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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Playboy bei der Miss Germany-Wahl

Reporter Robert Kittel saß in der Jury – sein Fazit

Von Missen-Combos im Märchenwald und Schwarzwälder Schinken

Die Lena reißt sich jetzt doch alle Kleider vom Leib, stürzt auf Ralph Siegel zu, sie küsst ihn, Bosbach küsst dabei ihre Füße, der Fotograf von der Bild-Zeitung hält drauf und schreit ein großes "yeah" ins Zelt. Whoohoo! – Wie Playboy Reporter Robert Kittel seine erste Teilnahme in der Jury zur Miss Germany-Wahl erlebte, oder es sich zumindest erträumte

Ein paar Fakten vorweg: Wir sind in Rust, im Europapark, eine Art Märchenwald der deutschen Grenzpampa, die Hotels hier haben Säulen wie in Troja, es gibt Achterbahnen und ein Zelt, in dem an diesem Abend, 20. Februar 2016, die neue Miss Germany gekürt wird. Der Playboy darf erstmals in der Jury sitzen, mit echten VIPs wie Wolfgang Bosbach, Ralph Siegel oder Ingo Lenßen.

Das erste Problem des Abends aber ist: Der Veranstalter hat den Playboy neben der schönsten Dame des ganzen Raums platziert, sie nimmt nicht Teil, sondern ist die Miss Germany von 2009, eine dunkelhaarige Amazone, mit kunstvollen Augenbrauen und leicht durchsichtigem Kleid.

So ein Juwel lenkt natürlich vom Geschehen ab, man würde all seine Punkte am liebsten direkt auf ihr Konto schieben und sie anschließend fragen, wann man mit dem Shooting beginnen darf. Dummerweise hat sie auch noch eine sanfte, abgeklärte Stimme, mit der sie einem ab und zu kluge Sätze ins Ohr haucht. Die erste Runde der Miss-Wahl geht also an eine, die schon gewonnen hat.

Dann – nach einer kleinen Pause und ein paar Showeinlagen – das richtige Finale. Das Zelt ist randvoll, so wie manche Fotografen, die sich nicht mehr an Absperrungen halten. Auch auf der Bühne wird es ein richtiges Casting, alle tragen ihre Nummer in der Hand, Juroren wie Siegel und Professor Mang laufen hier zu Höchstform auf, sie kriechen mit ihren Blicken in die karmesinroten Badeanzüge der Damen. Die sehen irgendwie immer noch knuddlig aus darin und eigentlich müsste man sie alle wählen, als ganze Missen-Combo würden die über 1000 Likes in 30 Sekunden erzielen.

Die Miss 2009 ist aber trotzdem noch vorne, vor allem im Kopf. Was soll man da machen, wenn man so eng nebeneinander platziert wird? Wolfgang Bosbach versucht von gegenüber auch schon, bei ihr zu landen, doch er bekommt kaum Blickkontakt und muss sich wieder den Finalistinnen auf der Bühne widmen.

Die sind jetzt richtig aufgeregt, klar, es geht um viel, um einen Titel, der eine ganze Nation repräsentiert. Deutschland ist groß, wenn man mit der Bahn in den Europapark reist, weiß man erst, dass das Land auch riesig sein kann.

Die Missen kommen jetzt wieder in eher konservativen Abendkleidern auf die Bühne. Anscheinend müssen diese Mädchen keine Quote machen, denn die große Masse erreicht man eher, wenn alle Kandidatinnen heulend und nackt auf einen Juror losgehen würden. Doch das ist schon gut so, denn so stolpert der homogene Abend nicht in die RTL-Liga, sondern bleibt provinziell sympathisch. Das hätte man nie gedacht, dass eine Miss Germany Wahl den abgesetzten Musikantenstadl ersetzen könnte. 

Am Ende Trommelwirbel, auch die wunderbare 2009 ist jetzt aufgeregt, das spürt man, das ganze Zelt ist aufgeregt, selbst der Playboy, denn wir haben am Ende ja dann doch eine favorisiert. Dann nennt der Europapark-Chef die Gewinnerin, ein Hammer Moment! Lena Bröder gewinnt, sie hat es schon fünf Mal versucht gehabt, erfährt man später, Wahnsinn! Die Lena reißt sich jetzt doch alle Kleider vom Leib, stürzt auf Ralph Siegel zu, sie küsst ihn, Bosbach küsst dabei ihre Füße, der Fotograf von der Bild-Zeitung hält drauf und schreit ein großes "yeah" ins Zelt. Whoohoo! 

Nein. Nicht ganz.

Lena Bröder aus Nordwalde bei Münster, 26 Jahre, wackelt etwas tapsig, aber glücklich mit ihren vom Glätteisen polierten Haaren nach vorne zu den Fotografen und lächelt einfach in die Kameras. Danach gibt es Karottensuppe und Schwarzwälder Schinken, dazu ein Bitburger und die Telefonnummer der Miss 2009. Was für ein Abend! 

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