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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Feilschen

So bekommen Sie den besten Preis – nicht nur auf dem Markt

Blechen Sie noch oder feilschen Sie schon?

Dass Feilschen auf dem Basar im Urlaub dazu gehört, weiß jeder. Aber im heimischen Kaufhaus oder Elektromarkt? Klar – warum nicht auch hier den besten Preis aushandeln

Seit das Rabattgesetz aus dem deutschen Paragraphenwälzer getilgt wurde, lässt sich nun auch außerhalb des türkischen Sommerdomizils feilschen. Das bedeutet aber nicht, dass Schnäppchenjäger fortan mir-nichts-dir-nichts in das Großwarenkaufhaus ihrer Wahl marschieren können, für das neue Mountainbike ein Gebot abgeben, woraufhin die Kassiererin über den Rand ihrer angeketteten Brille schaut, Geschichten von ihren zehn kleinen hungernden Kindern auftischt und am Ende dennoch entgegenkommt. Nein, im heimischen Warengefilde kommt es ganz besonders auf das richtige Fingerspitzengefühl an – und das geht schon beim Timing los.

Das richtige Timing beim Feilschen

Wer versucht, das neue iPad am Tag des Verkaufsstarts ein paar Euro günstiger zu bekommen, während sich dahinter eine Menschentraube die Beine in den Bauch steht, der hat wenig Aussicht auf Erfolg. Feilschkönig Herman Scherer, Autor des Buches „Jeder Tag ist Schlussverkauf“ (Gabal-Verlag) weiß: „Grundregel ist, die Ladenöffnungszeiten zu beachten, um zu wissen, wann wenig Andrang herrscht. Am besten außerhalb der Saison angreifen!“ Die Verkäufer lassen sich dann leichter breitschlagen, mit dem Preis etwas runter zu gehen, um in den Regalen Platz für die neue Saison schaffen zu können.

Der richtige Auftritt beim Feilschen

Zur passenden Zeit vor dem richtigen Regal zu stehen, macht aber noch kein erfolgreiches Feilschen aus. Es kommt auch darauf an, wie man vor dem Regal steht. Kaputte Hose, ausgetretene Schuhe, zerlumpter Mantel – das bringt nur in Filmen Rabatt. In der Realität bekommen Sie dafür höchstens das Sicherheitspersonal auf den Hals gehetzt. Kostenlos – immerhin.

Scherer empfiehlt daher, lieber „gepflegt, freundlich und klar entschlossen rüberzukommen“. Durch ein angenehmes Auftreten, so der Fachmann, werde dem Verkäufer suggeriert, Sie seien ein Mann, der weiß was er will. – Und wenn man Ihnen einen Rabatt anbietet, werden Sie auch sofort zuschlagen. Schäbig gekleidete Leute hingegen wirken meist unentschlossen. Und nichts ist dem Händler verhasster, als sich den Mund über ein Produkt fusselig zu reden, um sich am Schluss ohne Geschäftsabschluss zu verabschieden.

Gesprächsregeln für erfolgreiches Feilschen

Aber wie verhandelt man eigentlich richtig mit dem Mann, der über die Rabatte herrscht? Freundlich – und vor allem leise. „Feilschen“, so Scherer, „ist immer ein Machtspiel“. Wer seinen Wunsch nach Preisnachlass hörbar bis in die hinterste Miederwarenabteilung plärrt, hat keine Chance. Der Verkäufer muss schon deswegen ablehnen, um vor den anderen Kunden sein Gesicht zu wahren. Scherer empfiehlt daher:

  1. Nicht fordernd, sondern freundlich fragen.
  2. Leise und dezent mit dem Verantwortlichen verhandeln.
  3. Nicht direkt das Wort „Rabatt“ benutzen, sondern nach einem „Bonus für schnellentschlossenes Kaufen“ fragen.
  4. Offene Fragen stellen und stets mit Gegenfragen antworten, um den Gegenüber kommen zu lassen.

Haben Sie Ihr Ziel erreicht und bekommen sogar einen höheren Rabatt als jemals geträumt – versuchen Sie Ihre Freude zu verbergen und geben Sie sich nicht mit dem Angebot zufrieden. Versuchen Sie noch mehr herauszukitzeln. Bloß nicht sofort einschlagen, warnt Scherer: „Dann wird der Verkäufer das Gefühl haben, er wurde über den Tisch gezogen oder Sie wären auch mit weniger zufrieden gewesen. Wenn Sie Pech haben, versucht er sich dann zu rächen“. Beispielsweise, indem er die Garantielaufzeit verkürzt.

Beim Feilschen gibt es keine Grenzen

Die Preisspanne, um die Sie feilschen können, ist dabei fast unendlich. Von 0 bis 80 Prozent ist alles drin. Entscheidend ist, wo gefeilscht wird und wie viel Umsatz der Händler gewohnt ist. „Wenn Sie für 20 Euro Äpfel beim Obsthändler ums Eck kaufen, kann es gut sein, dass er Ihnen ein paar Cent erlässt. Wenn Sie für 20 Euro eine CD kaufen, wird der Angestellte nicht anfangen, wegen 20 Cent mit Ihnen zu debattieren“, so Scherer. Hier ist es dann schlauer, Produkte zu bündeln und nachzuhaken, ob man noch eine CD obendrauf bekommt, wenn man statt einer gleich drei kauft.

„Händler geben grundsätzlich lieber Naturalrabatt als Preisnachlässe, da sie eine verschenkte 20 Euro-CD billiger kommt, als ein 20 Euro-Preisnachlass.“ Und noch ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Tipp zum Schluss: Wenn Sie mit Ihrer Freundin shoppen gehen, sollten Sie das Feilschen lieber sein lassen. Frauen sind solche Situationen meist peinlich – und Ihr Spendier-Bonus würde ganz schnell verpuffen...

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Autor: Maximilian Reich
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