Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Neu im Kino: "The Disaster Artist"

„The Room“ gilt als der schlechteste Film aller Zeiten. Doch jetzt hat Regisseur James Franco die chaotische Entstehungsgeschichte dieses kultigen Kino-Debakels verfilmt.

Als Tommy Wiseau nach vielen erfolglosen Vorsprechen im Jahr 2002 mit den Arbeiten an einem eigenen Filmprojekt begann, war es sein Ziel, einen Streifen zu drehen, der das Zeug hatte, die Studiobosse in Hollywood zu beeindrucken. Eine regietechnische Großtat auf dem Niveau von Elia Kazan und Orson Welles. Ein Kinodrama mit Tiefgang und Spannung. Ein Zuschauermagnet. Oscarmaterial. Was aber dabei herauskam, war kein Meisterwerk, sondern „The Room“ – nach Meinung vieler Kritiker der schlechteste Film aller Zeiten.

Die besten Geschichten schreibt Hollywood selbst

James Francos „The Disaster Artist“ erzählt die chaotische Entstehungsgeschichte dieses ambitionierten Kino-Disasters, die selber sehr viel mehr an menschlicher Tragik, Komik und Komplexität zu bieten hat als die harmlose Dreiecksgeschichte, mit der Wiseau damals seinen Traum vom überfälligen Hollywood-Ruhm wahrmachen wollte. Basis dafür ist der gleichnamige Bestseller, in dem Wiseaus Co-Star Greg Sestero seine Erinnerungen an den Filmdreh festgehalten hat.

Im Zentrum steht eine ungewöhnliche Freundschaft

Die Vorgeschichte von „The Room“ beginnt im Jahr 1998: Greg Sestero (gespielt von Francos Bruder Dave) ist ein junger Schauspieler, dem vor der Kamera seine Schüchternheit zu schaffen macht. Als er bei einem Schauspiel-Workshop auf Tommy Wiseau (James Franco) trifft, ist er beeindruckt: Der exzentrische Mittvierziger spricht Englisch mit Akzent, kann sich kaum eine Zeile merken und bringt mit seinen Auftritten die Schauspiellehrer zur Verzweiflung; aber er ist von sich überzeugt und glaubt fest daran, dass auf ihn eine große Filmkarriere wartet.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die wächst, während sie mit mehr (Greg) oder weniger (Tommy) Erfolg von Vorsprechen zu Vorsprechen ziehen und in L. A. vergeblich auf den Durchbruch warten. Als sich abzeichnet, dass keiner von ihnen in der Filmindustrie Fuß fassen kann, fasst Tommy einen aberwitzigen Plan: Er wird einen eigenen Film drehen, mit sich selbst als Autor, Regisseur, Hauptdarsteller und Produzent. Und Greg soll die Rolle als Co-Star übernehmen.

Ein Film für die Geschichtsbücher

Gegen alle Wahrscheinlichkeit kann Tommy seinen Vorsatz in die Tat umsetzen und heuert eine komplette Filmcrew an, inklusive Equipment, gemieteten Studios und einem vollständigen Cast. Als die Dreharbeiten beginnen, wird zwischen Starallüren, endlosen Takes, Pannen am Set und verunglückten Sexszenen schnell deutlich: Das wird ein Film für die Geschichtsbücher. Nur nicht für die, die Höhepunkte der Hollywood-Historie verzeichnen …

Geschafft! Greg Sestero (Dave Franco) und Tommy Wiseau (James Franco, der auch Regie führte) bei der Premiere von "The Room"

Tragikomödie mit hoffnungsvollem Ausgang

Regisseur James Franco erzählt die Geschichte von Wiseaus Katastrophen-Dreh mit Herz, Humor und unverhohlener Symapthie für seinen Charakter, der sich zum Filmemachen berufen fühlt und bereit ist, es mit der Welt aufzunehmen, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen – auch wenn das Anliegen noch so aussichtslos scheint.

„Tommy Wiseau versuchte damals, den großen Wurf zu landen, und ist dabei spektakulär gescheitert“, fasste Franco im Playboy-Interview das Schicksal der „The Room“-Produktion zusammen. Trotzdem ist sein Film über die verkorksten Dreharbeiten eine Komödie geworden und kein Drama.

 Und das mit Recht – denn das ungeahnte Comedy-Potential, das Wiseaus missglückter Beitrag zum Genre existenziell tiefschürfender Hollywood-Schnulzen nach seiner Fertigstellung schließlich entfaltete, hat dazu geführt, dass sich „The Room“ in den Jahren seit seinem Erscheinen zum Kultfilm entwickelt hat, der weltweit ein Millionenpublikum erreicht und ähnlich wie die „Rocky Horror Picture Show“ Abend für Abend vor vollen Sälen gezeigt wird: Auf Umwegen ist Tommy Wiseau mit seinem Film also doch noch zum Star zum Star geworden.

„The Disaster Artist“ ist ab dem 1. Februar in den deutschen Kinos zu sehen.

James Franco erhielt für seine schauspielerische Leistung einen Golden Globe. Rechts im Bild: der echte Tommy Wiseau.

Autor: Zeno Bampi Jr.
Three Billboards Outside Ebbing Missouri - Trailer
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.