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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Darth Vaders Erbe

Der neue Star Wars-Bösewicht im Interview

„Die Army war die perfekte Vorbereitung auf Hollywood“

Um seine Rolle im neuen „Star Wars“-Film herrscht große Geheimniskrämerei. Aber fest steht: Das, was Adam Driver dort treibt, ist böse. Der Hollywood-Newcomer über seine Zeit bei den Marines, seine Muskeldiät und sein erstes Treffen mit Harrison Ford

Die Besetzung von Neu-Fiesling Kylo Ren mit Adam Driver kann man durchaus als Hinweis auf die Ambitionen der bevorstehenden „Star Wars“-Trilogie verstehen. Kylo Rens Maske ist eine Hommage an Darth Vader, doch der Mann dahinter braucht kein Vorbild: Mit 1,90 Meter ist Driver einen Kopf größer als Han Solo, und seine Stimme klingt wie Harrison Ford mit Bronchitis. Zudem hat der 32-Jährige mehr Vita als ein Jedi-Ritter: aufgewachsen als Sohn eines Baptistenpredigers, Macho-Manierismen bei den Marines gelernt und Tiefsinn auf der New Yorker Schauspielschule Juilliard. Hipster-Ikone, seit er in „Girls“ Kinky-Sex mit Lena Dunham hatte. Auffällig in Nebenrollen („Lincoln“, „Inside Llewyn Davis“) und Martin-Scorsese-Muse („Silence“). Mit so einem Bösen an Bord haben wir für Episode VII ein gutes Gefühl.

Playboy: Mister Driver, J. J. Abrams sagte über Ihre Rolle des Kylo Ren: „Er ist nicht der übliche schnurrbartzwirbelnde Bösewicht.“ Was meinte er wohl damit?
Driver: Wenn ich es als Kompliment verstehe, dann wollte er sagen, dass ich eher Charakterschauspieler als Superheld bin. Das könnte man natürlich auch als Beleidigung verstehen.

Playboy: Apropos Beleidigung: Ein Branchenblatt beschrieb Ihre Gesichtszüge einmal als „überreif“...
Driver: Besser als das, was man mir in der Highschool hinterherrief: Rattengesicht.

Playboy: Aber mit diesem Gesicht wurden Sie dank der Fernsehserie „Girls“ erst zum Poster-Boy aller Nerd-Girls und jetzt zum dunklen Helden der „Star Wars“-Jünger.
Driver: Das ist alles so absurd, dass ich nichts Vernünftiges dazu zu sagen habe. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, darüber nachzudenken. Alles, was ich in den letzten Monaten dachte, war: Bloß nichts vermasseln!

Playboy: Wie war das, als Sie zum ersten Mal auf Harrison Ford trafen?
Driver: Erwartungsgemäß surreal. Diese ganzen Gestalten, mit denen ich aufgewachsen bin, saßen mit mir am Tisch und lasen ihre Rollen. Ich riss mich zusammen, um nicht R2-D2-Geräusche beim Umblättern des Drehbuchs von mir zu geben. Wahrscheinlich hatten die anderen ähnlichen Unsinn im Kopf, aber äußerlich versuchte jeder, cool zu bleiben. Ich kriege jetzt noch Sodbrennen, wenn ich daran denke.

Playboy: Dabei sind Sie ein ehemaliger Marine, während die meisten Ihrer Kollegen den Soldaten nur spielen.
Driver: Ein Armee-Camp hat mit einem Filmset viel gemeinsam. Eine Gruppe von Menschen auf begrenztem Raum, die sich demselben Ziel verschrieben haben. Natürlich ist bei der Army das Catering nicht so üppig.

Playboy: Sie haben mal erzählt, Sie würden jeden Mittag ein ganzes Huhn essen, um Ihr Energie-Level aufrechtzuerhalten.
Driver: Das habe ich ungefähr vier Jahre lang praktiziert. Und zum Frühstück gab’s sechs Eier. Muskeldiät in Kombination mit gnadenlosem Training war Teil der Disziplin, die ich mir nach meiner Entlassung aus der Armee als Schauspielschüler selbst auferlegt hatte.

Playboy: Nach der Highschool haben Sie erst Staubsauger in Ihrer Heimat Indiana verkauft und es kurz mal in Hollywood versucht. Nach einer Woche waren Sie pleite. Dann wurden Sie Soldat.
Driver: Mein Stiefvater legte mir nahe, zu den Marines zu gehen. Das reizte mich, denn wenn schon Soldat werden, dann gleich zur härtesten Truppe. Außerdem entwickelte ich nach 9/11 diese patriotischen Gefühle, ich wollte etwas für mein Land tun. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, was ich sonst hätte tun sollen. Ich war 18 und wohnte immer noch bei Mutti.

Playboy: Hat die Armee einen besseren Schauspieler aus Ihnen gemacht?
Driver: Es war die perfekte Vorbereitung auf Hollywood. In der Army ist der Umgangston rau, man bekommt schnell ein dickes Fell. Als Soldat ist man sich seiner Sterblichkeit sehr bewusst, so wie man sich in Hollywood immer am Rande des Karrieretodes bewegt.

Playboy: Aber an der Front gekämpft haben Sie nie?
Driver: Nein, und das ärgert mich immer noch, denn es ist meine eigene Schuld. Ich habe mir den Brustwirbel beim Mountainbiken gebrochen, kurz bevor wir in den Mittleren Osten abkommandiert werden sollten.

Playboy: Dafür dürfen Sie jetzt das Lichtschwert schwingen.
Driver: Das ist ein echtes Glück. Auch weil „Star Wars“ nicht ganz so erklärungsbedürftig ist wie meine Rolle in „Girls“. Meine Ex-Kameraden von der Army nerven mehr mit Bemerkungen, was ich da eigentlich mache.

"Ich bin von Natur aus schon ein ängstlicher Mensch"

Adam Driver

Playboy: „Star Wars“-Fans sind womöglich noch strenger in ihrem Urteil als Marines.
Driver: Die Vorstellung beängstigt mich, – und ich bin von Natur aus schon ein ängstlicher Mensch. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken, wie viele Bedeutungen dieser Film für so viele Menschen hat, denn sonst würde ich unter der Bürde zusammenbrechen. Da hilft nur, sich mit Disziplin auf die Arbeit zu konzentrieren...

Playboy: ...und dem Internet fernzubleiben!
Driver: Ich habe mit Social Media nichts am Hut. Natürlich nutze und schätze ich das Internet, aber Twitter, Facebook, das ist nichts für mich. Vielleicht weil ich zu dicke Daumen habe, ich kann auf diesen Smartphones nicht tippen, es dauert einfach zu lange.

Playboy: Dabei leben Sie in der Hipster-Hauptstadt Brooklyn, wo ein Instagram-Account wichtiger als ein Bankkonto ist.
Driver: Ich fühle mich dort zu Hause. Aber Sie werden mich nie beim Twittern im Coffeeshop erwischen. Ich bin zwar erst 32, trotzdem ist mir diese vernetzungssüchtige Generation mit Hunger nach Information seltsam fremd. Manchmal ist es ganz gut, nicht sofort auf alles die richtige Antwort zu haben.

Autor: Brigitte Steinmetz
Video - Der Trailer zu Episode VIII
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