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Antonio Banderas wird 55

... über Frauen und lebensbedrohliche Situationen

"Der Tod ist die einzige Gewissheit, alles andere ist relativ"

Am 10. August feiert Antonio Banderas seinen 55. Geburtstag. In unserem Interview spricht er über Krisen, sein früheres Leben in Armut und wie es ist, wenn man in einen Gewehrlauf blickt

Playboy: Haben Sie schon einmal eine lebensgefährliche Situation erlebt?
Banderas: Ich hatte mal eine Kalaschnikow im Gesicht.

Playboy: Wie passiert einem so etwas?

"Ein Typ richtete seine Waffe auf mich und schaute mir tief in die Augen."

Antonio Banderas

Banderas: Ich war für Unicef in Somalia unterwegs - unmittelbar nach dem Abzug der amerikanischen Truppen. Unser Hilfskonvoi wurde von einer Gruppe bewaffneter Kids gestoppt, die waren so 15, 16. Und dann richtete eben so ein Typ seine Waffe auf mich und schaute mir tief in die Augen.

Playboy: Was macht man in so einer Situation?
Banderas: Tief durchatmen. Du musst ruhig bleiben, sonst flippen die aus. Die Jungs wollten Geld. Sobald sie es bekommen hatten, waren sie wieder ganz freundlich.

Playboy: So eine Erfahrung reicht einem sicher fürs Leben, oder?
Banderas: Es gab noch eine andere brenzlige Situation. Zur Zeit des Arabischen Frühlings, kurz nach dem Sturz der Regierung, drehte ich in Tunesien. Wir waren die einzigen Gäste im Hotel und wussten nicht, ob wir unseren Militärbegleitern trauen konnten. Ab 15 Uhr war Sperrstunde, überall brannten Gebäude und fielen Schüsse.

Playboy: Suchen Sie solche Erfahrungen?
Banderas: Ich würde nicht gerade nach Syrien gehen, aber ich komme mit solchen Situationen klar. Du kannst das Leben sowieso nicht kontrollieren. Vor ein paar Jahren flog ich bei starkem Sturm aus Aspen ab, eine halbe Stunde später zerschellte ein anderes Flugzeug, und der Pilot starb - purer Zufall.

Playboy: Fürchten Sie sich nicht vor dem Tod?
Banderas: Er ist die einzige Gewissheit, alles andere ist relativ.

Playboy: Haben Sie schon eine Vorstellung, wie Sie sterben?
Banderas: Nein, aber ich glaube, dass ich ganz schön alt werden kann. Vorausgesetzt, ich höre mit dem Rauchen auf.

"Die Natur ist ein Diktator."

Antonio Banderas

Playboy: Sie werden dieses Jahr 56 - kommen Sie damit gut klar?
Banderas: Ich hoffe, dass mein Körper weiterhin das tut, was mein Geist ihm sagt. Die Natur ist ein Diktator. Sie schreibt dir vor: Du wirst alt, und du kannst nichts dagegen tun.

Playboy: Ist es Ihnen wichtig, den Status als Latin Lover aufrechtzuerhalten?
Banderas: Oh, nein! Es ist einer der Vorteile des Älterwerdens, dass ich dieses Etikett abstreifen und neue Rollen spielen kann.

Playboy: Auf welche der Leistungen Ihres Lebens sind Sie besonders stolz?
Banderas: Auf mich selbst.

Playboy: Sind Sie so egofixiert?
Banderas: Das heißt nur, dass ich mit mir selbst im Reinen bin - mit meinen Entscheidungen, meiner Familie, meiner Karriere.

Playboy: Obwohl Sie sich im letzten Jahr haben scheiden lassen?
Banderas: Ja, denn meine Familie bleibt ja bestehen. Mit ihr habe ich die besten Momente meines Lebens verbracht.

Playboy: Aber sicher auch schwere Phasen - Ihre Ex-Frau Melanie Griffith soll alkohol- und tablettensüchtig gewesen sein.
Banderas: Das hat uns nur stärker gemacht. Wir haben das Problem gemeinsam gelöst. Es wäre leicht gewesen auszubrechen. Aber ich habe noch nie aufgegeben. Auch bei meiner Frau nicht.

Playboy: Sind Sie ein genügsamer Mensch?

"Mein Herz hängt nicht an Dingen, sondern an Menschen."

Antonio Banderas

Banderas: Absolut. Ich komme ja aus einfachen Verhältnissen. Bis zu meinem 32. Lebensjahr wusste ich nicht, wie ich meine Wohnung bezahlen soll. Mein erstes Auto hatte ich mit 37. Mein Herz hängt nicht an Dingen, sondern an Menschen.

Playboy: Denken Sie oft an Ihre bescheidenen Anfänge zurück?
Banderas: Wer seine Wurzeln vergisst, ist ein Niemand. Mein Vater war Polizist, er hat nie viel verdient, mich aber unterstützt.

Playboy: Hat er Sie nicht mal verhaftet?
Banderas: Er nicht, aber seine Kollegen. 1978, bei einer Protest-Performance nach dem Ende der Franco-Diktatur in Spanien.

Playboy: Was sagte Ihr Vater dazu?
Banderas: Er war sauer: „Immer machst du Probleme!“ Aber meine Kollegen und ich wurden am nächsten Tag freigelassen.

Playboy: Hat er Ihren Erfolg in Hollywood noch erlebt?
Banderas: Zum Glück. Eines Tages sah er mich auch am Broadway. 2500 Leute waren im Theater, aber ich spielte nur für ihn - und er lächelte.

Autor: Rüdiger Sturm
Autor: Julia Zimanofsky
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