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Die Geschichte der "Schimanski-Jacke"

Zum Todestag von Götz George

Die Geschichte der "Schimanski-Jacke"

Schnauzer, Kippe und beigefarbener Parka - so kannte man Götz George vor allem als schnoddrigen Kult-Kommissar Schimanski. Besonders seine Jacke wurde in der Serie zu seinem Markenzeichen. Was viele nicht wissen: Die "Schimanski-Jacke" hat eine besondere Geschichte. Anlässlich des Todestages des Schauspielers, haben wir uns eingehender mit diesem stilvollen Accessoire befasst.

Vielleicht mag es am etwas gewöhnungsbedürftigen Schnitt der “Field Jacket M65” liegen, dass diese amerikanische Kultjacke trotz des allgegenwärtigen Vintage-Trends einen anderen Stellenwert aufzuweisen hat, als Retro-Sneaker oder Persol-Brillen.

Doch bisher hat sich kaum ein anderes Kleidungsstück in der Mode der letzten 40 Jahre behaupten können, wie die amerikanische Feldjacke M65. In Deutschland kannte man das Stück lediglich unter dem Namen „Schimanski-Jacke“. Götz George trug die M65 als Kult-Kommissar in gleichnamiger Serie. Trotz des Bekanntheitsgrades schaffte die Jacke allerdings nie ihren modischen Durchbruch, und das, obwohl sie in vielen bekannten Filmen zum Einsatz kam.

Der M51-Parka, Modezeichen der "Mods" und Vorgänger der M65

Ursprünglich im Jahr 1965 (abgeleitet M65) von der US-Armee eingeführt, löste die Jacke den in den 40er Jahren produzierten Kaltwetter-Parka ab, der vor allem durch die britische Subkultur-Jugendbewegung der „Mods“ einen großen Bekanntheitsgrad erlangte.

Die Jacke

Bestehend aus einer Mischung aus Nylon- und Baumwollgewebe, war die Oberbekleidung für kalt-nasses Terrain gedacht und konnte durch Knöpfe mit einem herausnehmbaren Innenfutter aus Polyamid ergänzt werden. Als weiteres multifunktionales Merkmal, wurde die M65-Jacke mit einer im Kragen liegenden Kapuze versehen. Taille und Saum konnte man mittels eines innenliegenden Kordelzugs beliebig verstellen. Vier an der Vorderseite zugängliche Taschen sollten ein hohes Maß an Stauraum gewährleisten.

Götz George mit "Schimanski-Jacke".

Damals wie heute verfügt die M65 über einen Reißverschluss aus Aluminium. Dieser wurde später durch Messing ersetzt, bei manchen niedrigpreisigen Versionen der Jacke sind die Verschlüsse aus Plastik - allerdings experimentierte die US-Armee in den 90er Jahren ebenfalls mit Plastikverschlüssen. Die Ärmelabschlüsse waren Anfangs mit Plastikknöpfen verstellbar – später wurde dieses System durch einen Klettverschluss abgelöst.

Travis Bickle und John Rambo trugen sie auch

Doch nicht nur in „Schimanski“ tauchte die Feldjacke auf. Erstmals konnte man sie in „Taxi Driver“ mit Robert de Niro sehen. Später dann in Ted Cotcheffs Baller-Streifen „Rambo“ (engl. „First Blood) von 1982. Hier bewies der Protagonist John Rambo (Sylvester Stalone) auf eindringliche Art und Weise nicht nur Robustheit und Verwendungsmöglichkeiten der M65, sondern auch ihren Modestil fernab militärischer Uniformierung.

Götz George trug die Jacke auch oft privat. Wichtigstes Merkmal der „Schimanski-Jacke“: George trug eine Version ohne Schulterklappen. Ob diese aus produktionstechnischen Gründen entfernt wurden, oder weil es sich um eine zivil produzierte Jacke handelte, ist leider unklar. 

Robert de Niro trägt als Travis Bickle in "Taxi Driver" eine M65.

Die heute kommerziell vertriebenen M65 Jacken sind weitestgehend sogenannte „Aftermarket-Produktionen“ – also keine Originale. Qualitativ stehen diese Reproduktionen dem Original teilweise in nichts nach.

Allerdings wurde das Reißverschlusssystem aus Messing oder Aluminium, durch Kunststoff ersetzt. Dies war jedoch bereits auch noch bei den offiziell produzierten M65 Jacken der frühen 90er Jahre der Fall.

Sie wollen auch eine Schimanski-Jacke? Darauf müssen Sie beim Kauf achten!

Spielt man mit dem Gedanken sich eine M65 anzueignen, so sollte man beim Kauf vor allem auf das auf Nackenhöhe eingenähte Label achten, welches aus einem knittrigen, phosphorweissen, papierartigen Stoff ist. Dort ist neben der Typenbezeichnung „Field Jacket M65 Cold Weather“ ebenfalls eine sogenannte „DSA“-Nummer zu finden. Anhand dieser Nummer  anhand dessen  das genaue Produktionsdatum abgelesen werden kann. Die DSA-Nummer besteht aus 9 Ziffern und einem Buchstaben. Das Produktionsjahr befindet sich nach den ersten drei Ziffern. So hat beispielsweise eine M65 aus dem Jahr 1967 folgende DSA-Nummer: DSA 100-67-C-0249.  

Mit der "DSA-Nummer" kann das Produktionsjahr bestimmt werden.

Die Produktion der M65 wurde offiziell 1995 eingestellt und von einer moderneren Gore-Tex Kaltwetterbekleidung abgelöst. Für heutige militärische Einsätze, wäre die M65 völlig ungeeignet. 


Dennoch: Ihren Kultstatus hat die M65 bis heute nicht verloren. In smarter Kombination getragen, unterstreicht die M65 die verwegene Coolness eines John Rambo oder eines Travis Bickle (Taxi Driver) und ist somit mehr als nur ein zuverlässiges Kleidungsstück für alle Wind- und Wetterlagen.

Wer also auf der Suche nach einer warmen und zugleich individuellen Freizeitjacke ist, die man auch im Frühjahr und Herbst tragen kann, findet an einer originalen M65 nicht nur ein stylisches Oberteil, sondern vielmehr auch noch ein Stück Zeitgeschichte.

Götz George starb am 19. Juni 2016 in der Hansestadt Hamburg im Alter von 77 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Er wurde im engsten Kreis seiner Familie auf dem Friedhof Berlin-Zehlendorf nahe der Grabstelle seines Vaters beigesetzt.
 

Autor: Max Marquardt, Playboy
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