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Prost!

Wer hat das Bier erfunden?

Wer hat eigentlich das Bier erfunden?

Wenn man über das Münchner Oktoberfest läuft, könnte man glatt glauben, die Bayern hätten das Bier erfunden. Aber stimmt das denn? Oder waren es vielleicht doch die Götter? Denn gebraut wird der Gerstensaft schon seit sehr langer Zeit...

Bei der Frage "Wer hat's erfunden?" möchte man ganz automatisch antworten: die Schweizer. Aber die waren's ganz bestimmt nicht. Die Bayern, die das Getränk auf ihrem Oktoberfest fast kulthaft feiern? Auch nicht.

In manchen Quellen wird ein gewisser Gambrinus als Schöpfer des Biers aufgeführt: Mal wird er aus Sohn eines antiken Germanenkönigs beschrieben, dann wieder als Leib-Bierbrauers von Karl dem Großen. Dann wieder woanders als flämischer König Johann I. aus dem 13. Jahrhundert. Der Gambrinus-Glaube ist so weit verbreitet, dass sogar etliche Brauereien nach ihm benannt sind und einige ihr Bier nach ihm tauften. Ob es ihn wirklich gab, ist fragwürdig. Nur eines ist sicher: Das Bier hat er nicht erfunden.

Haben Götter das Bier erfunden?

Denn Bier brauen – das können die Menschen schon viel länger, mindestens 4000 Jahre. Federführend waren dabei die Ägypter und die Sumerer: Für die Sumerer hat es ihre Fruchtbarkeitsgöttin Nin-Harra erfunden, für die Ägypter waren es die beiden Stargottheiten Isis und Osiris.

Wahrscheinlich aber war gar kein göttlicher Kopf dabei: Die Tatsache, dass Hefe aus Getreide Alkohol zaubert, war wohl eine Zufallsentdeckung bei der Brotherstellung. Es gibt Hinweise darauf, dass dieses Getränk schon viel länger existiert: Forscher der US-Universität Yale gruben bei Kairo ein mutmaßliches Brauereigebäude aus, das etwa 4500 Jahre alt ist.

Das Bier wurde schon vor etwa 4000 Jahren erfunden

Auch im Gilgamesch-Epos (ca. 3000 v.Chr.) wird die Kunst des Bierbrauens bereits erwähnt. Natürlich hatten die antiken Biertrinker ein ganz anderes Getränk in ihren Krügen als wir heute auf dem Oktoberfest: Nicht so stark, weil statt Kultur- nur Wildhefe verwendet wurde.

Nicht so schmackhaft, weil es in der Dreistromregion keinen Hopfen gab – die Komponente, die unserem Bier die nötige Bitterkeit verleiht. Außerdem hatte man einst andere Getreidearten: Gerste gab es schon (wenn auch nicht so ertragreich) und Ammer, eine frühe Weizenart. Und auch wenn die antiken Pichler auf das feine Weizenbier verzichten mussten: Die Babylonier etwa kannten schon stattliche 20 Biersorten.

Gambrinus hat das Bier keinesfalls erfunden

Was aber war nun mit diesem besagten Gambrinus? Über ihn haben Hans Sachs und der Autor Johannes Aventinus gedichtet, wüste Abenteuer eines deutschen Königs, der mal eben nach Ägypten reiste und im Vorbeiziehen die Stadt Hamburg gründete. Und ebenso flugs das Bier erfunden haben soll. Doch Gambrinus' "Existenz" beruht auf mehreren Irrtümern und einer Fälschung: Denn der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet von den "Gambrivii" – einem germanischen Volksstamm.

Der italienische Dichter Annius nahm den "Gambrivius" fälschlicherweise unter die germanischen Ahnen auf, ein bayrischer Hofchronist schrieb ab und "adoptierte" ihn zu den Vorfahren seines Dienstherrn Maximilian I. Aventinus wiederum dichtete die Geschichte dazu, dass der Mann das Bier erfunden habe. Und am Ende verschrieb sich im 16. Jahrhundert ein flämischer Setzer beim Druck von Aventinus' Märchengeschichte. Fertig war der Mythos vom Germanen, der das Bier erfunden hat.

Autor: Klaus Mergel
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