiern. Platz zehn in der Bundesliga, in der Champions League im Halbfinale gescheitert. Für die Boulevardpresse war der Grund für das Scheitern klar: Die alten Spieler waren nicht mehr titelhungrig und neue Spieler wurden nicht geholt. 2001 gewann Hitzfeld erneut die nationale und internationale Meisterschaft. Diesmal mit dem FC Bayern München. In der nächsten Saison kam er nur noch ins Viertelfinale. Und wieder sollte es nach Meinung vieler daran gelegen haben, dass er sich zu sehr auf die alten Knappen verlassen hatte. „Never Change a winning Team“ gilt wohl nur, wenn man zum ersten Mal einen Pokal gewinnen möchte – danach bedarf es einer Radikalkur, so das Rezept vieler Experten.

Titelverteidigung – in erster Linie eine mentale Angelegenheit

Sein spanischer Amtskollege Josep Guardiola vom FC Barcelona ging da taktisch schon etwas klüger vor: Nach dem Champions League-Erfolg des FC Barcelona 2009 hat er seinen Stürmer Samuel Eto‘o verkauft und gegen den schwedischen Angreifer Zlatan Ibrahimovic eingetauscht – nicht etwa aufgrund schlechter Leistung (immerhin hat der Kameruner 108 Tore in 145 Spielen für die Katalanen geschossen), sondern nur, um frischen Wind ins Team zu bringen. Gebracht hat es jedenfalls nichts – Ein Jahr später schied der spanische Meister vorzeitig aus. Vielleicht ein Trost für Hitzfeld und Guardiola: Sie stehen nicht alleine da. Denn noch nie konnte ein Verein über zwei Jahre hinweg Champions League-Sieger bleiben. Und auch bei der Fußballweltmeisterschaft ist in den letzten 50 Jahren keinem mehr das Kunststück der Titelverteidigung geglückt.

Siege satt haben? Quatsch! Profi-Sportler wollen immer gewinnen

Tatsächlich kann man aber nicht pauschal sagen, dass die Titelverteidigung schwieriger ist als der erste Pokal-Triumpf. Und ganz sicher dürfte der Faktor „Titelgeilheit“ nur eine Randnotiz ausmachen. Dazu muss man nur über den Rand der Meisterschaftsschale hinausschauen und andere Sportarten betrachten. Michael Schumacher gewann insgesamt sieben Mal die Weltmeisterschaft in der Formel Eins, fünfmal davon in Folge. Und Roger Federer drohte schon das Tennisgeschehen zu einer langweiligen Ein-Mann-Veranstaltung zu machen, nachdem der Schweizer offenbar vergessen hatte, dass man auch mal ein Spiel verlieren kann. Der Sportpsychologe Prof. Dr. Jens Kleinert von der Deutschen Sporthochschule in Köln ist sich daher auch sicher, dass „das mit dem Satt-sein-zu-siegen Quatsch ist. Profi-Sportler sind dafür viel zu ehrgeizig und wollen immer siegen und ihr Bestes geben“.

Verlustangst blockiert bei der Titelverteidigung

„Die Frage ist, mit welcher Einstellung der Sportler in den Wettkampf geht. Wenn er nur daran denkt, was er verlieren kann, wird ihn das blockieren und hemmen“, sagt Kleinert. Das klassische Beispiel sind die typischen David-gegen-Goliath-Begegnungen: Wenn der fünfzehnfache DFB-Pokal-Sieger FC Bayern München gegen den kleinen Underdog aus einer der Kellerliegen antritt, kann der Außenseiter eigentlich nur gewinnen – vom großen Meister hingegen erwartet jeder den Sieg. Im Falle eines Triumphs würden sie ihren Mythos nicht groß ausbauen; dafür aber tief fallen, wenn sie sich eine Niederlage einfangen. Wenn ein Sportler – ganz egal ob Rennfahrer, Fußballprofi oder Curling-Spieler – nur daran denkt, dass er nichts mehr erreichen, sondern sein Erreichtes nur noch verlieren kann, dann wird es laut Kleinert schwer mit der Titelverteidigung.

Bei der Titelverteidigung bloß nicht an Konsequenzen denken

Der zweite lähmende Faktor sind die Konsequenzen: Wer im Hinterkopf hat, was die negativen Folgen sein könnten, macht sich die Titelverteidigung nicht leichter. „Profis werden von Ihren Sportpsychologen deshalb darauf trainiert, das „Was, wenn“ auszublenden und nur das „Wie“ zu fokussieren“, so Kleinert. Von den Akteuren auf dem Platz hört man deshalb in Interviews auch selten Spekulationen über mögliche Versagensszenarien, sondern meist Sätze wie sie die Titelverteidigung oder den nächsten Wettkampf angehen wollen: „Wir müssen einfach auf uns schauen und versuchen, unser Spiel durchzubringen und dann werden wir sehen“. „Wenn man schon an Konsequenzen denkt, dann an positive“, empfiehlt Kleinert, wie etwa die Meisterschaft. In der Theorie klingt das alles wunderbar einfach: Nicht an Konsequenzen denken und keine Verlustängste haben. Wunderbar einfach – wären da nicht noch die äußeren Einflüsse. Boulevard-Zeitungen mit hetzerischen Überschriften und tausende von Fans in den Kurven die mit Dezibel-Rekorden jeden Fehler in die Arena brüllen, machen es den Sportlern nicht leicht, nur positiv zu denken – deshalb ist das mit der Titelverteidigung wohl auch so schwer.

Autor: Maximilian Reich
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