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Wird die App "Vero" Facebook ersetzen?

Wir haben das neue Soziale Netzwerk getestet

Wird diese App Facebook ersetzen? Wir haben "Vero" getestet

Es gibt einen neuen Player auf dem Spielfeld der Sozialen Netzwerke: „Vero“ soll eine Alternative für Facebook, Instagram und Snapchat sein. Der Name der App ist Latein und bedeutet übersetzt „in Wahrheit“. Die Macher versprechen weniger Social Media, dafür aber mehr Social Life. Wir wollten wissen, ob Vero tatsächlich Facebook den Rang ablaufen könnte und haben die neue App getestet.

Algorithmen, Restriktionen, Zensur: Für viele Nutzer von Facebook, Instagram und Snapchat ist die Sehnsucht nach einem neuen sozialen Netzwerk groß. Viele empfinden gerade Facebook nur noch als nervigen Zeitfresser. Alles scheint gepostet, geliket oder kommentiert. Die User sind dem Netzwerk schier entwachsen. Social-Media Müdigkeit wird immer mehr zum Massenphänomen.

Weniger Social Media – mehr Social Life

Bisher scheiterten fast alle Bestrebungen eine Alternative fernab des Facebook-Kosmos zu erschaffen an der technischen Umsetzung - oder am Geld. Ernstzunehmende Konkurrenten wie Instagram und Snapchat kaufte das Zuckerberg-Imperium kurzerhand auf. Ob auch Vero zu einer derartigen Tochterfirma wird, bleibt abzuwarten.

Die App-Alternative zu Facebook propagiert weniger Social Media, dafür aber mehr Social Life. Im Gegensatz zu Facebook und Instagram erscheinen hier die Posts in chronologischer Reihenfolge und ohne Anzeigen-Unterbrechungen. Strikte Zensur oder einen Algorithmus soll es nicht geben.

Genau dies sieht Vero auch als Alleinstellungsmerkmal: Soziale Wahrhaftigkeit. Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter zeigen die Posts im Newsfeed oder in der Timeline algorithmisch an – das gibt vielen Nutzern das Gefühl, bevormundet zu werden.

"Wir kuratieren nicht, wir manipulieren nicht"

Auch die zahlreichen Werbe-Anzeigen, adaptiert auf die jeweiligen User-Interessen, sorgen für Frustration. "Es gibt keine Werbung, keine Algorithmen und keine Datensammelei in der App“, stellt Vero im Image-Video klar. „Wir kuratieren nicht, wir manipulieren nicht, wir fügen keine Werbung ein, wir halten keine Posts zurück.“ Wie es jedoch in naher Zukunft mit der Profitabilität von Vero aussieht, ist nicht bekannt. Veros Geschäftsmodell soll aus Kooperationen mit Medien-Unternehmen (z.B. durch Conversions beim Kauf eines Buchs oder eines Films) bestehen, sowie aus einem Abo-Modell.

Vero macht einen guten ersten Eindruck...zumindest bis man etwas posten will.

Die neue Social-App versucht die Grenzen der Privatsphäre mit einer klareren Unterteilung zu spezifizieren. Die User können zwischen engen Freunden, Freunden, Bekannten und Followern unterteilen – sofern sie nicht zu faul sind, die entsprechenden Listen anzulegen.

Ganz ähnlich wie bei den altbekannten Plattformen, können auch auf „Vero“ Inhalte geliket, geteilt, kommentiert und gespeichert werden. In der Tat ähnelt die App von der Bedienbarkeit der Foto-Plattform Instagram. Allerdings will „Vero“ über den reinen Foto-Beitrag hinauskommen:

Es können unter den Fotos nicht nur Hashtags sondern auch Links gepostet werden. Ebenso kann der genaue Standort gepostet werden, und auch Musik-, Film-, Serien- und sogar Buchempfehlungen.

Nutzer können dabei  angeben, ob sie einen Film gerade sehen, gesehen haben, sehen wollen, empfehlen oder eben nicht empfehlen – per Klick auf einen Button oder mit zusätzlichem Kommentar. Gefunden werden interessante Inhalte nach dem bekannten Hashtag-Prinzip.

In der Theorie gut – in der Praxis mittelmäßig

Vero klingt in der Tat wie eine logische Weiterentwicklung von Facebook und Instagram. In der Praxis hat die App aber noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Dies beginnt bereits beim Anmelde-Procedere. Dass man inzwischen für die Anmeldung in einem sozialen Netzwerk wie Facebook sensible Daten preisgeben muss, ist längst bekannt. Facebook führte die Klarnamenpflicht ein, die verhindern soll, dass User unter einer falschen Identität zum Beispiel Hass-Kommentare posten und teilen. Bei Vero wird im Zuge der Anmeldung bisher „nur“ eine Telefonnummer zur Verifizierung abgefragt.

An diese wird ein einmaliger Zugangscode geschickt, der das Profil, beziehungsweise den User, verifiziert. Das schreckt zwar manche Nutzer ab,  gegenwärtig empfinden die meisten es jedoch schlichtweg als notwendiges Übel.

Das größte Problem, mit dem Vero gegenwärtig zu kämpfen hat, ist die Server-Auslastung. Dadurch schlagen Anmeldungen fehl, Posts können nicht abgesetzt werden, das Laden von Nachrichten und Kommentaren dauert noch viel zu lang.

Ganze 34 Versuche benötigte unser Redakteur für seinen ersten Post auf Vero

In unserem Test benötigten wir ganze 34 Versuche, um einen einfachen Bild-Post hochzuladen. Die Synchronisation von Nachrichten auf mehreren Geräten erfolgt extrem schleppend. Wir haben einen Vero-Account auf mehreren Smartphones benutzt. Sowohl Kommentare als auch Nachrichten wurden erst nach etwa 15 Minuten auf den anderen Geräten synchronisiert.

Eine Fehlermeldung jagt die andere. In der Praxis versagte die App in fast allen Punkten.

Ein unverzeihlicher Fauxpas für eine App, die den etablierten sozialen Netzwerken den Kampf ansagen will. Seit dem Ende von MySpace und der Ablöse durch Facebook hat sich viel in der digitalen Welt verändert. Social-Media Nutzer sind zwar offener für Neues, aber auch  anspruchsvoller geworden – und gnadenloser. Fehler werden nicht verziehen und der erste Eindruck ist der entscheidende. Die Chance, dass User nach den ersten gescheiterten Versuchen die App nicht sofort wieder löschen, ist verschwindend gering. Dass diese irgendwann wieder zurückkehren, sollte Vero die technischen Probleme in den Griff bekommen haben, quasi undenkbar.

Nach 20 Minuten Frust: der erste Post unseres Redakteurs.

Ansonsten ist das Nutzer-Erlebnis von Vero gar nicht schlecht. Die chronologische Reihenfolge der eingestellten Postings von Freunden und Bekannten ist übersichtlich dargestellt. Kommentar-Funktionen und das Zusammenspiel von Hashtags, Links und Text-Posts ist zwar nicht vollkommen innovativ, aber sehr User-freundlich. Auch das Navigieren ist logisch und intuitiv. Das visuelle Design der Benutzeroberfläche erinnert ein bisschen an die frühen 2000er – ist also Geschmackssache.

Kostenfrei oder doch Abo-Modell?

Die Macher von Vero denken derzeit über ein Abo-Modell für die User nach, um die Plattform zu monetarisieren. Die erste Million Anmeldungen sind kostenfrei. Danach soll eine Gebühr fällig werden. Ein Balance-Akt über der Schlangengrube. Denn ob Social-Media Nutzer dazu bereit sind, eine Monats- oder Jahresgebühr für das Nutzen der Plattform auszugeben, ist und bleibt fraglich.

Vero wäre in der Tat eine App, die User weltweit begeistern und mit etwas Glück sogar das neue Facebook oder Instagram werden könnte – sofern sie anständig funktioniert. Bleiben die Server-Probleme und Synchronisiationsschwierigkeiten jedoch bestehen, wird auch dieser Versuch eine neue Social Media–Plattform zu erschaffen, sang- und klanglos an der technischen Umsetzung scheitern.

Entwickelt wurde Vero von einem Team um Ayman Hariri, einem Milliardenerben und Unternehmer libanesischer Herkunft. Hariri war zuvor auch stellvertretender Geschäftsführer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Saudi Oger, einer Baufirma in Saudi-Arabien, die in die Kritik geriet, weil sie Löhne nicht zahlte und ihre Geschäftstätigkeit einstellen musste. 

Autor: Max Marquardt, Playboy
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