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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Annett Fleischer

Annett macht sich frei

In der ARD-Serie „Hubert und Staller“ spielt Annett Fleischer die schöne Polizeibeamtin Sonja Wirth. Bei unserem Shooting in Zürich legte sie die Uniform ab und sorgte so längst nicht nur bei den sonst so entspannten Eidgenossen für Aufregung

Vom altehrwürdigen Schloss Sihlberg hat man einen wunderbaren Blick auf das Züricher Enge-Quartier. Nicht weit von hier liegt der Zürichsee, in dessen Hintergrund im letzten Abendsonnenlicht die Schweizer Alpen aufragen. Doch unsere Aufmerksamkeit gilt einer anderen Schönheit: Die bezaubernde Annett Fleischer erweist uns nach einem langen Shooting-Tag noch mal die Ehre und zieht uns beim Gespräch mit ihrem Lachen und entwaffnend ehrlichem Berliner Charme ganz in ihren Bann.

Playboy: Frau Fleischer, hat es Sie sehr viel Mut gekostet, sich in der Öffentlichkeit nackt vor unsere Kamera zu begeben?
Fleischer: Dieses Außenmotiv (Seite 31, die Redaktion) haben wir an einem Sonntag bei drei Grad gemacht, es muss kurz vor zehn Uhr morgens gewesen sein. Ich schritt über diese Brücke, und im Hintergrund gingen Leute zum Gottesdienst. Und wissen Sie was? Ich liebe es zu überraschen. Ich fand das lustig, weil diese Leute ihren Augen nicht trauten. Eine nackte Frau vor Gottes Haus, wie kann das sein? Komplettiert wurde das Ganze durch eine arabische Männergruppe, die sich auch noch dazugesellte.

„Wenn es einen triftigen Grund gäbe, würde ich mich auch nackt vor die Bundeskanzlerin stellen“

Annett Fleischer

Playboy: Eine ganz neue Perspektive . . .
Fleischer: Mir ist wichtig, dass hinter allem, was ich mache, ein Sinn steckt. Und wenn es die blanke Provokation ist. Ich bin keine Feministin, aber wenn es einen triftigen Grund gäbe, würde ich mich auch nackt vor die Bundeskanzlerin stellen.

Playboy: Das würde Aufsehen erregen.
Fleischer: Es müsste schon einen richtig guten Grund dafür geben. Dann würde ich ihr von Frau zu Frau in die Augen schauen und sagen: „Hosen runter, Angie, was können wir tun, um dieses Problem zu lösen?“

Playboy: Ist Ihnen dieser lockere Umgang mit Nacktheit als gebürtige Ostberlinerin in die Wiege gelegt?
Fleischer: Nein. Ist er nicht. Ich war zehn Jahre alt, als ich mit der Familie Urlaub am FKK-Strand gemacht habe. Ich habe mich da immer etwas geschämt. Klar, die Pubertät stand vor der Tür. Jetzt am Wochenende bin ich mit fünf Freundinnen in Warnemünde nackt bei zehn Grad in die Ostsee gesprungen. Wir waren uns einig, dass FKK früher mit den Eltern ein Albtraum war, heute ist es ein tolles Gefühl von Freisein.

Playboy: In der TV-Serie „Hubert und Staller“ spielen Sie die Polizeimeisterin Sonja Wirth. Was fasziniert Männer an Frauen in Polizeiuniform?
Fleischer: Das hat etwas Machtvolles. Von Männern wird oft erwartet, mehr Verantwortung zu übernehmen und stark zu sein. Ich glaube, das geht euch auch mal auf die Nerven. Dann wünscht man sich jemanden, der die Zügel in die Hand nimmt und für Regeln sorgt, ohne zur Mutter zu mutieren. Das ist es, was an einer Frau in Uniform sexy sein kann. Weil sie dann am Ende das letzte Wort hat.

Vom bösen Mädchen zur erfolgreichen TV-Polizistin

Als eine von drei Protagonistinnen der Versteckte-Kamera-Serie „Böse Mädchen“ machte die 1979 in Ostberlin geborene Schauspielerin und Moderatorin zwischen 2007 und 2013 so einigen Männern das Leben schwer. Seit 2011 greift sie in der ARD-Serie „Hubert und Staller“ als Polizei-meisterin Sonja Wirth vor allem ihren männlichen Kollegen unter die Arme.  

Playboy: Und was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag lang ein Mann sein könnten?
Fleischer: An einen Baum pinkeln.

Playboy: Das ist alles?
Fleischer: Nicht schlecht, oder? Alles andere kann ich auch selbst.

 

„Es wäre vielleicht interessant zu wissen, wie das ist als Mann mit einer Frau...“

Annett Fleischer

Playboy: Auch mit einer anderen Frau?
Fleischer: Was? Geschlechtsverkehr? Das kann ich natürlich nicht. Es wäre vielleicht interessant zu wissen, wie das ist als Mann mit einer Frau. Aber will ich das wirklich wissen? Nein, ich bin als Frau schon sehr zufrieden und will keinen Tausch.

Playboy: Wie sieht es mit Ihrer Sicht auf die Männer aus? Wie muss ein Mann sein?
Fleischer: Ich mag es, wenn er fit und gesund ist. Aber ein Mann, der regelmäßig etwas Gutes für die Menschen oder die Natur tut, wie ich für den Klimaschutz, ist in meinen Augen wesentlich interessanter. Das kann auch sexy sein. Denn mit dem hätte ich allein aus meinem eigenen Engagement als atmosfair-Botschafterin und meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Bahnhofsmission schon weitaus mehr gemeinsam.

Playboy: Was machen Sie genau in der Bahnhofsmission?
Fleischer: Ich spiele gelegentlich „Mensch ärgere Dich nicht“ mit den Obdachlosen und Gestrandeten am Bahnhof, schmiere Brote, höre ihnen zu oder versorge sie mit Kleidung und Kosmetik. Oder ich lese in Senioreneinrichtungen den Kranken und Alten meine Bücher vor.

Playboy: Warum machen sie das?
Fleischer: Warum nicht. Es macht Sinn und es macht auch noch Spaß. Außerdem ist das eine Verantwortung, die uns allen obliegt.

Playboy: Welche Rolle würden Sie gern einmal spielen?
Fleischer: Ach, ich würde gern einmal eine engagierte Frau spielen, die Bundeskanzlerin werden möchte, aber letztlich am politischen und wirtschaftlichen Klüngel scheitert. Hat jemand zufällig ein Drehbuch? (lacht)

Playboy: Würden Sie sich tatsächlich um das Amt als Bundeskanzlerin bewerben?
Fleischer: Wahrscheinlich nicht. Für ihren Einsatz ist Merkel eher unterbezahlt. Und der Preis, kaum Privatleben zu haben, wäre mir zu hoch. Allerdings habe ich selbst das dringende Bedürfnis, die Welt gesünder zu machen und Lug und Trug aufzudecken. 

Playboy: Lassen Sie uns auf das Shooting zurückkommen. Sich auf der Straße in ungewöhnliche Situationen zu begeben erinnert an Ihre Versteckte-Kamera-Sendung „Böse Mädchen“. Haben Sie eine abenteuerlustige Ader?
Fleischer: Oh ja. Das eine hat das andere auch bedingt. „Böse Mädchen“ war in der Zeit ein riesiger Spielplatz. So etwas wollte ich davor schon immer mal machen.

Playboy: Fehlt Ihnen das?
Fleischer: Jein. Ja, weil das deutsche Fernsehen mich schon oft ganz schön langweilt. Nein, weil es dennoch Gelegenheiten gibt, ein böses Mädchen zu sein und einfach mutiger an die Dinge heranzugehen. Ich warte einfach nur, bis mich der Playboy anruft, und dann lege ich los (lacht).

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